Prince of Persia (Filmkritik)

Persien ums 6te Jahrhundert – der heiligen Stadt Alamut wird vorgeworfen, Waffen an die Feinde des persischen Reichs zu liefern. Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) nimmt gemeinsam mit seinem kleinen Heer die Stadt fast im Alleingang ein, sehr zum Missfallen seiner zwei Brüder. Während eines Kampfes fiel Dastan ein geheimnisvoller Dolch in die Hände. Als ihm vorgeworfen wird, er hätte seinen Vater, König Sharaman (Ronald Pickup) ermordet, wird er gezwungen zu fliehen. Gemeinsam mit ihm flieht die Prinzessin von Alamut, Tamina (Gemma Arterton). Ihnen auf den Fersen sind die mystischen Ansasine, die alles daran setzen, den Dolch, der sagenumwobene Kräfte hat, in die Finger zu bekommen…

Prince-of-Persia

Ein Film, an den ich mit möglichst wenig Erwartungen und einem leicht erhöhten Alkoholspiegel heran ging. Und das war auch gut so. Angenehm erheitert ließ ich mich in die orientalische Welt von Persien entführen, die aber nicht immer authentisch wirkte. Ich könnte nicht genau erklären wieso, am ehesten lag es wohl an der Figur von Alfred Molinar, die ständig etwas von Verschwörungen der Regierung und von den ach so ungebrechten Steuern faselt. Einerseits witzig, aber auch nicht in diese Zeit passend.

Bei Verfilmungen von Videogames hat man immer mehrere Herausforderungen. Einerseits soll man gute Schauspieler casten, die dann aber auch noch dem Original-Schema der Figuren und den Ansprüchen der Hardcore-Fans gerecht werden müssen. Keine allzu leichte Aufgabe. Jake Gyllenhaal wurde als Prinz Dastan eher semi-optimal gecastet. Selbst als Frau, die sich schon gerne einmal einen feschen Kerl anschmachtet, fühlte ich mich von Gyllenhall (Source Code) eher genervt als sonst was. Er sah mehr als einmal dumm aus der Wäsche und sah auch bei den Nahkampfszenen leicht überfordert aus. Auch einige Kleinigkeiten fand ich störend, wie z.B. dass Gyllenhaal deutlich sichtbar Extensions hatte, wohl um eine längere Haartracht vorzutäuschen. Auch sein britischer Akzent kam und ging wie es ihm passte und wirkte aufgesetzt.

Brit Beauty Gemma Arterton (Kampf der Titanen) spielte die persische Prinzessin und Hüterin der Dolchs, der den Sand der Zeit beherrbergt – Tamina. Als ich hörte, dass Arterton gecastet wurde, konnte ich mir so gar nicht vorstellen, dass sie als Orientalin glaubhaft sein würde. Doch ich kaufte ihr ihre Rolle durchaus ab, denn sie wirkte exotisch und authentisch. Ihre Rolle lockerte den Film deutlich auf, denn ihre schnippische Art mit der sie Dastan die meiste Zeit in Grund und Boden redet, bring einem zum schmunzeln.

Mit Hilfe von ordentlich Eyeliner spielte Ben Kingsley Dastans Onkel Nizam. Während des ganzen Films weiß man nicht genau woran man mit ihm ist. Alfred Molina spielte den Banditen Sheik Amar. Er hat in der Wüste seine eigene kleine Glücksspiel-Oase gebaut. Dort veranstaltet der illegale Straußenrennen und lacht sich ins Fäustchen, weil er keine Steuern zahlen muss. Regie führte Mike Newell, bekannt durch Filme wie den 4. „Harry Potter“ oder „Mona Lisas Lächeln“ . Er setzte viel auf altbekannte Bilder, die teilweise schon klischeehaft wirkten. Man fühlte sich optisch stark an Filme wie „Die Mumie“ und „Königreich der Himmel“ erinnert. Gefilmt wurde in Marocco und London. Gerüchteweise soll dieser Film der erste aus einer Reihe von sieben sein.

Jordan Mechner, das Mastermind hinter den diversen „Prince“ Games, der auch am Drehbuch mitschrieb, orientierte sich an der „Fluch der Karibik“ Triologie, indem er sich aus der ursprünglichen Geschichte nur einige wenige Schlüsselelemente nahm und eine mehr oder wenige neue Story darum herum spann. Für die Musik zeigt sich Harry Gregson-Williams verantwortlich, der neben Filmen wie „Shrek“ und „Narnia“ auch Spielen wie „Metal Gear Soldid“ zum passenden Ton zum Bild verhalf. Die Musik wirkte sehr opulent und hatte an manchen Stellen etwas zu sehr gewollt wirkendes episches.

Enttäuscht haben mich die Special-Effects, denn die sahen fast samt und sonders unausgegoren und laienhaft aus. Am meisten fiel es auf, wenn Dastsan im Time-Slip-Mode des Dolches war. Auch die diversen Sand- und Wirbelstürme wirkten nach derzeitigen Maßstäben lachhaft und sind eines 200 Millionen Dollar Budgets einfach unwürdig.

Die Handlung – sie orientiert sich nur lose am einem Spiel der Reihe. Gleich zu Beginn wird uns Dastan vorgestellt, zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind. Mit großem Herzen rettet er seinen besten Freund vor Prügeln und auf der Flucht sieht man zum ersten Mal die Persia-typischen Signature-Moves. Er hüpft, hantelt und rennt als wäre er ein erfahrener Parcours-Läufer. Als er trotzdem gefangen wird, bewahrt ihn der König vor den Schlägen und geht sogar soweit, den Straßenjungen zu adoptieren. Nach einem Zeitsprung lernen wir einen inzwischen erwachsenen Dastan kennen, der inzwischen ein erfahrener Krieger ist.

Der Film bekommt von mir 7/10 sandige Empfehlungspunkte.


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