Solomon Kane (Filmkritik)

Früher einmal war Solomon Kane (James Purefoy) ein Söldner, der im Namen von Königin Elisabeth zahlreiche Feinde in Nordafrika in die Flucht schlug. Dabei ging er so grausam und ohne Skrupel vor, daß der Teufel auf ihn aufmerksam wurde und seinen Sensenmann schickte, um seine schwarze Seele einzusammeln. Bei der Konfrontation mit dem Dämon starb jeder einzelne von Solomons Gefährten, nur er selbst konnte im letzten Moment flüchten.

Nachdem er seinen Körper mit Schutzsymbolen markiert hatte und dem gewalttätigen Leben abgeschworen hatte, verbrachte Solomon ein Jahr in Sicherheit in einem Kloster. Seine Anwesenheit ist nun jedoch nicht mehr länger erwünscht und so begibt er sich auf eine Reise ohne echtes Ziel. Auf dem Weg trifft er auf den Pilger William (Pete Postlethwaite) und seine Familie, die ihn herzlich willkommen heißen. Der Friede in Solomons Leben ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn als die Schergen des erbarmungslosen Magiers Malachi (Jason Flemyng) den Großteil von Williams Familie töten und seine Tochter Meredith (Rachel Hurd-Wood) entführen, bricht Kane sein Versprechen und bringt die gesamte noch anwesende Bande um. Sterbend verspricht ihm William, daß Kane, wenn er Meredith zurückholt, auch seine eigene Seele vor dem Teufel retten kann. Wehe dem, der Solomon Kane von nun an bei seiner (doppelten) Rettungsmission im Wege steht. Die Jagd hat begonnen.

Solomon Kane Film Demon

Solomon Kane wurde von Fantasygenregröße Robert E. Howard (Conan der Zerstörer, Red Sonja, Kull der Eroberer) 1928 erfunden und hatte seinen ersten Auftritt in den damals sehr beliebten Schundromanen. Regie führte der englische Regisseur Michael J. Bassett, der zuvor bereits mit dem atmosphärischen Geisterthriller „Deathwatch“ und dem doch recht heftigen Survivalthriller „Wilderness“ sein Können bewiesen hat.

Gleich vorweg muss ich mal folgendes loswerden. Solomon Kane erfindet das Genre nicht neu und ist auch über weite Strecken ziemlich vorhersehbar. Wie bei Camerons „Avatar“ ist jedoch eine der großen Stärken des Filmes, daß man die Szenen, obwohl man vermutet daß sie bald kommen werden, trotzdem sehen will und sich nicht langweilt. Weitere mögliche Kritikpunkte wären die Minimalhandlung und der vereinzelte Einsatz von mittelmäßigen CGI Effekten. Mich hat dies aber angesichts des Gesamtpaketes nur wenig bis gar nicht gestört.

Dieser Film wirkt als Ganzes einfach sehr stimmig und ist perfekt in dieser mir aus meiner Kindheit sehr bekannten Welt der Schwerter und Magie angesiedelt. Dieses nostalgische „Conan-Gefühl“ und diese ganz eigene Atmosphäre, die weder Trash noch Hochglanz ist, hat mich wirklich schnell in die Filmwelt hineingezogen. Die Kamera holt dabei aus den Settings und der Landschaft an sich echt eindrucksvolle Bilder heraus. Gefilmt wurde in der tschechischen Republik, was sich angesichts der düsteren und ständig verregneten bzw. vernebelten Bilder als eine perfekte Wahl erwiesen hat.

Für das Kreaturendesign war „Underworld: Rise of the Lycans“ Regisseur Patrick Tatopoulus zuständig, der eine enorme Erfahrung bei seiner Arbeit hat. Immerhin stammen die jeweils nicht menschlichen Wesen bei Stargate, Pitch Black, Underworld 1-3, I Robot, I am Legend, Outlander und noch einigen mehr alle aus seinem kreativen Geist. So auch der riesige Lavasteindämon am Ende des Filmes, der gut animiert ist und eine zwar comicartige aber echt spürbare Bedrohung ausstrahlt. Auch die dämonisierten Gefolgsleute, die Hexen und der Oberbösewicht selbst, sehen stimmig aus und haben alle etwas eigenständiges an sich. Nur die oben schon erwähnten CGI Effekte der Marke „Sensenmann verwandelt sich in Rauch“, fand ich weniger gut gelungen.

Schauspielerisch hat mich vor allem James Purefoy in der Titelrolle voll überzeugt. Er hat etwas leidendes, zebrechliches aber auch etwas spitzbübisches und entschlossenes in seinen Blicken und seiner Gestik, was ihn trotz der schnell erzählten Story, die eigentlich kaum Raum zur Charakterentwicklung lässt, trotzdem einiges an Tiefe verleiht und auf eine sehr individuelle Weise sympathisch macht. Man möchte ihn nicht als Feind haben, was eben genau nicht an seiner zwar gut durchtrainierten aber nicht gerade einschüchternden physischen Ausstrahlung liegt. Nach seiner großartigen Performance in der leider nur kurzlebigen „The Philanthopist“ Serie, eine weiterer Beweis für sein Können.

Rachel Hurd-Wood ist eine augezeichnete Wahl als Mädchen in Not, ihre unschuldige, grundehrliche Art weckt dann auch sofort Beschützerinstinkte und es ist klar, daß man diese junge Dame retten muss, koste es was es wolle. Pete Postlethwaite und Jason Flemyng wiederholen im Prinzip ihre Rollen aus „Kampf der Titanen„. Pete ist für kurze Zeit der väterliche Mentor für den Helden und Jason der schwer maskierte Bösewicht, der durch den Guten besiegt werden muss. Beide machen ihre Sache übrigens besser als bei den Titanen, obwohl es nicht viel mehr Zeit zur Entfaltung ihrer Persönlichkeiten gibt.

Die Kämpfe sind in einer sehr angenehmen Weise geschnitten, nicht zu schnell und immer übersichtlich. Die Gewalt dabei ist roh und Solomon geht nicht gerade zimperlich mit seinen Gegnern um, es wird jedoch nie übertrieben und die brutalen Szenen verkommen nie zum reinen Selbstzweck. Daß Peter Jacksons „Herr der Ringe“ Triologie Einfluss auf die gesamte Szenerie und auch auf die Kostüme hatte, ist dabei nur schwer zu leugnen.

Insgesamt also ein gut gespielter, atmosphärisch dichter, sich selbst ernst nehmender Fantasyactionfilm, der auf eine unnötige Liebesgeschichte völlig verzichtet und auch sonst keinen Platz für Kitsch findet. Das wirklich tolle hier für mich persönlich ist die Tastsache, daß dies alles ja eigentlich die Verfilmung einer Trashstory aus einem Schundheft ist, doch der ganze Film es mit Leichtigkeit schafft, nie wie ein echt schlechtes Nonsens-Spektakel zu wirken.

Solomon Kane bekommt von mir 8/10 vor Dämonen flüchtende, sich in den Himmel kämpfende Empfehlungspunkte.


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