Die wahren Memoiren eines internationalen Killers – True Memoirs of an International Assassin (Filmkritik)

Sam Larson (Kevin James) ist ein vergleichsweise normaler Angestellter, der seine Freizeit damit verbringt seinen ersten Roman fertigzustellen. Dank seiner Publizistin, die sein Werk als auf wahren Tatsachen beruhend veröffentlicht, wird Sam nach Venezuela entführt, wo er für die drei amtierenden Machthaber jeweils die Konkurrenz ausschalten soll. Um nicht gleich selbst ins Gras zu beißen, spielt Sam erst einmal mit und bekommt überraschend Hilfe von der DEA-Agentin Rosa Bolivar (Zulay Henoa).

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Regie an dieser Stelle Jeff Wadlow, der bisher am ehesten dafür bekannt ist, mit „Kick-Ass 2“ eine Fortsetzung abgeliefert zu haben, die finanziell so schlecht angekommen ist, dass man Pläne für eine dritten Teil zeitnahe zu den Akten gelegt hat. Nun darf er, anstatt Matthew Vaughn nachzueifern, sein eigenes Ding machen und das Ergebnis überrascht ein wenig.

Der Film basiert auf einer Geschichte von Jeff Morris, die 2009 auf der Black List der besten noch-nicht-produzierten Drehbücher zu finden war. Schließlich war es dann bei den 68sten Internationalen Filmfestspielen von Cannes, dass Netflix die weltweiten Vertriebsrechte für den Film erwarb. Man könnte hier fast meinen, Kevin James hätte sich ein wenig an seinem Freund Adam Sandler (The Do-Over) orientiert.

Schenkt man dem Internet glauben, dürfte Sandler James tatsächlich gesagt haben, dass es fantastisch ist mit der Streaming-Plattform zusammenzuarbeiten. Zudem spielen Ticketverkäufe und schlechte Reviews praktisch keine Rolle und Zuschauerzahlen werden von Netflix auch keine veröffentlicht. Doch nun zum eigentlichen Film.

Der Film beginnt mit einem von Marson Carvers actiongeladenen Abenteuern. Nichts scheint ihn aufhalten zu können bis ihn jemand mit einem Raketenwerfer abschießt. Ab dann stellt sich heraus, dass alles nur im Kopf des Autors, sprich Sam Larson, stattgefunden hat. Der ist dann auch schon fast fertig mit seinem Buch, sucht aber noch das passende Ende.

Die Idee zu Beginn, dass die Romanfiguren darauf warten, dass es endlich weitergeht, ist irgendwie kreativ und wird später so ähnlich wieder aufgegriffen. Zwar sind diese späteren Tagträume nicht mehr so kreativ, passen aber meistens in die Geschichte. Um dann ein passendes Ende zu finden, konsultiert Sam einen Freund und ehemaligen Analysten.

Der erzählt ihm eine Geschichte, die Sam auch prompt für das Ende seines Buches verwendet. Sam sucht jemanden der sein Buch veröffentlicht und trifft auf Kylie, die sein Buch verkauft und, um die Verkaufszahlen zu steigern, so tut als wäre alles was drinnen steht wirklich passiert. Bei einem Interview ergreift Sam die Panik und kurze Zeit später findet er sich in Venezuela wieder.

Dafür, dass der Film eine Laufzeit von gerade einmal 90 Minuten hat, nimmt sich Wadlow zu Beginn vergleichsweise viel Zeit. Zwar ist auch da immer etwas los und die Gags sind gut, aber dennoch fühlt es sich ein wenig so an als würde man auf etwas warten. Als Sam dann endlich in Venezuela ist, zieht die Erzählgeschwindigkeit spürbar an.

Die Gags sind nicht nur lustig, sondern haben in der Regel ein gewisses (wenn auch nicht allzu hohes) Niveau, das gehalten wird. Etwa als Sam via Satellit von zwei CIA-Agenten beobachtet wird und einer meint, es sei die Pflicht der beiden einem US-Bürger zu helfen. Der zweite bricht daraufhin in Gelächter aus, weil er für einen kurzen Moment geglaubt hat, der erste würde das ernst meinen.

Leider reicht es nicht immer für ein herzhaftes Gelächter, aber ein verschmitztes und auch schadenfrohes Grinsen ist vergleichsweise oft drinnen (etwa als der von Andy Garcia gespielte El Torro mit einem Messer bei einer Schießerei auftaucht). Bei den Schauspielern kann vor allem Kevin James (Das Schwergewicht) selbst überzeugen.

Man merkt, dass James bei der Sache ist und hier spielt er eine Rolle die ihm zu liegen scheint. Er gibt sich als Sam Larson leicht nerdig, wenn es um Recherchen rund um sein Alter Ego geht, und minimal tollpatschig, was im Lauf der weiteren Geschichte für diverse amüsante Momente sorgt. Einige Geschehnisse sorgen dafür, dass er sich, um nicht zeitnahe zu sterben, für seine Romanfigur ausgeben muss.

Zulay Henao als DEA Agentin Rosa Bolivar hinterlässt Eindruck und beweißt mehrfach, dass sie nicht nur gut aussieht, sondern auch in Action-Szenen eine gute Figur macht. Die restlichen Schauspieler, unter ihnen bekannte Gesichter wie Ron Rifkin (Limitless), Andy Garcia (Lets be Cops) oder Rob Riggle (21 Jump Street), müssen sich zu keinem Zeitpunkt für ihre jeweiligen Rollen anstrengen und tun das auch nicht.

Alles in allem ist „Die wahren Memoiren eines internationalen Killers“ nicht so schlecht wie der Name des Regisseurs befürchten lassen könnte. Dennoch bleibt die Geschichte um den Autor, der wider Willen zum Auftragskiller wird, deutlich hinter den potentiellen Möglichkeiten derselben zurück. Zum Glück kann Kevin James in dieser Hauptrolle überzeugen.

Der Film „Die wahren Memoiren eines internationalen Killers“ bekommt 6,5/10 nicht ganz der Wahrheit entsprechende Empfehlungspunkte.


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