Ghost Rider (Filmkritik)

Vor 150 Jahren sandte Mephistopheles (Peter Fonda) einen Ghost Rider aus um einen Vertrag einzulösen, der ihm 1000 verdammte Seelen aus dem Dorf San Venganza einbringen sollte. Der Rider erkannte jedoch die Macht des Vertrages und weigerte sich, ihn an den Teufel auszuhändigen.

Um seinen Vater vor dem Tod zu retten geht der damals 17-jährige Stuntfahrer Johnny Blaze (Nicolas Cage) einen Pakt mit dem Teufel ein. Einige Jahre später macht der aus Blaze den neuen Ghost Rider um Blackheart (Wes Bentley) – seinerseits der Sohn des Teufels – und drei gefallene Engel aufzuhalten die hinter dem Vertrag her sind.

Ghost-Rider

Nach dem Erfolg diverser Comic-Verfilmungen beschloss man 2007 die Geschichte eines eher unbekannteren Helden aus dem Marvel-Universum zu verfilmen. Obwohl der Typ so heiß ist, dass sein Motorrad Feuer fängt, wurde der Film von den Kritikern regelrecht vernichtet und auch das Einspielergebnis blieb hinter den allgemeinen Erwartungen zurück.

Regisseur an dieser Stelle war Mark Steven Johnsen, der ein paar Jahre zuvor schon mit „Daredevil“ einen Vertreter aus dem Hause Marvel ins Kino brachte. Rein technisch gibt es an seiner Arbeit auch nicht wirklich viel auszusetzen und die Längen des Films, gerade am Anfang, dürften wohl eher auf das Konto der Drehbuchautoren gehen.

Der Film nimmt sich sehr viel Zeit seinen Protagonisten einzuführen. Dadurch lässt sich für den Zuschauer das Dilemma in dem sich Blaze befindet gut erahnen, allerdings stellt sich die Frage, ob es nicht möglich gewesen wäre hier und da ein wenig zu kürzen. Das Warten macht sich für Actionfans jedoch ab dem Moment bezahlt, als der Protagonist das erste Mal Feuer fängt.

Während seine Superhelden-Kollegen eher diskret arbeiten, dreht der Ghost Rider gerne voll auf. Denn wenn der unterwegs ist werden ganze Straßenzüge und Häusermansarden in einem feurigen Inferno möglichst spektakulär verwüstet. Dass der Rider ein Geschöpf der Nacht ist macht sich auch bei der Optik sehr bemerkbar. Hier herrschen die zum Grundthema passenden dunklen Farben, was im Zusammenhang mit den Feuereffekten bestens funktioniert.

Nicolas Cage (Trespass) ist nicht nur einer der eifrigsten, sondern auch einer der wandlungsfähigsten Schauspieler in Hollywood. In seiner Rolle als Blaze ist er zu Beginn ein fast normaler Typ mit einem fast normalen Job der durch seine erste Begegnung mit dem Fürsten der Finsternis ziemlich mitgenommen wurde. Als Rider schafft er es durch seine (vermutlich) absichtlich übertriebene Darstellung, seiner Rolle eine unglaubliche Coolness zu verleihen.

Peter Fonda als das personifizierte Böse wirkt genauso wie man es sich vermutlich vorstellt und zwar verschlagen, gerissen, hinterlistig und böse. Auch Wes Bentley funktioniert in seiner Rolle als Blackheart ausgezeichnet, auch wenn ihm ein wenig die nötige Ausstrahlung zu fehlen scheint um als Bösewicht gut zu funktionieren. Eva Mendes (The Bad Lieutenant) als Blickfang für die männlichen Zuschauer und möglicher Love-Interrest kommt leider zu kurz und geht im Getümmel vollständig unter.

Eine eigene Erwähnung, nicht zuletzt auf Grund der unglaublichen Coolness verbunden mit der perfekt zu seiner Rolle passenden Ausstrahlung, verdient Sam Elliott der es schafft Eindruck zu hinterlassen, obwohl er nur relativ kurz zu sehen ist.

Über Gründe, warum der Film nicht der erhoffte Erfolg war, lassen sich nur Vermutungen anstellen. Zwar kann es sein, dass kaum jemand einen aus der Hölle entstiegenen Biker zusehen will, wie er es mit dem Sohn des Teufels aufnimmt, dennoch hat die Geschichte genug Action um letzen Endes doch gut zu gefallen.

Der Film bekommt von mir 7,5/10 höllisch gute Empfehlungspunkte.


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