Life Snatcher – Assimilate (Filmkritik)

Die beiden Teenager Zach (Joel Courtney) und Randy (Calum Worthy) wohnen in einer kleinen amerikanischen Stadt, in der es für sie im Prinzip nichts zu tun gibt. Deshalb betreiben die zwei mit ihren auf der Kleidung angebrachten Kameras einen Video-Blog, um die spannendsten Ereignisse/Menschen/Orte in der Stadt zu präsentieren. Als eines Abends eine Dame von einer Art Tier gebissen wird, nehmen die beiden die Sache auf ihrem Telefon auf.

Doch sie werden nicht ernst genommen und werden bald darauf noch weiter verunsichert, als sich immer mehr Menschen, ganz und gar nicht normal benehmen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Kayla (Andi Matichak) – die ihnen glaubt, da sie ihren eigenen Vater nicht wieder erkennt – machen sich die drei jungen Leute auf, hinter das Geheimnis der seltsamen Vorgänge zu kommen. Dabei ahnen sie nicht, in welcher Gefahr sie selbst schweben…

Regisseur John Murlowski arbeitet bereits fast dreißig Jahre in dieser Funktion und hat schon über zwanzig Filme gedreht. Komödie, Horror und Action, da war einiges dabei und ich habe noch nie einen seiner Werke gesehen, da es sich immer um mehr oder weniger unscheinbare Heimvideo-Premieren gehandelt hat. Auf den Trailer von „Assimilate“ bin ich dann zufällig gestoßen und hatte wieder mal Lust auf ein „Bodysnatcher“-Abenteuer ohne sonderlichen Anspruch.

Ich habe schließlich ziemlich genau das bekommen, was ich erwartet hatte. Nach dem heftigen Einstieg, bei dem Katherine McNamara (Shadowhunters) als berühmtes erstes Opfer fungiert (fast wie damals bei den Scream-Filmen), ist es lange ruhig in der kleinen Stadt, doch die Schlinge zieht sich spürbar immer enger. Dabei wirken die kleinen „Alien-Insekten“ – die dich beißen, um dich klonen zu können – weit weniger gruselig, als die menschlichen Doppelgänger.

Wenn die in der Masse auftreten und wenn die die Münder aufreißen um mit seltsamen Schrei-Geräuschen ihre Verbündeten zu informieren, ist die Aussichtslosigkeit der Lage völlig klar. Trotz oberflächlich geschriebenen Charakteren sind die Hauptfiguren dank der Darsteller Sympathieträger, was zusätzlich spannend ist, da sich dies durchgehend wie ein Film anfühlt, der auch ohne jede Hoffnung enden könnte (ob er das dann wirklich tut, seht einfach selbst).

Achtung Spoiler: Um noch mal auf die nackten Doppelgänger zurück zu kommen, die dich immer und überall finden und dir das Gedächtnis aussaugen, nur um dich dabei zu töten. Wie die ihre Opfer jagen ist animalisch und nur von dem einen Gedanken getragen, selbst das Original zu werden. Außerdem sind da ein paar richtig schräge und auch unerwartete Interaktionen mit ihnen dabei, man bekommt sogar eine morbid romantische Szene spendiert. Spoiler Ende.

Joel Courtney (Super 8) spielt Zach sehr natürlich und man leidet mit ihm, wenn ihm nach und nach seine geliebten Menschen geraubt werden. Er ist ein normaler Typ, der nie zum Superman mutiert, jedoch aufgeben auch nie in seiner Gedankenwelt vorkommt. Andi Matichak (Halloween) als Kayla besticht ebenfalls mit ihrer authentischen Art. Zunächst eher verspielt, treibt sie bald nur mehr der Gedanke an, ihren kleinen Bruder vor den Aliens retten zu können.

Insgesamt daher ein netter kleiner Grusel für zwischendurch, der ohne großartige Schockmomente aber mit ein paar atmosphärisch dichten Szenen punktet, ebenso mit einer routinierten Inszenierung und obendrein hat er die Sache sehr ernst nehmende Schauspieler mit dabei, von denen man auch gerne mehr sehen möchte. Und was nehmen wir uns hier mit als Botschaft? Nette Aliens gibt es nur im Hollywood-Familien-Kino und man ist selbst sein größter Feind.

„Assimilate“ bekommt von mir 6/10 nicht jedes Original ersetzen könnende Empfehlungspunkte.


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