Trust Me (Filmkritik)

Howard (Clark Gregg) ist ein ehemaliger Kinderstar, der zurzeit eher erfolglos als Agent für junge Schauspieler arbeitet. Hollywood ist ein hartes Pflaster und sein Kollege Aldo (Sam Rockwell) hat über die Jahre seine Klienten abgeworben. Doch alles könnte sich ändern als Howard die 13-jährige Lydia kennen lernt, die noch keinen Agenten hat und für den ersten Film in einem neuen Franchise in Frage kommt. Doch Howard muss sich nicht nur mit Lydias unberechenbaren Vater herumschlagen, sondern auch feststellen, dass mehr hinter seinem neuen Schützling steckt, als er zunächst glaubt.

Trust Me Film

Wenn man jemandem vertrauen kann, dann ist es Agent Phil Coulson von „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.„. Multitalent Clark Gregg nutzt an dieser Stelle seinen durch „The Avengers“ und Co erhaltenen Bekanntheitsgrad, um ein eigenes Projekt umzusetzen. An dieser Stelle ist er nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern hat sich als Drehbuchautor auch selbst die Hauptrolle auf den Leib geschrieben.

Wenn Gregg mit seinen Auftritten im Marvel-Cinematic-Universe etwas bewiesen hat, dann dass er einer der Schauspieler ist, der durch die Bank in beinahe jeder Rolle sympathisch wirkt. Über diese Kernqualität scheint er sich auch selbst bewusst zu sein. Als Howard setzt er sich engagiert für seine Klienten ein, nur um am Ende meist entweder dabei auf die Nase zu fallen oder von seinen Klienten sitzen gelassen zu werden (wobei auch Konkurrent Aldo meist eine nicht unwesentliche Rolle spielt).

Dabei wird dem Zuschauer auch bald klar, dass alles was Howard will ein wenig Glück und Erfolg ist, in einer Stadt, die er so sehr liebt. Auch wenn die Geschichte einige Ecken und Kanten hat, schafft Gregg es mühelos dieses Gefühl zu vermitteln. Dabei sind es zum Teil auch eben diese Ecken und Kanten die dafür sorgen, dass der Film irgendwie wie aus Howards Leben gegriffen scheint.

Während ein deutlich angeschwärzter Humor mit eingestreutem Zynismus den Ton des Films bestimmt, ändert sich dies in der zweiten Hälfte. Durch eine ungeahnte Wendung (die Howards neuen Schützling betrifft) wird der Film ruhiger und vor allem auch ernster und während man Howard bis zum Ende ein Happy End wünscht (soviel sei hier verraten), ist ihm dieses im klassischen Sinn nicht vergönnt.

Dazu passt auch die angepasst Optik. Während diese zu Beginn eher wackelig wirkt, wird sie mit fortschreitender Laufzeit immer ruhiger, fokussierter und dunkle Farben untermalen zum Teil die jeweiligen Szenen. Wenn es um das Thema Schauspieler geht muss man feststellen, wie viel Glück Clark Gregg hatte, vor allem wenn man bedenkt, unter welchen Rahmenbedingungen der Film offenbar entstanden ist, hier mit derart talentierten Kollegen zusammenzuarbeiten.

Von Sam Rockwell (Iron Man 2) über William H. Macy (Der Mandant) bis hin zu Amanda Peet (Was das Herz begehrt) sind hier einige bekannte Gesichter dabei und sie geben durch die Bank eine passende Performance ab. Eine die hier jedoch überrascht und sich dabei auch nicht hinter ihren zum Teil deutlich älteren Kollegen verstecken muss, ist Saxon Sharbino (I Spit on Your Grave) – wobei ich hier aus Gründen der Spoilerfreiheit nicht auf nähere Details eingehen möchte.

Insgesamt ist „Trust Me“ ein Film, der wie sein Protagonist durch die Bank sympathisch, aber auch hier und da überfordert wirkt. Clark Gregg inszeniert sich hier in seiner Paraderolle und die Geschichte scheint wie aus dem Leben gegriffen.

Alles in allem bekommt der Film „Trust Me“ 7/10 seinem Agenten vertrauende Empfehlungspunkte.


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