Jurassic Park 3 (Filmkritik)

Die Dinos sind wieder los. Sie treiben ihr Unwesen auf einer Insel, wo sie durch Menschenhand gezüchtet werden. In diese Gefahrenzone gerät unfreiwillig Dr. Alan Grant (Sam Neil). Er wird von einem Ehepaar auf eine angeblich harmlose Expedition eingeladen, die sich jedoch als sehr gefährlich – ja sogar lebensgefährlich – herausstellt. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.

JP3

Mehr Dinos, mehr Tempo, mehr Action – weniger Sinn und Handlung. So lässt sich der dritte Teil von „Jurassic Park“ summieren. Steven Spielberg schwang sich diesmal nicht hinter die Kamera und beschränkte sich auf die Rolle des Produzenten. So wird „Jurassic Park 3“ unter der Führung von Joe Johnston (The Rocketeer) zum soliden, aber wenig innovativen Action-Film.

Nachdem die gesamte Dinosaurier-Population von Insel B – warum auch immer noch lebt (immerhin bricht schon mal ein menschenfressender Flugsaurier Richtung Festland auf – was mit einem sentimentalen Grinsen statt Panik quittiert wird), gibt’s natürlich Leute (DUMME) die den Nervenkitzel lieben und versuchen, den Dinos möglichst nahe zu sein. Als der Sohn des super-reichen Ehepaars Kirby (aus Versehen) auf der Insel verschwindet, heuern sie unter falschen Bedingungen Dr. Alan Grant für die Expedition an. Auf der Insel müssen sie allerdings nicht nur vor Raptoren, sondern auch vor dem Spinosaurier flüchten, da diese sich allesamt über ein wenig Menschenfleisch auf der Speisekarte freuen.

Wie man hier heraus lesen kann, ist die Handlung sehr spärlich gesät (Person suchen und von A nach B hetzen, weil Dinos) und sehr, sehr, sehr simpel gehalten. Die meiste Zeit werden die Menschen von Dinos gejagt und das wars im Großen und Ganzen. Wenn man fies ist – so wie ich – kann man das auf eine Stufe mit der Handlung in einem Michael Bay Film stellen, denn den schaut man sich auch nicht wegen der tollen Handlung an, sondern wegen Explosionen und heißen Mädels. Bay sagte vor kurzem, die Qualität des Inhalts seiner Filme sei ihm egal, solange die Dinger ordentlich Kohle machen und damit hat er Recht.

Wobei dieses Konzept hier nicht wirklich aufging, denn bei einem Budget von 93 Millionen Dollar, nahm der dritte Teil der Trilogie eher magere 370 Millionen ein. Im Vergleich spielte „Die vergessene Welt“ bei niedrigeren Drehkosten 620 Millionen ein. Ob sich da ein vierter Teil noch auszahlt? Offensichtlich glauben das einige Studiobosse und haben grünes Licht für Teil 4, genannt „Jurassic World“ gegeben, über den außer den Darstellern noch keine Details bekannt sind (unter anderen Chris Pratt und Bryce Dallas Howard).

Da „Jurassic Park 3“ dank Leuten mit Dollar-Zeichen in den Augen existiert, hat sich Steven Spielberg sicherheitshalber aus der Affäre gezogen, damit er seinem guten Ruf keinen Schaden zufügt. Ersatzmann Joe Johnston, der bei „Captain America“ zeigte, dass er es durchaus besser kann, macht aus „Jurassic Park III“ einen reinen, geradlinigen Action-Film ohne viel Pi Pa Po. Er gibt gar nicht vor, eine ausgefeilte Handlung zu benötigen. Was eventuell dazu beitrug war, dass bei Drehbeginn das Drehbuch noch gar nicht fertig war, etwas was man in letzter Zeit häufig hört und oft zu seltsam zusammenhangslosen Handlungssträngen führt.

Nach kurzer Einführung beginnt die eigentliche Handlung, soll heißen alle Beteiligten rennen um ihr Leben – rette sich wer kann!!! Dass Sam Neill (Daybreakers) wieder als Archäologe mit von der Partie ist, gibt der Trilogie ein Gefühl der Kontinuität und macht das Fehlen von Dr. Malcolm (Jeff Goldblum) mehr als wett, denn dessen Charakter war stellenweise sehr anstrengend. Seine Partnerin aus dem ersten Teil, Laura Dern, hat leider nur einen kurzen Gastauftritt bei dem man aber merkt, dass die beiden durchaus nichts von ihrer Leinwand Chemie verloren haben.

Das Ehepaar Kirby tut leider nicht viel, außer den Zuseher zu nerven. Bei einem seelenlosen Drehbuch wie hier kann auch ein guter Charakterdarsteller wie William H. Macy (Trust Me) nichts aus der Figur des Paul Kriby heraus holen. Und David-Duchovny-Gattin Téa Leoni (Tower Heist) kreischt sich eigentlich durch den kompletten Film und nervt ungefähr soviel wie Jeff Goldblooms Tochter im zweiten Teil.

Fazit: Dank guter Effekte ist „Jurassic Park 3“ ein Augenschmaus und stellenweise durchaus spannend (Raptoren greifen aus dem hohen Gras an). Dies kann aber nicht über einen Mangel an Handlung hinweg täuschen und hinterlässt so bei einem etwas anspruchsvolleren Seher einen faden Nachgeschmack. Dass sie den T-Rex getötet haben, verzeihe ich ihnen übrigens nicht!

Dieser Film bekommt von mir 5/10 fossilisierten Punkten.


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