Blubberella (Filmkritik)

Die Hobbies der Dhampirin Blubberella (Lindsay Hollister) in keiner speziellen Rangordnung: 1. Spaziergänge am See. 2. Nazis töten. Praktisch, dass gerade eine Zugladung voller Nazis angeführt von einem eiskalten Kommandant (Michael Pare) am Bahnhof angekommen ist, die werden schon tot sein, bevor sie überhaupt wissen, was hier eigentlich gespielt wird. Zusätzlich nett für Blubberella, dass der ebenfalls anwesende, bisexuelle Rebellenanführer (Brendan Fletcher) ein echt schnuckeliger Typ ist, da bei der Onlinespeeddatingsache bis jetzt eh nie eine richtige- über reinen Sex hinausgehende – Beziehung herausgekommen ist.

Einziges Problem ist der Kommandant, der durch Blubberella unabsichtlich auch zu einem Dhampir (halb Mensch, halb Vampir) geworden ist und nun eine Armee von Supersoldaten bauen möchte, mit Hilfe eines irren Wissenschaftlers (Clint Howard). Das klingt ziemlich übel denkt ihr jetzt? Keineswegs, denn durch ständiges Essen gestärkt, wird Blubberella diese Nazis mit Leichtigkeit vernichten und dabei auch noch eine gute, adipöse Figur machen!

Blubberella

Dies ist sie nun also, die Eigenparodie von Uwe Boll, der hier sein Set von „Auschwitz“ und „Bloodrayne: The Third Reich“ wiederverwertet hat, um so gleich drei billig produzierte Filme auf die Beine zu stellen. Es sind fast alle Schauspieler (bis auf die klarerweise ausgewechselte Hauptdarstellerin) aus dem dritten Bloodrayne Abenteuer wieder mit dabei und auch vom Handlungsablauf her passiert ungefähr das Gleiche, nur eben versehen mit dem gewissen Blubberella-Style.

Ist dieser Boll-Film nun ausgeflippt, lustig und auf kranke Weise gelungen, in einer Art wie er es etwa bei „Postal“ geschafft hatte? Leider nein, überhaupt nicht. Dieser Film ist nur selten lustig, was hier abläuft ist eine Aneinandereiung von dummen, peinlichen und blöden Sequenzen, die eher Kopfschütteln als Lachen beim Zuschauer erzeugen. Im Prinzip war Bloodrayne 3 um einiges komischer wenn auch unfreiwillig, mit Blubberella wollte man einen Spaßfilm machen, verbreitet aber nur eine Grundstimmung, die man als verblödende Langeweilige bzw. langweilige Verblödung bezeichnen kann.

Kommen wir zu den wenigen guten weil geschmacklich absolut daneben geratenen Szenen. Uwe Boll spielt in einer Traumsequenz von Blubberella Adolf Hitler. Zuerst einmal beschimpft er sie (auch in der Originalfassung) auf Deutsch, er habe auch ohne sie schon genug Probleme und nun muss er sich auch noch um sie kümmern. Dann folgt ein Brettspiel mit Brendan Fletcher als schwarz angemalten, neuen afrikanischen Verbündeten, der ständig „I was shot 80 times, motherfucker“ durch die Gegend schreit. Dann das klärende Psychogespräch in dem Blubberella Hitler rät, er solle in sich gehen und entscheiden, was er wirklich mit seinem Leben machen will, da ihn viele Menschen für ein Arschloch halten. Ein geselliger Menschenfreund oder doch lieber das Monster, das auf Massengenozid steht? Nun lieber Adolf musst du dich entscheiden.

Solche Szenen sind so jenseits von Gut und Böse, dass sie innerhalb dieses sinnlosen Filmes noch das Beste sind, was man geliefert bekommt (wahrscheinlich darf man sowas auch nur machen, wenn man deutscher Bürger ist und mit dem Film „Auschwitz“ bewiesen hat, dass man mit der Ernsthaftigkeit des eigentlichen Themas durchaus vertraut ist). An anderer Stelle hört man Uwe Boll aus dem Off sagen“ The following scene is really boring. This is the reason we present to you Jessica de Rooij´s music from Uwe Boll´s movies. Have fun!“ Was das soll? Keine Ahnung, aber die Szene ist wirklich fad doch die Musik sehr in Ordnung. Während der irre Doktor das Gesicht der gefangenen Blubberella in die Mangel nimmt und sie böse anschnauzt meint sie darauf „Why so serious?“. Neben dem lieben Joker bekommt auch der Film „Precious“ sein Fett ab, wobei solche Anspielungen auf andere Filme eindeutig zu selten vorkommen, da sie hier nicht so schlecht wie der Rest des Filmes daherkommen und darum öfters erwünscht gewesen wären.

Natürlich wirkt es so als wären alle Nazis schwul, was auch für den Vertrauten des Rebellenanführers gilt, was klarerweise zu einigen mehr oder weniger gelungenen Gags in dieser Richtung führt. Das Abenteuer ist in einige Unterkapitel mit „lustigen“ Namen unterteilt, genau wie die Haupdarsteller ihre eigenen Promoinserts bekommen haben. Dass hier jeder seine Bestes tut um so schlecht wie möglich zu spielen ist dabei selbstverständlich, oder?

Insgesamt also ein Film, der um hier Spass haben zu können eindeutig voraussetzt, dass man erstens „Bloodrayne: The Third Reich“ vorher gesehen hat und zweitens eine nicht gerade geringe Dosis an Alkohol getankt hat. Ich habe den Film zwar nüchtern gesehen, bin aber auch einer der ganz mutigen Jungs und bei meinem Gehirn kann bei sowas nicht mehr allzu viel kaputt gemacht werden.

Blubberella bekommt von mir 4/10 jenseits des guten Geschmacks sich völlig zu Hause fühlende Empfehungspunkte.


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