Operation Walküre – Valkyrie (Filmkritik)

Am 20. Juli 1944 wagt eine Widerstandsgruppe um Graf Staufenberg (Tom Cruise) den Versuch Hitler zu töten und mit „Operation Walküre“, einem Plan der eigentlich ausgearbeitet wurde um innere Unruhen niederzuschlagen, die NS-Führung zu stürzen. Die Umstände zwangen Staufenberg zu der riskanten Entscheidung das Attentat auf den Führer selbst durchzuführen. Dabei zeigt der Film die damaligen Begebenheiten und das wahrscheinlich spannendste Kapitel des deutschen Widerstandes.

Operation-Walküre

Der Zuschauer, vor allem der amerikanische, liebt strahlende Helden. In diesem Fall schien es nicht so zu sein was wahrscheinlich daran liegt der das Protagonist ein Deutscher in Wehrmachtsuniform ist. Dass dieser dann von einem Amerikaner gespielt wird birgt eine gewisse Ironie in sich und sorgt für gemischte Gefühle. Vermutlich hat auch die Tatsache, dass jeder der in Geschichte aufgepasst hat das Ende kennt – und bekanntlich hat der Film ja kein Happy End – nicht zum finanziellen Erfolg beigetragen.

Zwar war der Film bei 90 Millionen Dollar Produktionskosten und einem Einspielergebnis von 200 Millionen Dollar kein klassisches finanzielles Desaster, erfolgreiche Filme sehen aber auch anders aus. Zu meinem Leidwesen konnte ich mir den Film erst jetzt nach dem er auf DVD erschienen war ansehen, da er in Österreich erst lange Zeit verschoben wurde um dann nach kurzer Zeit sang und klanglos aus den Kinos zu verschwinden.

Während des Films entsteht schon nach kurzer Zeit und fast ohne Action Spannung. Durch den ruhigen Schnitt, der eindeutig die Handschrift von Regisseur Bryan Singer trägt, erhält man in Verbindung mit einem tolle Drehbuch beinahe die Stimmung eines Klassikers. Optisch passend wurde der Film mit analogen Kameras gedreht, wobei der leicht blasse Grundton perfekt passt. Bemerkenswert ist zudem dass versucht wurde die Nationalsozialisten soweit als möglich von ihrer menschlichen Seite zu zeigen – wobei vorranging die Geschichte des Widerstandes erzählt wird.

An Schauspielern hat der Film neben Tom Cruise einiges an internationalen Darstellern zu bieten wobei einige NS-Charaktere tatsächlich von Deutschen verkörpert wurden. An dieser Stelle kommt, wenn ich über Tom Cruise schreibe meistens in etwa immer dasselbe. Man mag ihn für einen Spinner oder unsympathisch (oder beides) halten, als Schauspieler ist er einfach toll. Die Art und Weise wie er als Stauffenberg seine Prinzipien eintritt und dabei sein eigenes Wohl hinten an stellt reißen den Zuschauer mit. Wenn er in Situationen in denen er aufzufliegen droht kurz den Atem anhält ist das außerdem Gut in gemacht und erzielt mit minimalem Aufwand eine große Wirkung.

Die weiteren Schauspieler kennt man zum größten Teil auch wenn man vermutlich ihre Namen nicht kennt. Da wäre zum Beispiel Billy Night (Hot Fuzz), Tom Wilkinson (RocknRolla), Thomas Kretschmann (Wanted), Terence Stamp (Der Ja-Sager) und man könnte die Liste noch ein gutes Stück weiter führen. Alle spielen ihre Rollen sehr gut wobei man bei dem durch David Bamber gespielten Hitler das Gefühl hat als würde er einen kleinen Giftzwerg aus der Hölle spielen.

Alles in allem ein toller Film und eine klare Empfehlung. Leider geht der Spannungsbogen bedingt durch das vorgegebene Ende am Schluss ein wenig nach unten, nichts desto trotz ist der Film eine der besten Geschichtsstunden zum Thema WW2.

Von mir bekommt der Film 8/10 Empfehlungspunkte.


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