Kill the Boss – Horrible Bosses (Filmkritik)

Die Freunde Nick Hendricks (Jason Bateman), Dale Arbus (Charlie Day) und Kurt Buckman (Jason Sudeikis) haben vor allem eines gemeinsam: sie leiden unter ihren Chefs, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Nick ist den Machtspielchen seines psychopatischen Chefs ausgesetzt, Zahnarzthelfer Dale wird von seiner Chefin permanent sexuell belästigt und Kurt muss mit ansehen, wie der Sohn seines Chefs dessen Firma auf Grund seines Alkoholkonsums und seiner Sex-Eskapaden ruiniert. Eines Abends stellen die drei fest, dass ihr Leben ohne ihre Bosse viel einfacher wäre und beschließen schließlich, sie zu töten.

Kill-the-Boss

Bei diesem Film steht Regisseur Seth Gordon hinter der Kamera, der an dieser Stelle auch gleich sein Debut abliefert, was Filme betrifft. Aber Gordon ist kein Neuling, und konnte bereits in diversen Serien Erfahrung sammeln, was ihm hier auch zu gute kommt. Alles in allem hat er es geschafft,nicht nur eine technisch tadellose Arbeit abzuliefern, sondern auch seine Stars erstklassig in Szene zu setzen. Eines sei vorab gesagt, Kill the Boss macht wirklich Spaß.

Die Kombination aus irr überzeichneten Charakteren (besonders auf Seiten der „Bosse“), einer wahnwitzigen Situationskomik und der wahrscheinlich umfangreichsten Sammlung an Schimpfwörtern, funktioniert überraschend gut. Erfreulich dass man sich hier, auch auf Grund der Tatsache, dass der Film gerade wegen dem letzten Punkt hierzulande eine Freigabe ab 16 erhält und das Publikum dementsprechend kleiner sein dürfte, dass man sich kein Blatt vor dem Mund nimmt.

Die eigentliche Geschichte fällt überraschenderweise fast etwas handzahm aus. Zwar schleichen die drei Freunde in Nacht und Nebel Aktionen in fremden Wohnungen herum und schmieden diverse Pläne, aber im Endeffekt kommt dann doch alles ganz anderes, als man vielleicht denkt. Das wiederum ist ein klarer Pluspunkt für die Cineasten, die glauben schon alles gesehen zu haben – die eine oder andere Überraschung ist somit garantiert.

Zwar sind die bekannteren Stars in diesem Film auf der Seite der Antagonisten angesiedelt und füllen zu allem Überfluss auch noch alle Klischees aus, dennoch macht es Spaß ihnen bei der „Arbeit“ zuzusehen. Kevin Spacey (The Men Who Stare at Goats) als arroganter, manipulativer Mistkerl hat beim Spielen seiner Rolle auf jeden Fall seinen Spaß gehabt. Er scheint regelrecht in seinem Anzug aufzugehen und geht zur Not auch über Leichen um das zu bekommen, was er haben will.

Colin Farrell (London Boulevard) hat mit der Darstellung von Bobby Pellitt bewiesen, dass er zumindestens nicht eitel ist. Der wirkt nicht nur dümmlich, sondern auch noch so schmierig hässlich wie es die Umstände nur erlauben. Jennifer Aniston (Meine erfundene Frau) ist ja schon beinahe im Bereich der Komödien zu Hause – eine Nymphomanin war jedoch noch nie eine ihrer Rollen (bis jetzt). Lustigerweise wurde sie von Seth Gordon engagiert, der sie unbedingt für die Rolle der Dr. Julia Harris haben wollte. Wenn sie dann noch wenig bekleidet versucht Dale um den Finger zu wickeln ist zwar wenig zu sehen, es regt aber die Fantasie des männlichen Zuschauers an.

Aber auch die Angestellten scheinen sämtliche Klischees zu erfüllen. Da hätten wir Nick Hendricks (Jason Bateman – „Paul“) der sich als Bürohengst beinahe alles gefallen lässt, Dale Arbus (Charlie Day) als den eher zurückhaltenden Typ und Kurt Buckman (Jason Sudeikis – „Hall Pass“) der es einfach nur liebt in „seiner“ Firma zu arbeiten. Lustiges Detail am Rande dass genau Kurt, der optisch nicht gerade aus dem Trio heraussticht, es schafft mit simplen Anmachsprüchen diverse Frauen um den Finger zu wickeln (wie unrealistisch).

Eine besondere Erwähnung verdient an dieser Stelle die deutsche Synchronisation, die erstklassig geworden ist und den Spaß den der Film auch machen soll, mühelos transportiert. Alles in allem ist Kill the Boss ein toller Film und eine klare Empfehlung für die Freunde von schmutzigen Komödien.

Der Film bekommt von mir 8/10 Empfehlungspunkte.


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