Bloodrayne: The Third Reich (Filmkritik)

Wir schreiben das Jahr 1943. Die Dhampirin Rayne (Natassia Malthe) widmet sich neben dem bereits Jahrhunderte lang andauernden Kampf gegen die Vampire auch der großen Bedrohung durch menschliche Monster. Bei der Eliminierung einiger Nazisoldaten wird jedoch Kommandant Brand (Michael Pare) mit Raynes Blut infiziert und verwandelt sich ebenfalls in einen Dhampir.

Zusammen mit dem irren Doktor Mangler (Clint Howard) will dieser daraufhin eine ganze Armee von übernatürlich starken Soldaten schaffen und schließlich so auch dem Führer die lang angestrebte Unsterblichkeit bieten. Zusammen mit einer Gruppe von Rebellen unter der Leitung von Nathaniel (Brendan Fletcher), muss Rayne nun ihren Fehler wieder gut machen, bevor sich der daraus entstandene Vorteil kriegsentscheidend für die Nazis auswirkt.

Bloodrayne-The-Third-Reich

Bloodrayne ist ein Action Hack and Slash Computerspiel aus dem Jahre 2002 auf den damals aktuellen Konsolen wie etwa Gamecube oder XBOX. Zwei Jahre später folgte eine Fortsetzung, im Juni 2011 soll ein neues Downloadspiel für Playstation 3 und XBOX 360 erscheinen, danach eine Version für den Nintendo 3DS. Hauptdarstellerin in allen Spielen ist eine Dhampirin namens Rayne. Ein Dhampir ist übrigens ein Mischwesen zwischen Mensch und Vampir, mit all den vampirischen Stärken aber ohne deren Schwächen und daher der geborene Vampirjäger sozusagen.

Unser aller Lieblingsregisseur Uwe Boll macht ja – wie wir schon lange wissen – entweder miese Computerspielverfilmungen über die sich alle aufregen oder kontroverse Filme mit ernstem Thema, wo sich auch alle aufregen. 2005 entstand so (klarerweise aus der ersten oben genannten Kategorie) der erste Bloodrayne Film, damals noch fürs Kino gemacht, mit Kristanna Loken in der Hauptrolle und auch sonst mit Michelle Rodriguez, Ben Kingsley und Michael Madsen prominent besetzt. Der zweite Teil war dann bereits eine DVD Premiere, ein im Jahre 1880 spielender Western, diesmal mit der vor allem auf B-Movies abonnierten Natassia Malthe in der titelspendenden Rolle.

2011 nun sind sowohl Boll als auch Rayne zurück. Im dritten Teil legt sich die wieder von Malthe verkörperte Dhampirin mit wildgewordenen Nazis an. Sparmeister Boll hat hier seine Kulisse wiederverwertet, da er die Bauten, Fahrzeuge und Kostüme auch für sein Drama „Ausschwitz“ und seine Eigenparodie „Blubberella“ genutzt hat. Was nun daraus geworden ist? Ein billig und dilettantisch zusammengeschusterter Mist, der wie eine schlechte Komödie wirkt und das Aufkeimen von Spannung gekonnt in jeder Szene verhindert. Ein echter Rückschritt für Boll und Rayne, da ich den zweiten Teil und die Mischung der Western und Vampirmythen echt ganz unterhaltsam fand und auch sagen würde, dass dies die beste Computerspielverfilmung von Boll ist (der erste Teil übrigens hat mich auf Grund seiner verschenkten Möglichkeiten ziemlich geärgert).

Zuerst mal zu dem einzig guten Part hier: Natassia Malthe. Die Norwegerin schafft es mit ihrer Schönheit inklusive dem passenden Ausschnitt und ihrer Coolness locker, sogar in der peinlichsten Szene gut rüberzukommen. Nur wenn sie schreit klingt sie wie ein verängstigtes Mädchen, aber ich möchte ja nicht wissen wie ich klingen würde, wenn mich Adolf Hitler als Dhampir in der Nacht in einem Alptraum heimsuchen und beißen würde. Sie ist aber leider schauspielerisch der einzige Pluspunkt, abgesehen von Brendan Fletcher, der souverän aber unauffällig bleibt.

Michael Pare agiert völlig lustlos und unglaubwürdig, vor diesem Würstchen hat doch nu wirklich keiner Angst. Clint Howard hebt wieder mal den Lächerlichkeitsstandard was Overacten betrifft und schafft es so mit Leichtigkeit, in fast jeder seiner Einstellungen für unfreiwillige Lacher zu sorgen. Die restlichen Darsteller sehen drein wie die Stuntleute bei ihren Actioneinlagen, mit angestrengtem Gesichtsausdruck hoffen sie, ihre Zeilen nicht vergessen zu haben bzw. im genau richtigen Moment „Aua“ zu schreien und möglichst unspektakulär umzufallen.

Achja und die beiden Sexszenen…hm…die waren nur da um die Handlung zu strecken oder um sie als Klopausen nutzen zu können. Rayne massiert von nackten Damen im Bordell das ging ja noch aber die Szene im Truck, wo sie und der Rebellenanführer ungefesselt transportiert werden und nichts besseres zu tun haben, als sich die Kleider vom Leib zu reissen, das war echt unnötig und unpassend und noch dazu gänzlich unerotisch. Sorry aber mit Miss Malthe hätte das echt besser werden müssen. Auch die dröhnende Musik zehrt an den Nerven des Zuschauers, genau wie das unechte Kunstblut und die wenigen aber dafür ziemlich miesen Effekte. Und der sogenannte Showdown? Der hätte mich echt ärgern können bzw. durch seine absolute Ungläubigkeit auslösende Wirkung auch akute Gesichtslähmungen auslösen können, zum Glück war mir aber zu diesem Zeitpunkt eh schon alles egal.

Insgesamt also wieder ein klarer Boll Schrott, in etwa auf einer Ebene mit „House of the Dead“ oder „Alone in the Dark“, da war ja sogar der erste Teil um Häuser besser und der zweite sowieso. Schade eigentlich, bin nämlich keiner dieser „Stoppt Boll“ Typen, die ihn am liebsten von diesem Erdball verschwinden lassen wollen aber solche filmischen Durchhänger sind dann doch ziemlich ärgerlich. Zum Glück ist der ganze Spuk dann nach etwa 70 Minuten auch schon wieder vorbei. Ich schließe daher mit den unversöhnlichen letzten Worten, die auch Rayne in diesem Film von sich gibt: „Guten Tag, Motherfuckers“!!!

Bloodrayne: The Third Reich bekommt von mir 4/10 schundig bisslose Empfehungspunkte.


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