Blood Creek (Filmkritik)

Bei einem Fischerausflug verschwindet Evans (Henry Cavill) Bruder Victor (Dominic Purcell) spurlos. Zwei Jahre später steht er mitten in der Nacht plötzlich wieder vor seinem Bruder, fordert ihn auf keine Fragen zu stellen, alle verfügbaren Schusswaffen einzupacken und mit ihm auf die Jagd zu gehen.

Es dauert nicht lange und schon stecken die beiden Männer in einer tödlichen und scheinbar auswegslosen Situation, die ihren okkulten Anfang bereits 1936 hatte, als die Nazis mittels antiker Artefakte einen Weg suchten, die Unsterblichkeit der eigenen Herrenrasse zu sichern.

Blood-Creek

Tja, dies ist ein Joel Schumacher Film. In den guten alten 80er Jahren schuf er so Klassiker wie „St. Elmo´s Fire“, „The Lost Boys“ oder etwa „Flatliners“. Später machte er spannende Filme wie „Falling Down“, „8 MM“ oder „Tigerland“, er war aber auch für die wirklich schlimmen Batman Filme („Batman Forever und „Batman und Robin“) verantwortlich, die höchstens Kindern gefallen haben dürften.

Den letzten Film, den ich von ihm gesehen habe, war „Number 23“ und ist einer meiner liebsten Jim Carrey Filme. Nun taucht Schumacher mit „Blood Creek“ – der früher den Namen „Town Creek“ hatte – wieder auf.

Was ist passiert? Eine DVD Premiere ohne echte Stars und ohne jegliche Werbung, sodass kaum ein Mensch weiss, dass der Film überhaupt existiert. Vielleicht liegt es ja am Thema, dass dieser Film es nicht ins Kino geschafft hat aber verdient hätte er es auf jeden Fall, denn was zur Zeit alles so als kinotaugliche Horrorunterhaltung durchgeht (ich sag nur PG 13 Rating mit Teenagern als Zielpublikum, da kann man die meisten sowieso vergessen), ist im Normalfall um einiges schlechter gemacht als Blood Creek.

Nun aber endlich zum Film selbst. Schumachers Film beginnt 1936, als ein Wissenschaftler namens Richard Wirth (Michael Fassbender) im Auftrag von Hitler zu einer kleinen Bauernfamilie geschickt wird, die ihr Haus auf dem Fundament eines uralten, von den nordischen Göttern stammenden, mit Runen verzierten Stein gebaut haben.

Wirth soll das Geheimnis des Steines ergründen und mittels seiner gewonnenen Kräfte würde es ihm möglich sein, Tote wieder zu erwecken oder den Alterungsprozess von Menschen zu verlangsamen. So wäre der Sieg der Herrenrasse gesichert gewesen, hätte das Ende des Krieges den Nazis nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die Bauernfamilie schafft es zwar nicht den bereits übermächtigen Wirth zu töten, doch sie können ihn einsperren und durch seine Kräfte bedingt beginnt eine grausame, symbiotische Beziehung zwischen ihnen. Soweit die Grundstory, die man so erst mal schlucken können muss, für mich war das aber natürlich kein Problem.

Nach dieser, in der Vergangenheit spielenden Eröffnugssequenz, spielt die Geschichte ausschliesslich nur mehr in der Gegenwart. Der von Dominic Purcell (einer der Prison Break Helden) facettenreich dargestellte Exsoldat Victor ist einer der Menschen, die von der gewissen Bauernfamilie entführt wurde und für Rituale missbraucht wurde. Nachdem er flüchten kann, beginnt die Haupthandlung und er und seine Bruder Henry, wollen die Familie und vor allem ihr Monster im Keller stoppen.

Henry hat anfangs ja keinen blassen Schimmer um was es hier eigentlich geht und genauso geht es dem Zuschauer. Spannender Start ins Ungeswisse also und es geht noch besser weiter.

Neben Purcell zeigt auch der eher unbekannte Henry Cavill was er kann, er wirkt sympathisch und menschlich, kann aber auch in Actioszenen überzeugen. Emma Booth als die Jüngste der Bauernfamilie hat eine fasziniernde Ausstrahlung und bleibt lange undurchschaubar und ziemlich ambivalent, was die Gunst der Zuseher betrifft.

Shea Whigham überzeugt in einer Nebenrolle und wie so oft ist das Schicksal nicht gerade sehr freundlich zu ihm. Michael Fassbender schliesslich als das ultimative Böse ist wirklich furchteinflössend und sein „Killernazi“ hätte echt das Zeug zur Horrorfilmkultfigur.

Man sieht dem Film in jeder Sekunde an, dass Schumacher ein erfahrener Kinoregisseur ist, der genau weiss, wie man für Gänsehaut und wohl dosierten Grusel sorgt. Wenn der Bösewicht einen geliebten Menschen, der getötet wurde, wieder aufweckt und gegen seine Familie richtet, dann ist das erstens spannend und zweitens wird man durch diesen emotionalen Ansatz viel mehr in die Handlung hineingesaugt. Wiederbelebte Pferde und Hunde kommen übrigens auch noch zum Einsatz und sorgen für Schrecken und zusätzliche Verwüstungen.

Für mich war der Film eine positive Überraschung, da ich überhaupt nichts von ihm gewusst habe und daher auch nix erwartet habe. Gute Darsteller, eine toll anzusehende und dynamische Inszenierung, eine spannende Story mit wohl dosierten Ekel- und Gewaltszenen, die zwar schon ganz schön heftig ausfallen können, jedoch nie plakativ oder voyeuristisch daherkommen. Was will man schon mehr von so einer Art Film? Ich war hier voll zufrieden mit dem Ergebnis!

Blood Creek bekommt von mir 7,5/10 die ultimative Macht anstrebende Empfehlungspunkte.


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