Your Highness – Schwerter, Joints und scharfe Bräute (Filmkritik)

Prinz Thadeous (Danny McBride) ist ein Tunichtgut wie er im Buche steht – anders als sein Bruder Fabious (James Franco), der sich immer wieder aufs Neue aufmacht, um Heldentaten zu vollbringen, liebt Thadeous vor allem die Frauen und jede Substanz, die sein Bewusstsein erweitert. Als jedoch Belladonna (Zooey Deschanel), die Verlobte von Prinz Fabious, vom fiesen Magier Leezar (Justin Theroux) entführt wird, muss Thadeous seinen Bruder bei deren Rettung unterstützen, da er sonst des Hofes verwiesen wird. Unterwegs treffen sie auf die Kriegerin Isabel (Natalie Portman), die auch ein Hühnchen mit Leezar zu rupfen hat.

Your Highness Film Cast

Nachdem der erste Trailer im Internet zu sehen war, hatte ich den Entschluss gefasst, mir „Your Highness“ anzusehen, auch wenn ich nicht genau wusste, was ich von dem Film an sich halten soll – nun habe ich es endlich nachgeholt und weiß es immer noch nicht. Böse Stimmen in meinem Kopf hegen den Verdacht, dass der Titel vielleicht doch auf die Erweiterung des Bewusstseins des Protagonisten, des Drehbuchautors, des Regisseurs oder von dem Typen anspielt, der für den deutschen Titel verantwortlich war – aber dazu in den folgenden Zeilen mehr.

Geschichten in Filmform, die uns von den Heldentaten von Rittern erzählen gab es in letzter Zeit sehr selten – und dennoch scheint „Your Highness“ zu versuchen, einerseits ein solcher Film zu sein und andererseits einen eben solchen Film zu parodieren. Das Ergebnis ist eine Kombination aus „rettet die Jungfrau“ und der wahrscheinlich größten Ansammlung an Sex-bezogenen Anspielungen, die ich überhaupt jemals in einem Film gesehen habe.

Ein paar ungezogene Pointen wären ja auch kein Problem, aber spätestens nachdem der edle Prinz einem alten Zauberer für dessen Unterstützung „zur Hand“ gehen muss, fragt man sich, ob das den wirklich sein muss. Das ist dann auch der Zeitpunkt wo man sich gut überlegen sollte, ob einem der Film wirklich zusagt (bzw. man den Rest sehen möchte), denn das ist das Niveau, das der Film bis zum Ende hält. Wenn Thadeous später einem Minotaurus dann seinen Penis abschneidet um ihn als Trophäe um den Hals zu tragen (kein Scherz), kann das auch nicht mehr schockieren.

Optisch kommt der Film sehr solide daher. Nicht nur dass die Landschaft und alles darauf zeitgerecht in Szene gesetzt wirkt, wurde anscheinend auch ein nicht unwesentlicher Teil des 50 Millionen Dollar Budgets für Special-Effects ausgegeben. Daher sehen die Kämpfe bzw. die Magie erstklassig inszeniert aus und lassen nicht nur eine Spur Abenteuerfeeling aufkommen sondern sorgen auch dafür, dass der Film sogar relativ teuer aussieht.

Die Schauspieler sind nicht nur Profis, sondern auch richtig gut und scheinen beim Spielen ihrer Rollen eine Menge Spaß gehabt zu haben. Danny McBride kennt man vielleicht auf Grund seiner Nebenrollen in „Tropic Thunder“ oder „Stichtag„. Sein Prinz Thadeous ist der größte Prolet des Mittelalters und strahlt eine eitle Selbstverliebtheit aus, die manchmal schon weh tut. Die Tatsache dass der dann in der Not doch zu seinem Bruder hält, macht ihn zumindest eine Spur sympathisch.

James Franco (zuletzt gesehen in einer kurzen aber lustigen Rolle in „The Green Hornet„) als Fabious, ist die Mensch gewordene Rittertugend. Nicht nur dass er sich voll des Mutes aufmacht um seine Holde zu retten, nein es scheint ihm auch noch Spaß zu machen. Zooey Deschanel (Der Ja-Sager) als Belladonna ist die perfekte Jungfrau in Not, während Natalie Portman (Hesher) als Isabel den Jungs schon einmal zeigt, wo es lang geht und dabei immer verdammt heiß aussieht.

Natürlich (so viel sei wie immer verraten) endet die Geschichte, nach vielen unnötigen/ungezogenen Anspielungen, mit einem (wie überraschend) Happy End.

Aus diesem Grund bekommt der Film 5,5/10 sexbesesse Empfehlungspunkte.


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