Aushilfsgangster – Tower Heist (Filmkritik)

Arthur Shaw (Alan Alda) ist ein vermögender Wall-Street-Milliardär und wohnt in seinem exklusiven Penthouse in einem Gebäude, das schlicht und einfach der „Tower“ genannt wird. Als er eines Tages verdächtigt wird das Geld seiner Klienten veruntreut zu haben, stellt sich heraus, dass er auch die Angestellten des Towers um ihr Erspartes gebracht hat. Fest entschlossen sich das Geld zurück zu holen, versammelt der Manager des Tower, John Kovacs (Ben Stiller), ein Team hinter sich.

Aushilfsgangster

Brett Ratner ist in Hollywood bekannt wie ein bunter Hund, und war neben diversen Filmen die er produziert hat, auch bei Filmen wie „Rush Hour 1-3“ und „After the Sunset“ als Regisseur tätig. Auch wenn seine Filme im Wesentlichen nie oscarverdächtig sind, nach dem ersten Trailer – auch wegen des sehr vielversprechenden Staraufgebots – war die Erwartung bei mir doch relativ hoch. Leider und vielen guten Ansetzen zum Trotz, folgte im Kino meiner Wahl dann doch zum Teil die derbe Ernüchterung, aber dazu gleich mehr.

Das Prinzip der Gangsterkomödie ist nicht neu, und der Film versucht hier auch nicht das Rad neu zu erfinden. Hier kämpft der kleine Mann mit relativ einfachen Mitteln um sein Recht (bzw. um sein Geld), gegen einen scheinbar unangreifbaren und übermächtigen Feind. Dabei ist es einerseits relativ gut gelungen einen möglichst schrillen Haufen zusammenzustellen und andererseits das potentielle Opfer so arrogant und unsympathisch wie möglich darzustellen.

Was mit einer guten Idee und Grundlage beginnt, scheitert jedoch auf ganzer Länge am Drehbuch. Denn das was im Trailer noch so witzig aussieht, ist es auf der Leinwand leider nicht. Da gibt es keine überzeugende Situationskomik und auch nichts was den Zuschauer vor lauter Spannung den Atem stocken lässt. Erschwerend kommt noch dazu, dass der Schnitt so schlecht war, dass für mich die Vermutung nahe liegt, der Cutter war noch nicht ganz nüchtern als er hier zu Werke ging (oder das Kino meiner Wahl hat Mist gebaut, was ich zum gegebenen Zeitpunkt überprüfen werde). Daraus resultieren im Film auch Logiklöcher und mehrere Situationen, in denen sich einfach nur die Frage stellt: „Was sollte das jetzt?“.

Auf diese Weise wird nicht nur gewaltiges Potential verschenkt, sondern auch der eigentlich großartige Cast sinnlos verheizt. Alan Alda schafft es in seiner Rolle als Wall-Street Ekel mühelos so schmierig und unsympathisch zu wirken, dass man ihm einen langen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen wünscht. Ben Stiller (Tropic Thunder) wirkt als Kovacs dagegen fast ein wenig blass und das obwohl er der Kopf hinter dem geplanten Raubzug ist. Dabei macht er eigentlich dasselbe wie immer nur mit dem Unterschied, dass es hier einfach nicht so gut funktioniert.

Um Eddie Murphy war es lange Zeit sehr ruhig. Mit den Aushilfsgangstern meldet er sich nicht nur aus Schauspieler zurück, so hat er dieses Mal auch als Produzent fungiert. Gebracht hat es ihm leider wenig, auch wenn er hier die beste schauspielerische Leistung seit langem abliefert (was vermutlich daran liegt, dass ihm die Rolle tierischen Spaß bereitet hat). Ebenfalls wieder einmal seit langem im Kino zu sehen ist Matthew Broderick, der im Film den beinahe schon liebenswerten Loser-Typen gibt. Der Vollständigkeit halber seien noch Gabourey Sidibe und Michael Peña erwähnt, die das Team abrunden.

Für mich ist der Film ein klarer Fall wie man eine gute Idee verheizt und es nicht machen sollte. Hier hat man es geschafft ein Konzept, bei dem man eigentlich nichts falsch machen kann, in den Sand zu setzen, was angesichts des Staraufgebots wirklich schade ist.

Aus diesem Grund bekommen die Aushilfsgangster auch nur 5/10 Empfehlungspunkte.


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