Die fast vergessene Welt – Land of the Lost (Filmkritik)

Dr. Rick Marshall (Will Ferrell) wird wegen seiner Zeitreise-Theorien von seinen Kollegen belächelt und muss letzten Endes Kinder unterrichten um finanziell über die Runden zu kommen. Eines Tages taucht Holly (Anna Friel) in seinem Labor auf um dem guten Doktor Mut zu machen. Tatsächlich baut er kurze Zeit und eine Fressattacke später einen Tachionenbeschleuniger, der neben nicht nur leicht schwul anmutende Musicals spielt sondern auch ein Portal zu einem Ort öffnen kann an dem die Zeit quasi nicht existent ist. Leider verläuft die Reise nicht wie geplant und so verlieren die Beiden das Gerät und finden sich gemeinsam mit Will (Danny Mcbride) und dem Höhlenmenschen Chaka (Jorma Taccone) im zeitlichen Nirgendwo.

Will Ferrell, Danny McBride and Anna Friel Land of the Lost movie

Der in Amerika unter dem Titen „Land of the Lost“ laufende Film was finanziell gesehen ein Desaster und spielte nicht einmal seine Produktionskosten von immerhin 100 Millionen Dollar ein. Ob der Film wirklich so schlecht ist und unter welchen Umständen sich vielleicht doch ein Blick lohnt erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Optisch versucht sich der Film als Mix 70er Jahre Serie und auf hochglanz polierter Kinostreifen. Da werden schon einmal Echsenmenschen die im Stiel von Godzilla (und zwar der 50er Jahre Version) herumstacksen mit modernen Spezialeffekten gemischt. Leider geht diese Rechnung nicht auf und sorgt mit einer Handlung die aus einer Crackpfeife zu stammen scheint für ein Naserümpfen beim nüchternen Zuschauer. Sollte man es allerdings irgendwie schaffen, schon zum Beginn des Films seinen Verstand außen vor zu lassen und sich auf Gags einzustellen die zeit- und nivealos zugleich sind kann es vorkommen, dass man über große Teile des Films unterhalten wird.

Will Ferrell hat mit Filmen wie „verliebt in eine Hexe“ oder „die Eisprinzen“ die Zuschauer gut unterhalten. Im vorliegenden Streifen bleibt er aufgrund des Drehbuchs und der damit verbundenen Charakterzeichnung hinter seinen bisherigen Leistungen zurück. Zwar tut er was er kann, und gerade weil er in den meisten witzigen Szenen ernst bleibt werden diese erst witzig, aber irgendwie fehlt dem guten Dr. Marshall das gewisse Etwas um zu funktionieren. Als er sich dann beispielsweise zwecks Tarnung mit Dino-Urin übergießt ist das zuviel des Guten.

Anna Friel mochte ich schon als sie in der Serie „Pushing Daisies“ die Chuck zum Besten gab. Zwar ist ihre Rolle diesmal etwas erwachsener angelegt, nichts desto trotz spielt sie die Rolle der Holly mit so viel Herz, dass ich inständig hoffe wieder von ihr zu hören und sehen. Ein Punkt wo die Logik auf der Strecke blieb, ist die Tatsache das Holly sich ohne Probleme mit einem Höhlenmenschen verständigen kann. Möglicherweise hat sie ja dessen Sprache von ihrem Ex-Freund gelernt – man weiß es nicht. Auch warum sie kurz nach den Ankunft aus ihren Hosen Hot-Pants macht wollte sich mir nicht ganz erschließen. Danny Mcbride und Jorma Taccone haben die undankbare Aufgabe des Lückenfüllers und sind nicht witzig sondern einfach nur da.

Alles in allem eher ein Film für Freunde der seichten Unterhaltung bekommt der Film von mir 6/10 Empfehlungspunkten.

Zitat:
Will: Hey Marshall, stört es sie nicht, dass sie sich ständig irren?
Dr. Marshall: Oh doch, glauben sie mir, es stört wirklich!


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