Burlesque (Filmkritik)

Ali (Christina Aguilera) hat genug von ihrem Dasein als Kellnerin in einem kleinem Vorortkaff. Um sich ihren Traum von einer Karriere als Sängerin erfüllen zu können, zieht sie hinaus in die weite Welt, genauer gesagt nach Los Angeles. Nach den üblichen Startschwierigkeiten erhält sie schließlich eine Chance in einem der angesagtesten Nachtclubs der Stadt namens Burlesque zu arbeiten. Schnell etabliert sie sich zum neuen Star des Clubs, sehr zum Missfallen der ehemals wichtigsten Tänzerin Nikki (Kristen Bell) und begeistert damit nicht nur ihre Chefin Tess (Cher), sondern auch das gesamte Publikum.

Burlesque

Wenn man eine bekannte Sängerin vor eine Kamera stellt, heißt das meistens nichts Gutes. Das musste bereits 2002 Britney Spears feststellen, deren Film „Crossroads – Not a Girl“ nach allen Regeln der Kunst floppte und der angeblich (ich muss zugeben ich habe ihn erst gar nicht gesehen) so schlecht war, dass es nicht mal mehr für Kritik sondern nur mehr für schallendes Gelächter von Seiten der Zuschauer reichte.

Nun durchlebt Christina Aguilera im Moment nicht gerade ihre beste Zeit. Die Monate als sie die Charts dominiert hat, sind schon eine Weile her und auch privat scheint der Blondschopf mit der souligen Stimme schon bessere Zeiten gehabt zu haben. Ob da die Idee in einem Film mitzuspielen eine so gute war? Nun ja, die Frage klar zu beantworten ist schwierig, ich aber würde sagen, sie hat sich in diesem konkreten Fall keinen Gefallen getan.

Einmal abgesehen davon, dass Burlesque kein Film ist, den ich mir normalerweise anschauen würde, habe ich ihm eine Chance gegeben, weil ich Christina Aquilera stimmlich schon immer toll fand. In Verbindung damit hat die gewagte Location und die damit verbundenen Aussichten mein Interesse geweckt. Gesehen habe ich einen Film der mir, abgesehen von ein paar gesanglichen Highlights, knapp zwei Stunden meines Lebens gestohlen hat.

Die Handlung, sofern man in diesem Zusammenhang überhaupt davon sprechen kann, ist abgedroschen und bis zum Ende ausgelutscht. So droht der namensgebende Nachtclub verkauft zu werden, Ali wird von einer rivalisierenden Tänzerin sabotiert und zu guter Letzt gibt es noch die obligatorische Liebesgeschichte, die ja auch nicht fehlen darf.

Meiner Meinung nach gehört Christina Aguilera nicht vor die Kamera, sondern hinter ein Mikrofon. Zwar kann sie zum Teil ihr mangelndes Talent durch ein Portion Enthusiasmus ausgleichen, dennoch merkt man beinahe jede Minute, dass die Leinwand nicht ihr Zuhause ist.

Ihrer Rolle ist zudem herrlich naiv angelegt und so macht es schon bis zu einem gewissen Grad Spaß ihr zuzuschauen (man muss sich als Frau schon eine Hose anziehen, wenn man merkt, dass der noch anwesende Mann doch nicht schwul ist!!!). So richtig glänzen kann sie schließlich in den Stellen des Films, an denen sie endlich singen darf (und es dauert eine knappe Dreiviertelstunde bis es endlich soweit ist).

Dem restlichen Cast ist anzumerken dass es, abgesehen von der Musik, hier um nicht wirklich viel geht. Cher und Co wirken etwas unterfordert und spulen ein Standardprogramm herunter, wobei man zumindestens das Gefühl hat, sie hätten Spaß dabei gehabt. Das einzige herausstechende Highlight des Films ist der Soundtrack und der ist wirklich gut geworden. Dass die dabei auftretenden Künstlerinnen sogar noch weniger anhaben wie Christina Aguilera in ihrer Dirty-Zeit muss den (männlichen) Zuschauer dabei ja nicht weiter stören.

Nichts desto trotz bekommt Burlesque von mir nur 5/10 Empfehlungspunkte (die meisten für „Optik“ und Gesang).


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