Lesbian Vampire Killers (Filmkritik)

Nachdem Jimmy (Mathew Horne) zum siebten Mal von seiner Freundin Judy verlassen wurde, beschliesst er mit seinem besten Freund Fletch (James Corden) einen Wanderausflug ins abgelegene Dorf Cragwich zu machen, um auf andere Gedanken zu kommen. Die beiden Jungs hätten sich lieber ein anderes Ausflugsziel ausgesucht, denn Cragwich ist von der toten Vampirkönigin Carmilla (Silvia Colloca) verflucht worden.
Seit Jahren verwandeln sich dort alle Frauen im Dorf an ihrem achzehnten Geburtstag in lesbische Vampirinnnen.

Zu allem Überfluss ist Jimmy auch noch der letzte Nachfahre der Familie, dessen damaliges Oberhaupt Carmila mit einem magischen Schwert töten konnte. Die Prophezeihungen sagen voraus, dass sich das Blut einer Jungfrau mit dem Blut des letzten Stammhalters von Jimmy´s Familie mischen wird, dann wird Carmilla wieder auferstehen, alle Männer vernichten und Frauen zu ihren Gefährtinnen machen. Es gibt also viel zu tun für die beiden Verlierer Fletch und Jimmy, die doch eigentlich nur ihre Ruhe haben wollten.

Lesbian-Vampire-Killers

Lesbian Vampire Killers nimmt sich in keiner Sekunde ernst und liefert einenhalb Stunden puren Spass ab. Dass man hier mehr als eindeutig die Buddydynamik der Filme Shaun of the Dead und Hot Fuzz (ein dünner Verlierertyp und sein dicker, leicht unterbelichteter Freund kämpfen mit viel Charme und Wortwitz gegen das Böse in jeder Form) nachmacht, das verzeihe ich auf Grund des hier präsentierten hohen Unterhaltungswerts gerne. An die eben genannten Vorbilder kommt dieser Film zwar nicht heran, aber er ist eindeutig besser, als sämtliche Parodien der letzten Zeit die aus Amerika kamen.

Der englische Akzent und der trockene Sprüche um sich schmeissenede Humor ist dann auch einer der grössten Pluspunkte des Films. Hier trifft eine grosse Portion Slapstick auf zahlreiche skurrile Ideen und schrullige Charaktere bzw. hübsche, aber nicht sonderlich kluge Damen. Die Musik und das Setdesign erinnern an die grossen Gruselfilme der alten Zeit, wirken dabei wie eine Parodie und Hommage zugleich.

Hier werden Kondome mit Weihwasser gefüllt und als Wasserbomben benutzt.
In einer Szene hält Fletch eine Vampirin an den Brüsten unter der Dusche fest während ein Priester das laufende Wasser weiht. Am Ende hat der völlig entnervte Fletch dann nur mehr ihre Silikonkissen in der Hand. Das magische Schwert stammt vom Gott der Lust namens Dieldo und der Knauf des Schwertes sieht verdächtig nach einem Dildo aus.
Als Schlussgag bekommt man dann auch noch einen schwulen Werwolf zu sehen.

Solche Szenen machen Spass und wirken trotz ihrer einfach gestrickten Art immer locker und leichtfüssig und nicht platt oder tief, liegt meiner Meinung nach eindeutig am englischen Charme. Die Schauspieler sind grösstenteils unbekannt, liefern aber charmante Performances ab und haben sichtlich Spass an der Sache.

Die Effekte sind teilweise absichtlich schlecht und passen zur Grundhandlung perfekt dazu. Vor allem das weisse, schleimige Vampirblut kommt haufig zum Einsatz, die wenige Gewalt beim Töten der Vampirinnen ist immer over the top und wirkt daher intendierterweise eher belustigend als abschreckend.

Für einen kurzweiligen, charmanten Komödienabend ist Lesbian Vampire Killers also auf jeden Fall zu empfehlen. Hier geht es um gar nichts (außer um die Rettung der Welt) und das ist auch gut so. Für Entspannung für die grauen Zellen und Anpsannung für die Lachmuskeln ist also gesorgt. Man muss übrigens Lesben und Vampire nicht mögen um an diesem Film gefallen zu finden.

Am Ende noch ein kleines Zitat einer Frau über Beziehungen, kein Wunder, dass wir Männer das weibliche Volk nicht verstehen.
Judy: „I´m not dumping you. I just think we are stronger together apart.“

Lesbian Vampire Killers bekommt von mir 7,5/10 bissige Empfehlungspunkte.


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