Green Lantern (Filmkritik)

Etwas unerwartet bekommt Hal Jordan (Ryan Reynolds) von einem im Sterben liegendem Außerirdischen einen mächtigen Ring. Dieser verwandelt ihn in einen Green Lantern, zu einem Mitglied einer intergalaktischen Elitetruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat im Universum für Frieden zu sorgen. Zwar hat er zuerst Zweifel was seine neue Aufgabe betrifft, muss sich diesen aber schon bald stellen, da das Schicksal der gesamten Menschheit von ihm abhängig ist.

Green-Lantern

Während Comicverfilmungen aus dem Hause Marvel in regelmäßigen Abständen die Freunde gut gemachter Comic-Realverfilmungen immer wieder auf erfrischende Weise unterhalten, sind sie bei der Konkurrenz von DC im Moment noch eher selten. Nach einem eher guten aber mäßig erfolgreichen „Superman Returns“, sind die einzig wirklich erfolgreichen Filme die beiden, von Regisseur Christopher Nolan inszenierten Batman Filme. Beflügelt vom Erfolg von „The Dark Knight“ hat man sich also entschlossen, mit einem dem Stoff würdigen Budget von immerhin 200 Millionen Dollar, die Geschichte des hierzulande eher unbekannten Green Lantern zu verfilmen.

Inszeniert wurde das Action-Spektakel von Regisseur Martin Campbell. Der stand schon für Erfolgsfilme wie „Die Maske des Zorro“ und „Casino Royal“ hinter der Kamera und hat damit sein Können mehr als bewiesen. In „Green Lantern“ betritt er insofern Neuland, als dass es seine erste Comicverfilmung ist, die noch dazu einen Großteil im Weltall spielt. Campbell hatte im Vorfeld angekündigt, dass sich der Zuschauer wundern würde, wie viel vom Film im Weltall spielen würde und hat in diesem Punkt natürlich auch recht behalten.

Wer meint, den bereits 2009 erschienenen Animationsfilm „Green Lantern – First Flight“ gesehen zu haben und die Geschichte um Hal Jordans erstes Abenteuer schon zu kennen, sei eines besseren belehrt. Interessanterweise erzählen zwar beide Filme von Jordans erstem Abenteuer, dennoch ist es ein jeweils anderes. Die wahrscheinlich deutlichste Gemeinsamkeit der beiden Filme ist jedoch, dass die Einführung der Charaktere relativ schnell abgehandelt wurde.

Auch die Einführung in die Welt des Green Lantern Corps wurde vergleichsweise kurz gehalten. Zwar bekommt man in „Green Lantern“ eine kurze Einführung (und zwar eine wirklich sehr kurze), die ist jedoch gerade einmal so lang, um der weiteren Geschichte im Wesentlichen folgen zu können. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass hier ja einigen Gerüchten zu folge ein Franchise aufgebaut werden sollte, ist das doch sehr schade – mehr währe an dieser Stelle deutlich besser gewesen.

Die Geschichte des Films selbst ist, um es nett auszudrücken, ausbaufähig. Gerade in den letzte Comic-Verfilmungen von der Marvel-Konkurrenz hatte ich immer deutlich das Gefühl, dass die für den Film Verantwortlichen mit viel Liebe zum Detail gearbeitet haben, gerade was die Protagonisten betrifft (z.B. X-Men: First Class). Im Vergleich dazu wirkt „Green Lantern“ wie eine stumpfe, auf Hochglanz polierte Action-Achterbahnfahrt, bei der es dem Zuschauer nur schwer gelingt eine wie auch immer geartete Verbindung zum gezeigten aufzubauen.

Dabei liegen die grundlegenden Probleme des Filmes weniger an der Regie – an der gibt es im Grunde nichts auszusetzen,da Campbell hier wie gewohnt gute und solide Arbeit geleistet hat – sondern vielmehr am Drehbuch. Auf der einen Seite wird darauf verzichtet die Protagonisten ordentlich vorzustellen, auf der anderen Seite fällt die Action zwar spektakulär aber deutlich zu kurz aus, um diesen Umstand zu kompensieren.

Ryan Reynolds ist einfach eine Klasse für sich. Nachdem er in „Paper Man“ die Rolle des imaginären Captain Excellent gespielt hatte und kurze Zeit später in „X- Men Origins: Wolverine“ die Nebenrolle des Deadpool hatte (die übrigens so gut angekommen ist, dass er 2013 seinen eigenen Film bekommt), ist er nun in seiner immerhin dritten Rolle als Superheld zu sehen. Immer einen lässigen Spruch auf den Lippen besticht er auch hier wieder durch seine für ihn typische Art.

Ein klarer Kritikpunkt des Films ist allerdings, dass der Rest des Green Lantern Corps um Welten zu kurz kommt. Zwar ist Reynolds sowieso klar der Star des Films, dennoch reicht er in diesem Fall nicht um den Film zu füllen. Dies wurde im bereits erwähnten Animationsfilm um Welten besser gelöst. Einzig Mark Strong alias Sinestro dürfte hier in Erinnerung bleiben, was aber weniger mit der Länge seines Auftritts, sondern vielmehr mit seiner kühlen bzw. eindrucksvollen Art zu tun hat.

Optisch ist der „Green Lantern“ klar eine Klasse für sich. Die fremde Welt, die Hal Jordan im Zuge seines ersten Abenteuers besuchen darf sieht gut gemacht, um nicht zu sagen großartig aus – hier wurden offensichtlich keine Kosten und Mühen gescheut. Einziger Wehrmutstropfen soll hier der im Nachhinein eingefügte 3D-Effekt sein, der schlecht umgesetzt ist und dementsprechend eher stört (ich selbst kann es nicht beurteilen, da ich mir den Film im guten alten 2D angesehen habe).

„Green Lantern“ ist klar weder ein Highlight noch ein Pflichtfilm. Wenn man allerding mit niedrigen Erwartungen ins Kino geht ist es unwahrscheinlich negativ überrascht zu werden. Trotz seiner beinahe zwei Stunden Laufzeit ist er zudem sehr kurzweilig und auch wenn man auf Grund der vorangegangen Zeilen anderes vermuten könnte, nie langweilig. Die deutsche Synchronisation fällt zwar nicht besonders negativ auf, könnte aber auch besser sein – von da her wieder für alle die der englischen Sprache mächtig sind und auch die Möglichkeit haben die Empfehlung sich den Film im Orginal anzusehen.

Der Film bekommt daher von mir 7/10 grüne Empfehlungspunkte.


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