Tropic Thunder (Filmkritik)

Von einer Rettungsmission in Vietnam kamen von 10 Männern nur 4 Männer zurück um davon zu berichten. Drei versuchten ein Buch darüber zu schreiben und von den zwei die es dann tatsächlich geschafft haben, bekam dann einer schließlich die Filmrechte. Nur leider steht dieser Film unter keinem guten Stern. Nicht nur dass die Schauspieler, die allesamt Stars in seinerzeit erfolgreichen Filmen waren, es nicht schaffen miteinander warm zu werden, wird auch noch eine 4 Millionen Dollar Explosion verballert ohne dass eine Kamera etwas davon filmt. Also beschließt der Regisseur den Film „realistischer“ werden zu lassen und fliegt seine Jungs in den Dschungel. Keiner von ihnen ahnt dass sie bald wirklich Krieg mit einem örtlichen Drogenkartell spielen dürfen…

Tropic Thunder Film Cast

Von allen mir bekannten Schauspielern, ist Ben Stiller vermutlich der Umtriebigste. Er ist in ca. 100 Film- und Fernsehrollen zu sehen und es kommt laufend etwas Neues dazu. In diesem Fall hat Stiller aber nicht nur eine der Hauptrollen inne, sondern steht auch hinter der Kamera und ist zum Teil für das Drehbuch verantwortlich. Die Idee hatte er nach eigener Aussage bei den Dreharbeiten von Steven Spielbergs „Das Reich der Sonne“, der Ende 1987 in die Kinos kam.

Der Film selbst wirkt wie eine skurrile Mischung aus Komödie und Satire. Einerseits will man sich nicht zu ernst nehmen, auf der anderen Seite zieht man alles durch den Kakao, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Egal ob eingebildete Schauspieler, unfähige Regisseure oder schmierige Produzenten – hier bekommen sie alle ihr Fett weg. Das die Pointen so gut funktionieren liegt in erster Linie daran, dass die hier agierenden Schauspieler Profis sind, die allem Anschein nach auch gerne einmal über sich selbst lachen.

Ungewöhnlich ist in diesem Fall auch wo die Geschichte beginnt, und zwar vor dem eigentlichen Film. Hier werden die einzelnen Charaktere in Trailern bzw. kurzen Intros vorgestellt um einen kleinen Vorgeschmack zu bekommen. Was die Stimmung betrifft, ist natürlich auch eine gute Location wichtig. Hier wurde nicht wirklich in Südostasien gedreht, sondern in Hawaii, was man aber als Zuschauer zu keinem Zeitpunkt merkt. Also willkommen im Dschungel.

Ben Stiller hat schon mit Filmen wie „Zoolander“ bewiesen, dass er auch über sich selbst lachen kann. Als Tugg Speedman hat er zwar keine Ahnung was gerade rund um ihn passiert, würde das allerdings nie zugeben und läuft damit mit militärischer Präzision in die Hände der Einheimischen. Mein persönliches Highlight ist Robert Downey Jr. („Stichtag“), der den Australier Kirk Lazarus spielt, der sich einer künstlicher Pigmentierung unterzogen hat um die Rolle eines schwarzen Soldaten zu bekommen. Dass er die meiste Zeit versucht im Ghettoslang zu reden (was gerade in der englischen Originalfassung sehr schwer zu verstehen ist), passt hier gut und ist einfach nur göttlich.

Ungewohnt anzusehen ist hier auch Jack Black (zu hören in „Kung Fu Panda 2“). In seiner Rolle als Jeff Portnoy bringt er normalerweise Leute mit Pfurzen zum Lachen. Im Urwald fällt er nicht nur durch seine gelben Haare und seine überdrehte Art auf, sondern auch durch seine Entzugserscheinungen, da ein Vogel seinen Stoff geklaut hat. Das Highlight, wenn auch nur in einer relativ kleinen Rolle, ist und bleibt aber in diesem Fall Tom Cruise („Operation Walküre“), dessen Rolle auch klar hängen bleibt, wenn man denn den Film gesehen hat. Als letztes möchte ich an dieser Stelle noch Jay Baruchel („Just Buried“) erwähnen, der mir der einzig normale Typ im Film zu sein scheint.

Noch ein Zitat von Robert Downey Jr. aka Kirk Lazarus: Same thing happened to me when I played Neil Armstrong in Moonshot. They found me in an alley in Burbank trying to re-enter the earth’s atmosphere in an old refrigerator box.

Von mir bekommt der Film 8,5/10 herrlich satirische Empfehlungspunkte.


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