The Frighteners (Filmkritik)

Als Fank Bannister (Michael J. Fox) seine Frau bei einem Autounfall verliert stellt der traumatisierte Mann plötzlich fest, dass er mit den Toten kommunizieren kann. Wie der Rattenfänger von Hameln macht er sich daran mit seiner Gabe ein paar Dollar zu verdienen, als aber plötzlich ein mächtiger Geist auftaucht, der nach und nach Leute umbringt und Frank immer mehr in Verdacht gerät der Täter zu sein, muss er sich zusammenreißen, seine Spielereien beenden und herausfinden, wer oder was dahinter steckt …

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Ja, das waren noch Zeiten als Michael J. Fox eine Berühmtheit war und Peter Jackson so gut wie niemand kannte. Heute ist das wohl eher umgekehrt und die jüngere Generation kennt vermutlich Jackson und seine neuen, mainstreamtauglichen Filme die auf so unbedeutende Namen hören wie „King Kong“, die „Der Herr der Ringe-Trilogie„, „The Lovely Bones – In meinem Himmel“ oder die „Der Hobbit-Trilogie„. Dass der Mann davor Trash („Bad Taste“, „Meet The Feebles“) und Splatter-Filme („Brain Dead“) als auch visuell ansprechende Dramen („Heavenly Creatures“) gemacht hat, wissen vermutlich nicht mehr viele. Denn dann kam „The Frighteners“ und hat alles was danach kam ermöglicht.

Das lag an ein paar Dingen. Zum einen an dem netten, witzigen, spannenden und zwar hart an der Grenze seienden, aber trotzdem familientauglich seienden Drehbuch zu „The Frighteners“, der bereits alle Elemente besitzt, auf die Jackson später aufbauen (und sie schlussendlich in der Extended-Version von „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – Extended Version“ übertreiben) sollte.

Slapstick-Humor in spannenden Situationen, Charaktere, die an sich ernst sind, aber oftmals nur als Comic Relief gebraucht werden (ich sag nur Gimli aus „Herr der Ringe„) und bildgewaltige Spezialeffekte. Alles das findet sich bereits in „The Frighteners“, mit dem sozusagen die „Peter-Jackson-Formel“ erfunden wurde, die er seitdem in jedem seiner Filme eingesetzt hat.

Aber „The Frighteners“ hatte noch etwas anderes, was damals große Anziehungskraft für alle KinogängerInnen hatte, namentlich: Michael J. Fox. Zugegeben, dessen Stern war nach Erfolgen wie „Zurück in die Zukunft 1 – 3“, „Teen Wolf“, „Das Geheimnis meines Erfolgs“ oder „Auf die harte Tour“ bereits wieder ein wenig am Sinken (kann auch daran gelegen sein, dass er immer die gleiche Figur gespielt hat), aber dennoch: Der Mann hatte (und hat immer noch) Anziehungskraft. Und sein Frank Bannister ist ein an sich absolut liebenswerter Kerl, dem das Leben übel mitgespielt hat und der eben aus seiner Situation das Beste macht. Ein wenig schlitzohrig? Sicher, aber dennoch immer liebenswert (wie kann Michael J. Fox nicht liebenswert sein? Ich meine, hallo: Der Mann hat das Gesicht von Marty McFly!).

Was den Film aber noch dazu auszeichnet sind die – für damalige Verhältnisse, immerhin kam der Film 1996 raus – wirklich guten Effekte und die Story, die nach anfänglichen Humor immer dunkler wird und in einen (von Comic Relief geprägten) düsteren und verhältnismäßig harten (aber nicht brutalen) Showdown endet.

Auch heute ist „The Frighteners“ immer noch fein anzusehen, weiß gut zu unterhalten und die Effekte sind zwar nicht mehr taufrisch, aber immer noch völlig okay. Primär deshalb spannend, weil es das erste Mal ist, dass Peter Jacksons Film-Formel zum Einsatz kam und der Wendepunkte von einem „Ich mache was ich will, egal wie irre es ist“-Independent-Filmemacher (Seht euch einfach mal „Bad Taste“, „Meet The Feeble“ und „Braindead“ an) zu einem formelhaften Hollywood-Filmer wurde. Ich will damit nicht die unglaubliche (filmische) Leistung eines „Herr der Ringe“ schmälern – ich mag Jacksons Filme alle (ja, auch die Hobbit-Filme sind schön anzusehen), aber das hier, ja, das war tatsächlich der Wendepunkt.

„The Frighteners“ bekommt 7,5 von 10 möglichen, die Geister loslassende, Punkte.

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