The Wolf of Wall Street (Filmkritik)

Der junge, aber ehrgeizige Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) stammt aus einfachen Verhältnissen und möchte vor allem eines werden: Börsenmakler. Ausgerechnet an dem Tag, an dem er seine Lizenz bekommt, bricht der Markt zusammen (später auch als „Black Monday“ bekannt) und er verliert, wie viele seiner Kollegen auch, seinen Job. Später gründet er gemeinsam mit Donnie Azoff (Jonah Hill) und ein paar Bekannten das Unternehmen Stratton Oakmont und macht sich als „Der Wolf der Wall Street“ einen Namen. Belfort verdient eine Menge Geld, will aber immer mehr und lässt sich bald auf illegale Geschäfte ein, mit denen er seinen exzentrischen und ausschweifenden Lebensstil finanziert. Doch er muss sich hüten, denn der FBI-Agent Patrick Denham (Kyle Chandler) beginnt gegen Stratton Oakmont und Beltfort zu ermitteln.

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Sie haben es schon wieder getan. Nach dem bereits 2002 erschienenen „Gangs of New York“, ist „The Wolf of Wallstreet“ die immerhin fünfte Zusammenarbeit zwischen Regisseur-Altmeister und Oscar-Gewinner Martin Scorsese (Hugo Cabret) und dem Golden Globe Gewinner (und zwar als bester Schauspieler in der Kategorie Komödie / Musical in genau diesem Film) Leonardo DiCaprio. Dabei muss man dem Duo zugestehen, dass es sich stetig neue Herausforderungen sucht und sich weiterentwickelt.

Dieses Mal haben sie sich wieder eine Biografie ausgesucht. Anders als im 2004 erschienenen „Aviator“, der das Leben von Luftfahrtpionier Howard Hughes behandelt, ist die Geschichte von Jordan Belfort deutlich weniger ernst. Der Film basiert übrigens auf dem gleichnamigen Buch, das Belfort selbst während eines Gefängnisaufenthaltes verfasst hatte. In wie weit das Gezeigte dann tatsächlich so passiert ist, sei dahingestellt, da Belfort offenbar sehr kreativ ist, wenn es darum geht Tatsachen auszuschmücken – aber das ist auch egal.

Der Film zeigt dann in knapp drei Stunden Belforts Anfänge, seinen Aufstieg, seinen Höhenflug und zu guter Letzt seinen Fall. Dabei lebt der Film im Wesentlichen davon, Belforts exzentrischen Lebensstil zu zelebrieren. Dieser ist bestimmt von Alkohol, Drogen und Prostituierten und ist gleich einem scheinbar nie enden wollendem Höhenrausch. „The Wolf of Wall Street“ erzählt seine Geschichte dabei mit Humor und einem Augenzwinkern. Dabei verzichtet man darauf das Gezeigte zu bewerten, denn diese Aufgabe fällt wenn überhaupt dem Zuschauer zu.

Optisch lebt der Film von wahlweise schnell geschnittenen Szenen und solchen, die bewusst langsam inszeniert wurden, um sie wirken zu lassen. Mit zur Stimmung tragen auch die passenden Kulissen bei, die den Zuschauer einen kurzen Blick in die Welt der Reichen und Schönen werfen lassen und die dafür sorgen, dass die eigenen vier Wände plötzlich irgendwie deutlich kleiner wirken. Auf Seiten der Schauspieler sticht vor allem einer heraus und das ist Leonardo DiCaprio.

DiCaprio (Django Unchained) ist die Sorte Schauspieler, von dem man weiß dass er es kann, der einen aber immer wieder aufs Neue überrascht. Als Belfort durchlebt er einige Höhen und Tiefen – das einzige schlimme an seiner Performance ist die Tatsache, dass man sich als Zuschauer vorstellen kann, dass es solche Leute wirklich gibt. Für Belfort sind seine Kunden willkommene Opfer und überhaupt sei deren Geld bei ihm besser aufgehoben, denn er gebe es wenigstens für etwas Sinnvolles aus. Dabei sind seine Ansprachen legendär und lockern die Stimmung auf.

Belfort wirkt wie ein Schlitzohr, selbst wenn er dem Zuschauer eine Situation beschreibt, die sich in etwa mit „es war nicht legal, aber wir habe einen Haufen Geld verdient“ zusammenfassen lassen. Jemand der hier ebenfalls eine Menge Spaß zu haben schien ist Jonah Hill (Das ist das Ende), der hier als Belforts Partner Donnie Azoff nicht nur mit seinen Zähnen, sondern wie immer auch mit seinen flotten Sprüchen glänzt. Margot Robbie (aus der Serie „Pan Am“) besticht als Belforts zweite Ehefrau Naomi Lapaglia vor allem durch ihre optisch-, sinnlichen Reize, während Kyle Chandler (Super 8) als Agent Denham zwar relativ kurz kommt, durch seine bodenständige Art aber dennoch sympathisch wirkt.

Teilweise hat man hier das Gefühl zu wissen, warum in unserem Finanzsystem regelmäßig größere Summen fehlen und dennoch ist „The Wolf of Wall Street“ die Sorte Gute-Laune-Film, bei der man den Kinosaal mit einem Grinsen im Gesicht verlässt. Die Schauspieler, allen voran DiCaprio, sind großartig, die Inszenierung trotz einer überdurchschnittlich langen Laufzeit fesselnd und bildgewaltig.

Der Film „The Wolf of Wall Street“ bekommt von mir 9/10 das Geld Anderer ausgebende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „The Wolf of Wall Street (Filmkritik)

  1. Finde, der Film ist eine Fetzengaudi zum Anschaun. Großartige Regie, tolle Schauspieler, und ein Plot, der seinesgleichen sucht. Nichts für ruhige Abende. 🙂

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