Wrong Turn 3: Left for Dead (Filmkritik)

Die junge Studentin Alex (Janet Montgomery) und ihre drei Freunde sind auf einem Raftingausflug irgendwo tief im Wald von West Virginia unterwegs. Bei einer kleinen Erholungspause werden sie plötzlich von einem deformierten Hinterwäldler angegriffen, Alex Freunde sterben und nur sie kann durch Glück entkommen. Zur gleichen Zeit wird im naheliegenden Gefängnis ein Gefangenentransport wegen des Verbrecherbosses Chavez (Tamer Hassan) vorverlegt, weil der Polizei zu Ohren gekommen ist, dass ihn seine Leute herausholen wollen, während der planmäßigen Fahrt auf der alten Route. Bei der alternativen Fahrt auf der tief durch den Wald führenden Strasse wird der Convoi jedoch von einem Truck gerammt und überschlägt sich.

Die Gefangenen können dabei die Wärter überwältigen und Chavez ergreift sofort das Kommando über die Truppe. Er hat jedoch nicht dem irren Mutanten gerechnet, der von nun an Jagd auf die Gefangenen macht. Kann der sich in diesem Gebiet auskennende Wärter Nate (Tom Frederic) die Gruppe in Sicherheit bringen, bevor der Hinterwäldler einen nach dem anderen tötet und will er diesen Verbrechern überhaupt zur Flucht verhelfen?

Wrong Turn 3 Left for Dead Film

Die Geschichte um die entstellten Hinterwäldler, die sich tief im Wald verstecken und sich nur allzu gerne vom Fleisch unschuldiger Menschen ernähren, die böderweise an einer Abzweigung falsch abgebogen sind, begann im Jahre 2003. „Wrong Turn“ lief damals noch im Kino und hatte mit Eliza Dushku, Desmond Harrington, Emmanuelle Chriqui und Jeremy Sisto einige für mich bekannte Gesichter dabei. Ein Slasherfilm wie in den guten alten Zeiten sollte es werden und auch wenn es bei dem Versuch blieb, war dieser Film doch stimmigungsvolle, blutige Unterhaltung mit guten Darstellern, die die Geschichte ernst genommen haben.

2007 folgte dann der für den DVD Markt produzierte zweite Teil „Wrong Turn 2: Dead End, indem Jugendliche in einer Reality Show mit Kameras versehen durch den Wald hetzten und sich bald ausschließlich nur mehr dem Überlebenskampf gegen Killerhinterwäldler widmeten. Die Gewaltschraube wurde hier um einiges höher gedreht, der Film ist bis heute als deutsche DVD nicht ungeschnitten erhältlich. Auch hier spielten ein paar mehr oder weniger bekannte Gestalten mit, mein Problem war aber, dass mir ausser der von Henry Rollins völlig irre gespielten Figur des Militärtrainers für die Jugendlichen eigentlich keine Figur wirklich gefallen hat. Mir war der ganze Film irgendwie unsympathischer als Teil 1, als Genrefan wurde man aber trotzdem ziemlich gut unterhalten.

Oktober 2009 folgt nun der dritte Teil der Saga auf DVD, die bekannten Gesichter sind mittlerweile um einiges weniger geworden, man konnte das Budget also eigentlich nur dafür benutzten, um sich voll austoben zu können bei den kreativen Todesszenen.

Dieser dritte Teil verschwendet dann auch keine Zeit und nach wenigen Minuten gibt es bereits die ersten Toten. Pfeil von hinten durch den Rücken der nackten Dame, gleich auch durch die Hand des Jungen durch, der gerade ihre Brust berührt. Zack, nächster Pfeil durch den Hinterkopf, ha was steckt denn da, ein Auge! Das nehm ich doch gleich und steck es mir in den Mund.

Was mach ich heute mit meiner Lieblingsaxt? Ich mache einffach einen Spalt in den Kopf eines meiner Opfer und koste ein Stückchen seines Gehirns, während er noch lebt und mir dabei zusehen kann. Der ganz normale Alltag eines kannibalisch lebenden Hinterwäldlers also, sozusagen wie aus dem Bilderbuch 😉

Wrong Turn 3 ist im Grunde ein Instantslasher für Fans, die sofort nach ein paar Minuten wissen, wer das ganze Gemetzel überleben wird und wer eine brutalere Todesart verdient hat oder wer einen schnelleren Tod. Am Ende gibt es hier aber fast schon überraschenderweise einen bösen Schlussgag und ich meine damit nicht, dass natürlich noch weitere degenerierte Killer im Wald hausen.

Die Performances der Darsteller sind durchwegs gut oder zumindestens solide, vor allem Janet Montgomery schliesse ich schön langsam ins Herz. Nach „The Hills Run Red“ ist dies nun schon der zweite Ausflug ins Horrorgenre für die junge Dame aus England und es werden laut ihrer Filmografie noch mindestens zwei folgen. Die Geburt einer neuen Screamqueen bahnt sich hier also an, erfreulicherweise hat sie ja weder blonde Haare noch eine grosse Oberweite, Klischeedamen überleben Horrorfilme nämlich bekannterweise nur sehr selten.

Die blutigen Effekte sehen echt realistisch aus bis auf zwei Ausnahmen, bei denen CGI Effekte zum Einsatz kommen und man dies leider – zwar nur kurz – aber doch recht deutlich sehen kann. Der Härtegrad des zweiten Teils wurde dabei auf jeden Fall gehalten,das dauernd eingeblendete „Unrated“ im Trailer lässt dabei darauf hoffen, dass die deutschsprachige DVD auch ungeschnitten auf den heimischen Markt kommt.

Nichts Neues also im Slashergenre, aber ich bin mit der Wrong Turn Reihe nun wieder versöhnt, da das Aufeinandertreffen der sogenannten harten Gefängnisjungs, die an einem einzigen Mutanten und gegenseitigen Streiterein scheitern, wirklich viel Spass gemacht hat und auch die Spannung bis zum Schluss halten konnte. Ich war ja immer schon eher ein Freund von Horrorfilmen mit schnellen, blutigen Mordszenen,mit einer netten Dame, mit der ich bei ihrem Überlebenskampf bis zum Schluss mitzittern kann, das ganze Foltergenre kann mir sowieso gestohlen bleiben.

Hier bekommt man also genau das, was man sich für einen spassigen, blutigen Halloweenabend mit Freunden wünscht. Einfach Hirn ausschalten und geniessen. Eindeutig also eine der besseren Direct to DVD Premieren der letzten Zeit.

Wrong Turn 3 bekommt von mir 5/10 Blut durch den Wald verteilende Empfehlungspunkte.


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