Jurassic Park 2: Vergessene Welt – The Lost World (Filmkritik)

Eigentlich sollten alle für den „Jurassic Park“ geschaffenen Dinosaurier sterben. Ian Malcolm (Jeff Goldblum) hat es nie geglaubt – und soll Recht behalten. John Hammond (Richard Attenborough) beauftragt ihn mit der Leitung eines Expeditionstrupps auf eine noch von Dinos bewohnte Insel. Hammond gibt sich fest entschlossen, den Fehler aus seiner Vergangenheit wieder gut zu machen. Mit der Öffentlichkeit im Rücken, so glaubt er, kann er seinen Plan durchsetzen, die Insel unberührt zu lassen. Auf der Insel kommt es dann zum blutigen Überlebenskampf. Mit dabei sind auch Ians Tochter Kelly (Vanessa Lee Chester) und seine Ex Sarah Harding (Juliane Moore).

lost world

Nach dem „Jurassic Park“ unzählige Awards gewann und ein rekordverdächtiges Einspielergebnis von einer Milliarde US-Dollar erzielte und es 2013 in 3D sogar noch einmal in die Kinos und die Charts schaffte, konnte sich wohl ein jeder die Konsequenzen ausmalen – eine Fortsetzung bot sich förmlich an. Im ersten Teil des Fantasy-Abenteuers von Steven Spielberg sorgten die neuartigen Computereffekte zur Generierung der Dinosaurier für Aufsehen und setzten neue Maßstäbe im Bereich der Special Effects. Und da man dem Publikum für zweite Teile von allem mehr bieten muss, bemühte Steven Spielberg sich, nach dem Motto „Bigger, Better, More“ einen noch größeren und düsteren Film auf die Leinwand zu bringen, der den Kinobesuchern komplett den Atem rauben sollte.

Noch mehr Spezialeffekte, noch mehr Dinosaurier, noch mehr Action sollten „Vergessene Welt“ mindestens ebenso erfolgreich machen wie „Jurassic Park“. Auch die Anzahl der handelnden Personen hat sich gegenüber dem ersten Teil verdoppelt, was natürlich zu einer höheren Sterberate führt und, was noch viel wichtiger ist, für einiges mehr an Dino-Auftritten sorgt. Während die Urzeitriesen in „Jurassic Park“ nur für etwa acht Minuten auf der Leinwand zu sehen waren (fühlt sich aber nach wesentlich mehr an), kommen sie in „Vergessene Welt“ auf etwa die dreifache Minutenzahl.

Da die Dinosaurier der Dreh- und Angelpunkt des Films sind, ist es klar, dass hier großer Wert auf die Special-Effects gelegt wurde und ich muss sagen, dass die Dinos sogar ein bisschen besser als im ersten Teil aussehen. Ein bisschen mehr Artenvielfalt wäre ganz witzig, doch anscheinend hat sich Spielberg so in den T-Rex und den Velociraptor verliebt, dass er sie auch hier wieder als Hauptakteure vorkommen ließ.

Leider gelang es Spielberg, bei einem geschätzten Produktionsbudget von 72 Millionen US-Dollar (nach heutigen Hollywood-Standards ja schon fast Low-Budget) nicht an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen. Dennoch wurden es am Ende beachtliche 600 Millionen US-Dollar. Nichts desto trotz hats wie wir wissen für einen dritten Teil gereicht und ein vierter soll auch noch den Weg in unsere Kinos finden und das schon 2015 mit Chris Pratt in der Hauptrolle.

Leider ist Sam Neill als Paläontologe Dr. Allen Grant nicht mehr mit an Bord, dafür bekommt man mit Julianne Moore (Carrie) aber einen guten und kompetent wirkenden Ersatz geboten. Neben ihr steht vor allem aber Jeff Goldblum (Jurassic Park) im Mittelpunkt, der im Film für die nötige Prise Humor sorgt (Dinos die Menschen fressen, sind eben nur begrenzt lustig) und seinen Job hier richtig gut macht. Auch Pete Postlethwaite (Salomon Kane) als Jäger Roland überzeugt auf ganzer Linie. Er ist der wahre Leiter der Expedition. Er kennt alles und jeden, er ist gefährlich, aber auch mit Verstand gesegnet. Das einzig Negative was man ihm vielleicht anhängen kann, ist dass er ein wenig wie ein wandelnder Stereotyp daherkommt. Aber eine echt coole Sau.

Peter Ludlov Darsteller Arliss Howard (True Blood) macht einen guten Job. Er ist der etwas tollpatschige, aber auch kaltblütige Geschäftsmann, der ein Faible für die Gattung des T-Rex hat und diesen aus Profitgier zu einer Attraktion à la King Kong zu machen. Die restlichen Darsteller sind wie gesagt nur Durchschnitt, haben aber auch ein paar tolle Momente. Einzig negativ sticht die Tochter Malcolms heraus, was aber nicht notwendigerweise an Jung-Schauspielerin Vanessa Lee Chester liegt, sondern an ihrer Rolle, die schon ziemlich an den Nerven des Zusehers zehrt.

Fazit: Gut, aber nicht so gut wie der erste Teil, etwas, dass man in Verbindung mit Fortsetzungen recht häufig hört. Auch der Soundtrack hat etwas nachgelassen, da man den genialen Soundtrack des ersten Teils mit Trommeln und ähnlichen „aufgepeppt“ hat, damit er besser in einen Dschungel passt (was auch immer das heißen mag).

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 (dino)sau(rier)geilen Punkten.

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