X-Men 2 – X2 (Filmkritik)

Mutanten. Seit dem Bekanntwerden ihrer Existenz hat man sie mit Furcht, Misstrauen und oft auch Hass betrachtet. Überall auf der Erde gibt es hitzige Debatten. Sind Mutanten das nächste Glied in der Kette der Evolution oder nur eine neue Spezies der Menschheit, die um ihr Recht auf Leben in dieser Welt kämpft? Wie dem auch sei, es ist eine historische Tatsache, dass sich die Menschheit noch nie dadurch ausgezeichnet hat, ihre Welt mit anderen zu teilen.

Nachdem ein Mutant den Präsidenten angegriffen hat, beauftragt dieser William Stryker (Brian Cox) damit, das Mutantenproblem zu lösen. Stryker hat unglücklicherweise Zugang zu Eric Lensherr (Ian McKellen) der ihm, zugegeben nicht ganz freiwillig, alles über Professor Xaviers (Patrick Stewart) Schule für Begabte erzählt hat. Mit diesem Wissen plant Stryker nicht nur die Anzahl der Lehrer/Schüler deutlich zu reduzieren, sondern trachtet ausnahmslos allen Mutanten nach dem Leben.

X-Men 2 X2 Film Cast

Nach dem Erfolg des ersten X-Men Abenteuers, machte man sich schon bald daran an einer Fortsetzung zu arbeiten. Im Wesentlichen scheint man hier das Erfolgsrezept wiederholen zu wollen, um es gleichzeitig noch ein wenig besser zu machen. Während Bryan Singer (Superman Returns) wiederholt Regie führte und auch am Drehbuch beteilig war, hat man es geschafft, in vielen Bereichen noch eins drauf zu setzten.

Mit einem deutlich erhöhten Budget von 110 Millionen Dollar war es dann auch möglich, eine noch packendere Geschichte mit einer Laufzeit von immerhin 134 Minuten zu erzählen. Da viele Charaktere hier bereits bekannt waren hat man die Gelegenheit genutzt, um noch ein paar weitere einzuführen. Auch bei den Spezialeffekten ging man noch einen Schritt weiter, was aber nicht immer funktioniert hat – mehr dazu aber später.

Der Film beginnt mit einem Knall. Der Angriff auf den Präsidenten durch einen Mutanten, der wie es sich später herausstellt Nightcrawler (Alan Cumming) heißt, ist eine der besten des Franchises, vor allem wenn man bedenkt, dass „X2“ bereits 2003 erschienen ist. Der Präsident erlaubt Stryker (Brian Cox) sich des Mutanten-Problems anzunehmen.

Der wiederum entführt nicht nur Professor Xavier (Patrick Stewart), sondern greift auch dessen Schule an (zum Glück wurde Wolverine als Babysitter verpflichtet) und plant letztendlich nichts weniger, als das Ende aller Mutanten. Zwischendurch steht es sogar so schlecht um die Zukunft der Mutanten, dass sich Magneto/Eric Lensherr (Ian McKellen) den X-Men anschließt, um der Bedrohung Herr zu werden.

Ja dank seines Wissens über Mutanten, seiner eigenen Spezialeinheit und einem perfekt ausgeklügelten (und nicht weniger fiesen) Plan, ist William Stryker die ultimative Bedrohung sowohl der X-Men als auch der restlichen Mutanten. Brian Cox (R.E.D.) spielt in dieser Rolle sogar Ian McKellen als Magneto an die Wand, auch wenn dieser sich an dieser Stelle zugegeben etwas zurück hält.

Bei den Neuzugängen machen Aaron Stanford (Nikita) als Pyro, Alan Cumming (Burlesque) als Nightcrawler und Kelly Hu (Warehouse 13) als Lady Deathstrike eine tolle Figur, wobei man die letzten beiden aus unterschiedlichen Gründen hier zum Einzigen mal gesehen hat. Bei den bereits bekannten Charakteren sind es vor allem Hugh Jackman (Prisoners) als Wolverine und Rebecca Romijn (The Punisher) als Mystique, die hier glänzen können.

Wolverine kann hier gleich bei mehreren Gelegenheiten zeigen, aus welchem Holz er geschnitzt ist (bzw. aus welchem Metall seine Krallen sind), etwa wenn er sich zwischen Strykers Spezialeinheit und ein paar Schüler stellt, um bei der Gelegenheit auch ein bisschen aufzuräumen. Wolverine ist generell sehr gut in der Beschützerrolle und hier am Besten.

Mystique ist, trotz einiger cooler Actionszenen, in „X-Men“ eher unscheinbar, vermutlich weil man Rebecca Romijn das Schauspielen in der Form nicht zugemutet hat. In „X2“ hat sie dann mehr Gelegenheit dazu und die Art wie sie sich bewegt ist schnell, elegant und irgendwie einzigartig und die Art wie Romijn die „Leck-mich-am-Allerwertesten-Einstellung“ ihrer Rolle vermittelt, ist einfach großartig.

Klingt doch nach einem perfektem Film, oder? Nun ja, fast! Nicht zuletzt dank der Laufzeit von über zwei Stunden hat der Film leider einige Stellen, die etwas langatmig wirken. Die Spezialeffekte wirken auch nach über zehn Jahren durch die Bank noch astrein, dennoch gibt es vereinzelte Szenen, in denen sie (nennen wir es mal so) etwas angestaubt wirken.

Alles in allem ist „X-Men 2“ mit das Beste, was das X-Men Franchise zu bieten hat. Die Geschichte ist erste Sahne und wer emotional nicht voll dabei ist, hat vermutlich einen anderen Film gesehen. Trotz kleinerer Kritikpunkte ist das zweite Abenteuer der X-Men eine deutliche Steigerung gegenüber Teil eins. Das einzig traurige an dieser Stelle ist die Fortsetzung, die wiederum drei Jahre später folgen sollte.

Der Film „X-Men 2“ bekommt 8,5/10 friedlich zusammenlebende Empfehlungspunkte.

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