Oldies but Goldies: Jurassic Park (Filmkritik)

Das dinosaurierbegeisterte Paläontologenpärchen Dr. Grant (Sam Neill) und Dr. Sattler (Laura Dern) bekommt von dem millionenschweren Unternehmer John Hammond (Richard Attenborough) die Chance ihres Lebens, denn dieser hat auf einer südamerikanischen Insel einen kostenaufwendigen Freizeitpark errichtet. Die Hauptattraktion? Dinosaurier die aus dem Blut, dass in prähistorischen Mücken gefunden wurde, geklont wurden. Er lässt die beiden zusammen mit dem eigenwilligen Mathematiker Dr. Malcolm (Jeff Goldblum) auf die Insel fliegen und führt ihnen voller Stolz seine außergewöhnliche Attraktion vor, doch bei der ersten Generalprobe der scheinbar perfekten Sensation geht etwas schief, und die Katastrophe nimmt ihren Lauf…

Jurassic_Park_T_Rex

Bei diesem Film war es mir wichtig, neben dem echten Anliegen ihn endlich mal wieder zu sehen, auch zu eruieren, ob er wirklich so gut ist, wie ich ihn in Erinnerung habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Für damalige und selbst heutige Verhältnisse atemberaubend realistische Special-Effects, gepaart mit einer gehörigen Prise Action und Abenteuer.

„Jurassic Park“ basiert auf einem gleichnamigen Roman von Science-Fiction-Autor Michael Crichton, der für die Filmrechte an seinem Buch 1,5 Millionen Dollar erhielt und für weitere 500 000 Dollar das Buch für den Film adaptierte und ein großartiges Drehbuch ablieferte, in dem sich Spannung, Fantasy und Plot in der Waage halten und so ein beinahe märchenhaftes Filmerlebnis garantieren.

Obwohl nur ca 15 Minuten von 2 Stunden Spielzeit tatsächlich Dinos zu sehen sind, bleibt die Spannung stets konstant und auch wenn keines der Biester auf der Leinwand zu sehen ist, bleibt ein bedrohliches Gefühl und schon der Schrei des T-Rex reicht aus, um den Zuseher das Fürchten zu lehren. Dafür ist unter anderem die beinahe perfekte Regie von Steven Spielberg („Die Abenteuer von Tim und Struppi„) verantwortlich, der schon in „Der weiße Hai“ auch ohne Hai ordentlich Spannung erzeugte. Geräusche und sich bewegende Sträucher reichen schon zum Nervenkitzel und als man zum ersten Mal den vorher nur angedeuteten T-Rex sieht, erreicht die Spannungskurve einen Höhepunkt.

Natürlich sind die Dinos nicht immer ganz so designet wie sie historisch korrekt aussehen müssten, doch dies sei Spielberg verziehen und fällt unter kreative Freiheit. Für die Dinos wurden teilweise animatronische Puppen verwendet (die des T-Rex war über 6 Meter groß) und teilweise Computereffekte, wobei es kaum möglich ist, bei den 7 vorkommenden Dino-Rassen das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Natürlich waren diese Effekte damals nicht ganz billig, wenngleich die Produktionskosten von 63 Millionen Dollar heute schon beinahe ein Schnäppchen bedeuten. Der Dino-Film spielte fast eine Milliarde Dollar ein und war vor „Titanic“ und „Avatar“ der erfolgreichste Film aller Zeiten.

Spielberg war bei diesem Film in mehr als nur einer Hinsicht ein Vorreiter. Nicht nur dass dies der erste Film mit (für damalige Verhältnisse) viel Computereffekten war, Spielberg verwendete hier als Erster Digital Suround Sound. George Lucas übernahm mit seiner Firma Industrial Light and Magic die Post-Production, da Spielberg direkt nach „Jurassic Park“ „Schindlers Liste“ drehte. Angeblich überzeugten die Effekte in diesem Film Lucas davon, die ersten 3 Teile seiner „Star-Wars“ Saga in Angriff zu nehmen (da kommt ja auch der eine oder andere Computereffekt vor würde ich sagen).

Für den epischen Soundtrack sorgte John Williams, der einen Score kreierte, den ich selbst heute noch nach den ersten Takten erkenne und die erste Begegnung mit den Dinos einfach episch werden lässt, wenngleich in manchen Action-Szenen schon sehr dick aufgetragen wird und so heute wohl in keinem Film mehr vorkommen würde.

Doch obwohl die Dinos meines Erachtens nach die eigentlichen Stars des Films sind, waren natürlich auch noch einige Schauspieler mit von der Partie. Sam Neil („Daybreakers„) als anfangs grimmiger und kinderfeindlicher Paläontologe wird Vielen auch heute noch ein Begriff sein und wird im Laufe des Films immer sympathischer. Laura Dern („The Master“) spielt seine Freundin und Kollegin und liefert schauspielerisch eine eher blasse Performance ab. Joseph Mazzello („The Social Network“) als altkluger, sehr klischeehafter Knirps Tim geht dem Zuseher und Sam Neil anfangs gehörig auf die Nerven und seine Filmschwester Ariana Richards ist nicht viel besser. Nichts desto trotz machen die Beiden das Beste aus ihren Rollen und schaffen es, ihre anstrengenden, oftmals schmerzhaft dummen Charaktere am Ende sympathisch zu machen. In Nebenrollen: Jeff Goldbloom („Independence Day“), Samuel L. Jackson („Django Unchained“) und Richard Attenborough.

Im Juli 2013 soll dieser Klassiker, nachdem er in 3D konvertiert wurde (und sicher auch digital überarbeitet), nochmal in unsere Kinos kommen, um eine neue Generation von Kinogängern mit Dino-Fieber zu infizieren.

Fazit: Ein wahrer Klassiker, den jeder Fantasy-Fan gesehen haben sollte und einen Meilenstein der Filmgeschichte darstellt.

„Jurassic Park“ bekommt von mir 9/10 spannende und für Dinosaurier begeisternde Punkte.


2 Gedanken zu „Oldies but Goldies: Jurassic Park (Filmkritik)

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