Das ist das Ende – This is the End (Filmkritik)

Jay Baruchel besucht seit ewigen Zeiten mal wieder seinen Buddy Seth Rogen. Gemeinsam wollen sie ihre Zeit mit Computerspielen und Pott rauchen verbringen. Kurz gesagt: einfach nur fetten Spaß haben. Als Seth auf die Idee kommt, bei einer Party von James Franco vorbeischauen zu wollen, ist Jay wenig begeistert. Während der Party gehen draußen seltsame Dinge vor sich. Es scheint tatsächlich, dass das Ende der Welt gekommen ist. Gemeinsam mit einigen Freunden harren Jay, Seth und James in Francos Haus aus…

This is the End Film Cast

Schon 2007 drehten Jay Baruchel (Tropic Thunder) und Seth Rogen (50/50), die auch privat befreundet sind, gemeinsam den Kurzfilm „Jay and Seth Versus the Apocalypse“, in dem sie zwei Freunde spielen, die in einem Apartment erleben, wie vor der Haustür die Welt untergeht. Der Kurzfilm wurde in nur 2 Tagen gefilmt und diente auch als Werbung, denn Rogen wollte gemeinsam mit seinem Co-Autoren Evan Goldberg Produzenten dazu bringen, den Stoff in Spielfilmlänge zu produzieren. Ein Käufer war schnell gefunden, wegen des zwischenzeitlichen kometenhaften Erfolgs Rogens als Schauspieler und Drehbuchautor kam es erst 2013 zur tatsächlichen Fertigstellung des Films. Mit „This is the End“ gibt’s nun das gemeinsame Erstlingswerk von Goldberg und Rogen, die nicht nur gemeinsam das Script schrieben, sonder auch zusammen Regie führten.

Doch Rogen und Co waren in der langen Wartezeit keineswegs untätig und brachten eine beeindruckende Menge von Jungschauspielern und Celebrities dazu, auch mit einer kleinen Gage in ihrem Film mitzuspielen. Neben Rogen, Baruchel und Franco tummeln sich Emma Watson (Harry Potter), Danny McBride (Your Highness), Michael Cera (Scott Pilgrim vs the World), Jonah Hill (Django Unchained), Rihanna (Battleship), Channing Tatum (Magic Mike), Paul Rudd (This is 40) und die Backstreet Boys sich auf der Leinwand herum. Alle spielen sich selbst oder zumindest Versionen ihrer selbst und nehmen sich dabei ordentlich auf die Schippe. Gerade das macht den Reiz von „This is the End“ aus, denn man bekommt einen – wenn auch (hoffentlich) fiktiven – Einblick in das Leben dieser Stars.

Die sind abgehobene Arschlöcher, bei denen sich jeder selbst der Nächste ist. Die einzige Ausnahme ist Jay Baruchel, der im Vergleich zu seinen restlichen Kollegen der Normalo ist. Da die Celebrities allesamt so irre sind, gerät die Apokalypse neben all den Streitereien und gegenseitigen Beleidigungen fast zur Nebensache. Da große Teile der Dialoge improvisiert wurden, sieht man mehr als einmal einen WTF Ausdruck im Gesicht der Schauspieler und nicht ohne Grund wirkt es als ob sich der eine oder andere nur mit Mühe das Lachen verkneifen konnte. Ganz nebenbei ist „This is the End“ auch noch überraschend brutal, da werden Menschen geköpft, von Kisten erschlagen, überfahren und von Laternenmasten aufgespießt oder einfach mal zerquetscht.

Was tut man also während draußen die Welt untergeht? Ist doch logisch, oder? Erst mal drehen die Truppe, die sich in Francos Haus verschanzt hat mit der Kamera von „127 Hours“ eine Forsetzung von „Pineapple Express“. Als ihnen danach die Ideen ausgehen, machen sie was jeder vernünftige Mensch tun würde. Drogen nehmen, wixxen, streiten und sich möglichst ekelhaft gegenseitig beleidigen.

Die Schauspieler machen allesamt ihre Sache genial und das eigentlich ohne Ausnahme. Besonders in Erinnerung blieb mir aber unter anderem Emma Watson, die als brutale, schlagfertige Version ihrer Selbst so gar keine Probleme mit Gewalt hat. Ein weiteres Highlight ist Michael Cera, der in seinen Filmen ja die Verkörperung eines liebenswerten Nerd ist und hier high auf Drogen mehr als eine Frau sexuell belästigt und schließlich durch einen Laternenmast ein (leider) verfrühtes Ende findet. Channing Tatum als Sexsklave von Danny McBride bleibt ebenfalls in Erinnerung.

Fazit: „This is the End“ ist vollkommen irre. Man lernt viele neue Beleidigungen für den eigenen Sprachschatz und hat einfach nur höllischen Spaß. Wenn „I will always love you“ von Whitney Houston spielt, kann man gar nicht anders als sich die Lachtränen aus den Augen zu wischen. Und ab jetzt sind die Backstreet Boys, die am Ende einen Auftritt haben, offiziell wieder cool.

„This is the End“ bekommt von mir 7/10 endgültige Empfehlungspunkte.


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