Paul – Ein Alien auf der Flucht (Filmkritik)

Eigentlich wollten die beiden Comic- und Science Fiction-Fans Graeme (Simon Pegg) und Clive (Nick Frost) sich einen Lebenstraum erfüllen und quer durch Amerika reisen, um sich die Comic Con und diverse UFO-Schauplätze anzusehen. Zu ihrer Überraschung treffen sie dann wirklich einen Außerirdischen namens Paul, was zu Problemen mit Geheimdiensten und Einheimischen führt.

Paul Alien Film

Mit „Superbad“ und „Adventureland“ hat Regisseur Greg Mottola Filme gemacht, die vor allem sehr unterhaltsam sind, aber auch eine sehr individuelle Note haben. Diese Note hat er auch diesem Film wieder verpasst, der aber auch einen britischen Einschlag hat. Zu verdanken ist das dann in erster Linie den beiden Hauptdarstellern Simon Pegg und Nick Frost, die hier nicht nur als dynamisches Duo ihren Einstand vor der Kamera beim amerikanischen Film feiern, sondern auch für das Drehbuch verantwortlich waren.

2004 haben die beiden mit der Komödie „Shaun of the Dead“ das Genre der Zombiefilme parodiert und 2007 waren es mit „Hot Fuzz“ schließlich die Polizeifilme. Die beiden Filme waren großartig und dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den kleinen, grünen Außerirdischen – die „Paul“ leider nicht gänzlich erfüllen konnte. Allgemein erschwerend kommt noch dazu, dass die „nerdigen“ Filme es ohnehin immer ein wenig schwerer beim Zuschauer haben.

Auch wenn hier in erster Linie Alien-Filme parodiert werden, schafft es der Film seine Geschichte so zu erzählen, dass man keinerlei Schwierigkeiten hat ihr zu folgen. Man verzichtet auf subtile Anspielungen die ohnehin ein Großteil der Zuschauer vermutlich nicht verstehen würde, weil ihnen der Zusammenhang fehlt. Der Humor schießt wie gewohnt aus allen Richtungen, zielt aber diesmal stellenweise ziemlich tief – etwa wenn die Protagonisten zum wiederholten Male beteuern nicht schwul zu sein. Hier hat man meiner Meinung nach zu sehr versucht dem amerikanischen Publikum zu gefallen.

In ihren bisherigen Filmen standen Pegg und Frost meist im Mittelpunkt und sorgten für den unvergleichlichen Humor und eine hohe Gagdichte. In „Paul“ passen sie zwar toll in ihre Rollen als Comic- und Science Fiction-Fans, wirken dadurch aber auch ein wenig zu blass und gehen stellenweise ein Stück weit unter. Dafür bleibt neben dem titelspendenden Hauptdarsteller auch noch genug Platz für viele schräge Nebencharaktere – und da hätten wir alles vom bibelfesten Hinterwäldler bis zum unterbelichtet wirkenden Polizeibeamten.

Paul (der seinen Namen übrigens bekam, weil er auf einem gleichnamigen Hund abgestürzt ist) wirkt am ehesten wie ein pubertierender Jugendlicher, der flucht, raucht und gerne mal einen über den Durst trinkt. Als Titelfigur dreht sich ab dem Zeitpunkt seine Auftauchens der Film Großteils um ihn und das ist insofern nicht gerade vorteilhaft, da seine Gags teilweise Startschwierigkeiten haben. Gut gelungen ist auf jeden Fall Pauls Optik, die nicht so wirkt als käme sie von der Stange und auch kleine Anspielungen für zwischendurch kommen sehr unterhaltsam daher (hier sei nicht zu viel verraten).

Der kleine grüne Außerirdische bekommt von mir 7,5/10 Empfehlungspunkte.


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