The Bad Lieutenant: Cop ohne Gewissen – The Bad Lieutenant: Port of Call – New Orleans (Filmkritik)

Bei der Rettung eines Gefangenen, der nach den Auswirkungen von Hurrikan Katrina in seiner Zelle zu ertrinken droht, verletzt sich der Polizist Terence McDonagh (Nicolas Cage) schwer am Rücken. Fortan muss er ständig Schmerzmittel schlucken, zusätzlich nehmen er und seine als Edelprostituierte arbeitende Freundin Frankie (Eva Mendes) ständig Drogen und tricksen dafür auch öfters ihre Kunden aus. Langsam aber sicher verstrickt sich Terence mit seiner Drogen- und Wettsucht immer weiter in ein Netz von Korruption, das ihn wohl schon sehr bald zum Verhängnis werden wird. Als der Gangsterboss Big Fate (Xzibit) in einen mehrfachen Mord verstrickt zu sein scheint, wittert Terence seine Chance auf das grosse Geld.

Er und Big Fate arbeiten von nun an zusammen, so wird der Gangster immer über alle Polizeiaktivitäten auf dem Laufenden gehalten und dafür lässt er dann eine ganz schöne Menge Geld in die Taschen des korrupten Poizisten wandern. Big Fates Verhaftung wäre natürlich auch für Terence der Untergang, doch der Cop hat trotz seines ihm immer verrücktere Streiche spielenden Verstandes auch hier noch ein As im Ärmel.

Bad-Lieutenant-Port-of-Call-New-Orleans

1992 drehte Regisseur Abel Ferrara den Film „Bad Lieutenant“, der unter Fans längst Kultstatus erreicht hat. Damals konnte man einen gross aufspielenden Harvey Keitel und dessen Weg in den sicheren Abgrund beobachten.

2009 wagte sich der erfahrene, deutsche Regisseur Werner Herzog an ein Remake bzw. einen zweiten Teil, hier gehen die Meinungen der Fans stark auseinander. Da ich das Original nie gesehen habe, geht meine Kritik nur von dem aktuellen Film aus und befasst sich nicht mit dem älteren Produkt.

Aufgefallen sind mir bei diesem Film sofort zwei Dinge. Erstens: Nicolas Cage ist zurück. Nach einer Reihe von mittelmäßigen schauspielerischen Leistungen in oft auch schwächeren Filmen, zeigt er hier wieder mal was er kann. Zweitens: Hier kommt überhaupt keine Spannung auf, was sowohl an der Regie als auch an den wenig sympathischen Charakterzeichnugen der Protagonisten liegt.

Ich hab keine Ahnung was Werner Herzog mit diesem Film erreichen wollte, aber mehr als einen routinierten Copthriller mit ein paar irren Ideen hat er meiner Meinung nach nicht abgeliefert. An der Machart ist nichts auszusetzen, hier findet man gute Kameraarbeit, unaufdringliche Musik, eine spannend klingende Geschichte und gute Schauspieler.
Der Funke will aber irgendwie nicht wirklich überspringen, mit fast zwei Stunden ist der Film auch eindeutig eine halbe Stunde zu lange geraten.

Die Handlung plätschert einfach nur so vor sich hin und für die Charaktere empfindet man auf Grund der nur oberflächlich gezeigten Gefühle auch nur wenig Mitgefühl.
Wäre man ständig high wie Terence in diesem Film, dann hätte man hier wohl auch mehr Spass bei der Sache.

Wirklich nett fand ich aber einige Einstellungen aus der Sicht von Nicolas Cage, der dauernd high wie er eben ist z.b. zwei Leguane auf einem Tisch sitzen sieht, die er nicht mehr los wird oder die Seele eines gerade erschossenen Gangsters tanzen sieht.

Dass der Film mich nicht wirklich überzeugt hat liegt aber nicht wirklich an Mister Cage, dessen Spiel und vor allem dessen Mimik zwar gegen Ende des Filmes zur Karikatur verkommen, doch dies schreibe ich der stärker werdenden Drogensucht des Charakters zu, ein wohl vom Regisseur gewolltes Element des Filmes.

Dass in diesem Film die Hauptperson zuerst auf den sicheren Abgrund zusteuert und alles bergab zu gehen scheint, dann gegen Ende des Filmes auf einmal alles wieder in Ordnung zu sein scheint, finde ich übrigens auch etwas unglaubwürdig und das alles klingt doch allzu sehr nach Hollywoodende, was ja eigentlich nicht zum Rest des Filmes passen würde, da ja hier schon versucht wurde, den Weg weg vom Mainstream zu gehen.

Bei den restlichen Darstellern sieht man einige bekannte Gesichter, doch auch sie können den Film nicht über das Mittelmaß hinausheben. Eva Mendes ist eigentlich nur da um gut auszusehen, das macht sie aber dafür sehr gut. Val Kilmer darf wieder mal in einem Kinofilm mitspielen, auch wenn er hier echt wenig zut tun hat und eher eine dämliche Figur spielt. Rapper Xzibit spielt einen charismatischen Gangster, Horrorfilmlegende Brad Dourif einen listigen Wettpaten und Shea Whigham einen verwöhnten, reichen Freier.

Insgesamt also ein gekonnt gemachter Copfilm, mit guten Darstellern (einer One Man Nicolas Cage Show um genau zu sein), dafür aber mit nur wenig Überraschungen und einer langatmigen Erzählweise. Schade eigentlich, war irgendwie nicht irre genug die ganze Geschichte und am Ende nicht wirklich konsequent im Handlungsverlauf.

The Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen bekommt von mir 6/10 high das Gesetz überdehnende Empfehlungspunkte.


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