Blood: The Last Vampire (Filmkritik)

Nach außen wirkt Saya (Gianna Jun) wie ein ganz gewöhnliches 16 jähriges Mädchen.
In Wirklichkeit ist sie jedoch ein 400 Jahre altes Halbblut, mit einem menschlichen Vater und einer vampirisch – dämonischen Mutter. Nachdem ihr Vater durch den mächtigsten Patriarchen der Vampire namens Onegin ermordet wurde, verwendet Saya ihr Leben nur mehr dazu Dämonen zu töten, um irgendwann Onegin aus dem Versteck zu locken, um den Mord an ihrem Vater rächen zu können.

Ihre Arbeit für eine jahrhunderte Jahre alte Organisation, die mit Saya einen Deal eingegangen ist, führt sie und ihren Mittelsmann Michael (Liam Cunningham) plus seine Leute in die Nähe einer in Tokyo stationierten, amerikanischen Militärbasis. Dort freundet sich Saya zum ersten Mal seit einer Ewigkeit mit einem menschlichen Wesen an, nämlich der Tochter des Generals namens Alice (Allison Miller). Wird im finalen Kampf gegen Onegin die wiedergewonnene Zuwendung zu ihrer menschlichen Seite für Saya den entscheidenden Vorteil bringen oder zur tödlichen Schwäche werden?

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Zum ersten Mal erblickte die Blood: The Last Vampire Story das Licht der Welt im Jahre 2000 als japanischer Anime Film. Es folgte ein Manga, ein Computerspiel und eine in einem alternativen Universum spielende Spinoff Animeserie.

Natürlich konnte es da nicht allzu lange dauern, bis man die Geschichte rund um das halbdämonische Mädchen Saya auch dem breiten englischsprachigem Publikum zugänglich machen wollte. 2009 enstand nun also das „Live – Action Remake“ des Originalfilms von 2000, Regie führte der Franzose Chris Nahon (er drehte „Kiss of the Dragon“ mit Jet Li), der sein Projekt mit Hilfe von koreanischen und französischen Produzenten auf die Beine stellte.

Soweit so gut. Warum der Film bis jetzt fast ausschliesslich negative Kritiken bekommen hat? Nun, ich muss leider sagen weil er sie verdient hat. Entwarnung kann ich nur dahingehend geben, dass diese Animeverfilmung nicht annähernd so mies ist wie die von „Dragonball Evolution“. Wenn ich jedoch den Originalfilm kennen würde, wäre meine Bewertung wohl noch schlechter ausgefallen.

Ich wollte den Film wirklich gern haben und ihm einen Platz in der Reihe meiner Lieblinge im Action-Fantasy-Horror Genre gönnen, doch irgendwie hab ich mir doch etwas mehr erwartet, als ich schließlich bekommen habe, besonders wenn man den echt gut gemachten Trailer gesehen hat. Mit ein paar Kritikpunkten hätte ich ja noch gut leben können. Eine Story ist quasi nichtexistent, die Logik ist irgendwo im Blutbad untergegangen und die meisten Darsteller sind in ihrem Overacten doch etwas zu penetrant.

Das alles hätte ich ja noch als Zutaten zum Trash Spasserlebnis durchgehen lassen.
Doch warum bitte verhaut man (fast) jede einzelne Actionszene durch viel zu schnelle und teilweise ruckelig wirkende Schnitte? Und was noch schlimmer ist, warum spritzt hier ausnahmslos wirklich schlecht animiertes CGI Blut durch die Gegend? Altbewährte Bluteffekte und Masken können doch wirklich nicht so teuer sein, oder?!? Auch ein Vampir, der in verwandelter Form gezweigt wird, hat echt was lächerliches und ein eine Bergspalte hinabrutschender LKW wirkt wie aus einem schlecht gemachten Computerspiel.

Was bleibt ist eine coole Atmosphäre, eine klassiche aber dennoch spannende Ausgangslage und einige sehr gut choreografierte, aber eben durch den Schnitt versaute Kampfeinlagen. Wenn schon ein Film voller Charaktere ist, die nur durch ihre Aktionen punkten können und nicht durch ihre Geschichte bzw. deren emotionale Bandbreite, dann muss das ganze einfach wirklich besser aussehen und zumindestens oberflächlich nahezu einwandfrei aussehen.

Hauptdarstellerin Gianna Jun ist zwar schon ziemlich cool, doch diese „nur einen Gesichtsausdruck den ganzen Film durchziehende“ Nummer hilft nicht gerade dabei, ihren Charakter gerne zu haben bzw. nicht zu wollen, dass ihr etwas passiert.

Insgesamt also ein Film voll von verschenktem Potential, besser als so manch wirklich mieser Film aber trotzdem deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Blood: The Last Vampire bekommt von mir 5/10 echt schlecht animierte Empfehlungspunkte.


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