Superman Returns (Filmkritik)

Fünf Jahre glänzte Superman (Brandon Routh) durch seine Abwesenheit. Der erforschte in dieser Zeit die Überreste seines verwüsteten Heimatplaneten Krypton und musste feststellen, dass dieser zerstört und er der vermutlich einzige Überlebende seiner Rasse ist. Wieder zurück auf der Erde stellt Superman fest, dass sich die Welt während seiner Abwesenheit weitergedreht hat – selbst seine große Flamme Lois Lane (Kate Bosworth) ist inzwischen in einer Beziehung (auch wenn das Thema Heirat für sie tabu ist) und hat einen Sohn. Doch für die Selbstfindung bleibt nur wenig Zeit, denn Supermans Erzfeind Lex Luthor (Kevin Spacy) hat einen Plan, der nicht nur zur Folge hätte die Vereinigten Staaten unter Wasser zu setzen, sondern auch den Mann aus Stahl ein für alle Mal zu vernichten.

Superman Returns Film Brandon Routh

In den 1930er Jahren erschufen die beiden Amerikaner Jerry Siegel und Joe Shuster eine der bekanntesten Comic-Figuren: Clark Kent, auch bekannt als Superman. Neben Batman ist die vom Planeten Krypton stammende Figur eine der beliebtesten im DC-Universum und seine Abenteuer waren neben diversen Comicabenteuern auch bereits einige Mal der Inhalt von Filmen und Fernsehserien.

Das erste Mal auf die Kinoleinwand schaffte es Superman bereits im Jahre 1978 und war damit zu einer Zeit dort zu sehen, bevor es modern war die Abenteuer von Comic-Helden zu verfilmen (wenn man bedenkt, dass der eigentliche Hype mehr als 20 Jahre später mit Filmen wie X-Men begann). Der Mann aus Stahl wurde seinerzeit von Christopher Reeve übernommen, der die Rolle zwischen 1978 und 1987 immerhin viermal verkörperte.

Leider erfolgte 1995 Reeves großer Absturz (dieses Mal waren weder Alkohol noch Drogen im Spiel sondern der Flug vom Pferd), der es ihm unmöglich machte die Rolle ein weiteres Mal zu übernehmen. Er blieb aber dem Franchise treu und war später in der Serie „Smallville“ in einer kleinen Rolle zu sehen. Über die Jahre gab es einige Ideen für eine Fortsetzung, unter anderem ein Film mit dem Arbeitstitel „Superman Lives“ von Regisseur Tim Burton mit Nicolas Cage (Ghost Rider) in der Hauptrolle, aber es sollte bis zum Jahre 2006 dauern, bis der Mann mit Cape wieder über den Filmschirm fliegen sollte. Aber lange genug herumgeredet, jetzt geht es um den eigentlichen Film.

Regie führte bei dieser Version niemand geringerer als Bryan Singer (Operation Walküre). Der hatte in den Jahren zuvor die Abenteuer der X-Men zweimal ansprechend und vor allem finanziell erfolgreich inszeniert und ersetzte den ursprünglich für diesen Posten vorgesehenen McG (Das gibt Ärger), der das Projekt aus kreativen Differenzen verlies. Singer bekam zur Umsetzung seiner Vision das Budget von sage und schreibe 209 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt und das Ergebnis kann sich zumindest sehen lassen.

Singer hatte bei den X-Men gezeigt, dass er seine Protagonisten gerne auf eine Weise inszeniert, die man am ehesten als langsam, dafür aber bildgewaltig beschreiben könnte. Die Charaktermomente kommen nie zu kurz, ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen Brett Ratner, der das dritten Abenteuer der X-Men (Der letzte Widerstand) als Actiondauerfeuerwerk in Szene setzte. Singer bleibt sich auch bei „Superman Returns“ bis zum Schluss treu und versucht sich dabei auf seine eigene Weise noch zu steigern. Das funktioniert teilweise recht gut, hinterlässt aber auch andererseits hier und da einen etwas bitteren Nachgeschmack.

Nie hat der Mann aus Stahl, selbst nach heutigem Maßstab, besser ausgesehen. Egal ob er nun ein Flugzeug fängt, ein Schiff aus dem Wasser zieht oder sogar eine ganze Insel aus dem Wasser hebt, das sieht alles erstklassig aus und wurde mit viel Liebe zum Detail (etwa wenn er abseits der Action seine Fähigkeiten zeigen darf) in Szene gesetzt. Hier weiß man wohin ein großer Teil des Budgets geflossen ist und daher wurde der Film zurecht 2007 im Bereich der visuellen Effekte für den Oscar nominiert (verlor aber leider gegen „Fluch der Karibik 2“).

Ein weiterer Punkt auf der Habenseite (vor allem für Fans, die die alten Filme kennen und mögen) sind die vielen kleinen Anspielungen auf die vorangegangenen Abenteuer wie z.B. Supermans Meinung zum Fliegen (Zitat: Well, I hope this experience hasn’t put any of you off flying. Statistically speaking, it’s still the safest way to travel!) oder Luthers Gier nach Land. Etwas dass dem Film dagegen regelrecht zu schaffen macht, ist der sogenannte Soundtrack.

Zwar haben Filme wie „Star Wars: Episode 1“ gezeigt, dass Chorgesang in einem Film durchaus seine Berechtigung haben kann – hier macht er aber leider mehr Stimmung kaputt als er aufbaut. Auf etwa der selben Ebene befindet sich dann Luthors Plan, der zwar bedrohlich sein soll (immerhin geht es um die Zukunft der Vereinigten Staaten von Amerika) aber nie so wirkt, nicht zuletzt deswegen, weil seine von ihm angedrohte fortschrittliche Alien-Waffentechnologie nie zum Einsatz kommt (wohl auch aus Budgetgründen).

Von Seiten der Schauspieler hat man ein ausgezeichnetes Händchen bewiesen, wobei ich es schade finde, dass die Beteiligten nach diesem Film nur mehr relativ selten zu sehen waren. Brandon Routh (Dylan Dog) passt erstklassig in seine Rolle. Er vermittelt einerseits die Souveränität von Superman und andererseits die liebenswürdige Tollpatschigkeit eines Clark Kent. Kate Bosworth (The Warriors Way) als Lois Lane glaubt man zu jedem Zeitpunkt ihre innere Zerrissen- und Vernarrtheit wenn es um Superman geht – ein Element des Films, das in erster Linie davon lebt, dass die Chemie zwischen den beiden Schauspielern funktioniert.

Mit Kevin Spacey (Kill the Boss) als Lex Luthor hat man auch eine relativ bekanntes Gesicht engagiert. Meiner Meinung nach ist der zweifache Oscarpreisträger auch der Grund, sich den Film im englischen Original anzusehen. Zwar macht seine deutsche Synchronstimme seine Sache nicht schlecht, dennoch wirkt sie immer irgendwie gelangweilt. Spacey selbst verleiht seiner Rolle das gewisse Etwas, das vermutlich irgendwo zwischen gewitzt und leicht verrückt/psychopatisch angelegt ist.

Nachdem dieser Film die in ihn gesetzten (finanziellen) Erwartungen nicht erfüllen konnte, wurde die Idee eines „Superman Returns 2“ zwischenzeitlich verworfen. Doch die Geschichte rund um den Mann aus Stahl muss weiter gehen und aus diesem Grund wirft der „Man of Steel“ unter der Regie von Zack Synder (Sucker Punch) bereits einen großen Schatten.

Der Film „Superman Returns“ bekommt von mir 7,5/10 eigentlich eine Fortsetzung verdienende Empfehlungspunkte.


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