Bloodrayne 2: Deliverance (Filmkritik)

In der kleinen Stadt Deliverance herrscht Chaos: Ein junger Cowboy namens Billy The Kid (Zack Ward) treibt sein Unwesen und die Vermutung liegt nahe, dass er unsterblich ist. Genau deshalb ist Rayne (Natassia Malthe) auch auf dem Weg dorthin. Ebenfalls eine Rechnung mit Billy hat Pat Garrett (Michael Paré) offen, der das Monster schon eine Weile verfolgt.

Nach einer für Rayne eher ernüchternden Konfrontation stellt sich rasch heraus, das sie Hilfe braucht, also stellt sie ein kleines Team zusammen, um Billy endgültig den Garaus zu machen.

Das nenne ich mal eine Steigerung nach oben. Unerwartet, weil „Bloodrayne: Deliverance“ der Nachfolger von „Bloodrayne“ ist und dieser fiel vor allem durch zwei Dinge auf: Verschenkte Schauspieler/innen und verschenktes Potential. Da ist es doch eine Freude, dass der zweite Teil eigentlich alles – und ich meine alles – besser macht als der erste Teil.

Die Regie hat wieder Uwe Boll in der Hand und dieses Mal hat er sich wirklich was überlegt, denn tatsächlich ist der Film spannend geraten. Dazu muss man sich allerdings auf die – zugegeben – gewöhnungsbedürftige Grundidee, konkret: Vampire im Wilden Westen, einlassen und die Prämisse ohne großes Nachfragen akzeptieren.

Was mir nicht weiter schwergefallen ist, denn Boll hat tatsächlich ein paar verdammt spanennde und coole Szenen hinbekommen. Die Showdowns, die Revolverduelle und vor allem die Vorbereitung darauf funktioniert für mich wirklich richtig gut.

Sogar die Figuren, wenn auch nicht immer völlig sympathisch, sind durchdacht und haben weit mehr Charakter als in vielen anderen Filmen und vor allem – sie spielen alle wirklich gut und scheinen auch Spaß dabei zu haben. Zack Ward als Billy ist einfach ein Böser, wie man ihn hassen muss. Michael Paré („1968 Tunnel Rats„, „Ninja Cheerleaders„, „Abbatoir„) ist ein cooler Garrett. Auch die beiden Sidekicks Slim Bag Franson (gespielt von Michael Teigen, „Severed“) und The Preacher (Michael Eklund, „The Marine 3„) kommen gut rüber. Auch wenn sie Klischeés darstellen sollten – es macht Spaß und Laune ihnen zuzusehen.

Natassia Malthe als Rayne macht ihre Sache gut, auch wenn ihr vielleicht jemand in manchen Szenen die Klingen richtig herum in die Hand gedrückt hätte. Ich kenne Fans von Videospielen – die werden das dem Film nie verzeihen. Ansonsten macht sie ihre Sache gut. Sie sieht zwar (vom Cover des Films abgesehen – und auch da kommt es drauf an in welchem Land) nicht aus wie Rayne, aber hey. Geschenkt. Dafür passt der „Badass“-Charakterzug wirklich gut.

Ansonsten kann ich nur sagen: Ja, der Film macht Spaß und ist spannend. Der Spannungsaufbau ist gelungen, der Böse angenehm böse und die guten angenehm ambivalent. Die Bevölkerung der Stadt ist realistisch feige (da gibt es ein paar großartige Szenen gegen Ende) und alles läuft auf eine Schießerei hinaus. Gerade die Szene im Schuppen hätte lange werden können, aber hey – das hat echt Laune gemacht.

„Bloodrayne: Deliverance“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, in seiner Mischung ungewöhnliche, aber sehr gut verdauliche, Punkte.


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