Schwerter des Königs: Die letzte Mission – In the Name of the King 3: The Last Job (Filmkritik)

Hazen Kaine (Dominic Purcell) ist ein Profi, wenn es darum geht für zwielichtige Typen gefährliche Aufträge zu erledigen. Seit dem Tod seiner Frau ist er in Bulgarien untergetaucht, erfüllt zwar auch dort seine meist tödlichen Aufgaben alle erfolgreich, hat jedoch langsam genug von dieser Art von Arbeit. Seine neueste Mission, die die Entführung von zwei Mädchen mit einschliesst, soll somit seine letzte sein.

Als er einem der Mädchen eine angeblich mystische Halskette abnimmt und diese unabsichtlich betätigt, wird er in eine andere Welt gesaugt. Dort angekommen sieht die Prinzessin Arabella (Ralitsa Paskaleva) seine Tätowierung, die ihn als auserwählten Krieger auszeichnet. Obwohl Hazen weder Lust noch Zeit hat den bösen König dieser Welt zu beseitigen muss er dies wohl oder übel tun, denn dieser Kerl trägt genau so eine magische Halskette, wie Hazen sie für seine Rückreise braucht.

Schwerter des Königs Die letzte Mission - In the Name of the King 3

Uwe Boll hat es schon wieder geschafft, nach der „Bloodrayne-Reihe“ hat er nun doch tatsächlich seine zweite auf Videospielen basierende Film-Trilogie fertig gestellt. „Schwerter des Königs: Zwei Welten“ war ja schon finanziell von den Produktionskosten kaum vergleichbar mit dem ersten Teil und dieser dritte ist noch mal billiger geworden. Und ja, das sieht man auch (und wie). Gedreht wurde kostengünstig in Bulgarien und abgesehen von Hauptdarsteller Dominic Purcell (Blood Creek), sind auch so weit ich das feststellen konnte, nur bulgarische Schauspieler mit dabei.

Boll hatte wohl wieder Geld nötig, da mit seiner Fortsetzung zu „Rampage“ bald wieder eins seiner Wunschprojekte (wie etwa „Darfur„) ansteht, also was wäre da billiger als schnell einen weiteren Fantasy-Trash runter zu kurbeln? Lieblos und lustlos in der Inszenierung fehlt nun sogar die Ironie, die Drehbuch und Dolph Lundgren im zweiten Teil noch so gut vermitteln konnten. Wenn Purcell sich beim aufs Pferd steigen schwer tut, von den Ladys ausgelacht wird und dann beim Reiten den Spruch „This hurts my ass“ von sich gibt, dann ist das eben nicht lustig, sondern einfach nur dämlich.

Praktisch geraten sind auch die Settings. Kurz wurde sogar in einer Burg gedreht, ansonsten sehen das Dorf, das Lager und die Höhle des Druiden etwa so aus, als wären sie an einem Vormittag zusammen geschustert worden. Auch bei den Kostümen wurde gespart, Purcell zum Beispiel darf die ganze Zeit nur mit einem T-Shirt bekleidet herum laufen. Gegner sind immer nur eine Hand voll im Bild und auch wenn der Schnitt versucht dies zu vertuschen, hier standen nur wenig Statisten zur Verfügung. Überhaupt ist die Schnittfolge oft irritierend und schmeisst den Zuschauer aus der Handlung heraus.

Der Drache. Hm, der ist ähnlich furchteinflössend wie der vom zweiten Teil. Liegt wohl auch an seiner doch recht klein geratenen Größe und der schlechten Animation, die sich vor allem beim Feuer spucken deutlich als CGI-Effekt zu erkennen gibt. Die Kampfchoreografie wirkt wie die Handlung an sich, was eine dumme Sache ist, denn von einer nicht existenten Geschichte, könnte man leicht mit tollen Fights ablenken. Leider fehlt den Beteiligten hier einfach die Motivation, weshalb die besiegten Gegner irgendwie chaotisch zu Boden gestreckt werden, was wiederum zu den unpassenden weil unecht wirkenden Bluteffekten passt.

Richtig peinlich wird es dann, wenn es darum geht Gefühle auf der Leinwand zu vermitteln. Schon die Momente, in denen die Filmmusik vermitteln will, dass man sich hier in einem epischen Fantasy-Abenteuer befindet, sind wirklich lächerlich. Wenn es dann aber darum geht, aus den teilweise unerfahrenen Darstellern Emotionen wie Angst, Wut oder Liebe heraus zu holen, dann ist die Glaubwürdigkeit endgültig völlig verschwunden. Die Kuss-Szene zwischen Held und Heldin ist dermaßen daneben und unpassend, dass ich einfach nur lachen musste.

Nach „Assault on Wall Street“ ist dies ja bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen Dominic Purcell und Uwe Boll und man kann nur vermuten, besonders wenn man die anderen Werke der letzten Jahre des Schauspielers begutachtet, dass er wohl sonst keine Rollen bekommt. Er hat hier auch fast nichts zu tun außer den einen oder anderen coolen Spruch zu lassen und mit einer Laune, die zwischen grantig und emotionslos hin und her schwankt, alle Feinde zu beseitigen. Er wirkt dabei wohl nur nicht so schlecht, weil die anderen gar so untalentiert sind. Egal, passt ja alles so zum Rest des Filmes (Purcell kann auf jeden Fall sonst auch mehr wenn er will bzw. gefordert wird).

Leider also wieder ein Boll Film, der in seinen besten Momenten unfreiwillig komisch ist, doch die meiste Zeit nur für verwundertes Kopfschütteln sorgt. Meint er das ernst und will der uns das wirklich so als gut gemachte Unterhaltung verkaufen?!? Neben „Bloodrayne 3“ und „Blubberella“ sicherlich der schlechteste Boll der letzten Jahre, wobei das Budget hier scheinbar so gering wie noch nie ausgefallen ist, also es mit diesen Mitteln für ihn wohl keine Möglichkeit gab, einen besseren Film draus zu machen. Das ist aber natürlich keine Ausrede. Warten wir ab, ob es mit „Rampage 2“ wieder bergauf geht mit der hohen Filmkunst unseres deutschen Lieblings-Doktors.

„Schwerter des Königs: Die letzte Mission“ bekommt von mir 3,5/10 Drachenfreunde und Liebhaber liebevoll inszenierter Fantasy beleidigende Empfehlungspunkte.


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