The Great Wall (Filmkritik)

William Garin (Matt Damon) und Pero Tovar (Pedro Pascal), zwei Söldner, stehen einer riesigen Horde von Monstern, die über die chinesische Mauer wollen, gegenüber. Diese Kreaturen versuchen alle 60 Jahre China zu überrennen und alles zu vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt. Gemeinsam mit einer Elitearmee unter der Führung General Shaos (Zhang Hanau), tun sie ihr Bestes um China vor der Zerstörung zu retten…

„The Great Wall“ beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der chinesischen Mauer, unter anderem auch mit dem Grund für ihren Bau. In diesem Film sind nicht etwa menschliche Feinde Schuld, sondern vielmehr orientiert man sich an Sagen, die um das Bauwerk ranken. So schützt die Mauer vor äußerst intelligenten Monstern, die alle 60 Jahre versuchen über die Mauer nach China zu gelangen. Doch dieses Jahr sind sie früher dran.

Neben dem Setting im alten China (eine genaue Zeitangabe bekommt man nicht) wird dank einer Mischung aus amerikanischen und chinesischen Darstellern zeitgleich auch der immer wichtiger werdende, weil finanziell äußerst lukrative, asiatische Filmmarkt bedient. Immer öfter sind Filme die in den Staaten mäßig erfolgreich sind, in China Überraschungserfolge.

Mein erster Gedanke beim sehen des Trailers, war neben wie hübsch, wie kommt Matt Damon denn bitte logisch erklärt an den Schauplatz des Geschehens. Und tatsächlich wird seine Anwesenheit kurz, aber halbwegs zufriedenstellend erklärt. Matt Damon spielt William Garin, einen Söldner, der in seinem Leben schon viele Kriege gesehen und auch überlebt hat. Damon hat dank der „Jason Bourne“ Filme schon einige Erfahrung mit Stunt-Work und schafft es auch hier überzeugend den Elite-Soldaten zu spielen. Wenn er à la „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ durch die Luft wirbelt, oder mit Pfeil und Bogen sein können zeigt beeindruckt er, aber ansonsten verlangt ihm seine Rolle nicht allzu viel ab.

Die Handlung ist simpel und nicht immer macht sie Sinn. Doch wenn man ehrlich ist, schaut man sich einen solchen Film ohnehin nicht wegen dem Plot an, sondern wegen der oft wunderschönen Optik und den von Regisseur Zhang Yimou (House of Flying Daggers) gut gemachten Action-Szenen. Man sieht über weite Strecken deutlich, dass hier 150 Millionen Dollar investiert wurden. Vor allem in Szenen mit vielen Menschen wurde auf Statisten zurückgegriffen, anstatt sie am Computer zu erschaffen, was dann dementsprechend beeindruckend aussieht. Die Szenen mit den Monstern sehen nicht immer ganz so gelungen aus, wenngleich sie vom Design her durchaus zu faszinieren wissen.

Schauspielerin Jing Tian (bald in „Kong: Skull Island“ zu sehen) spielt die weibliche Hauptrolle Commander Lin Mae. Frauen sind in der Armee ihren männlichen Kollegen ebenbürtig, was mal eine erfrischende Abwechslung ist. Da die Chinesen in diesem Film allgemein eher stoisch und ruhig rüber kommen (was ja der Mentalität dieses Volkes entspricht), war es für mich ziemlich schwer, zu diesen Charakteren eine Bindung aufzubauen. Eine Ausnahme gibt in der Form des jungen chinesischen Soldaten Peng Yong, der von dem Sänger Lu Han gespielt wird.

Was mich persönlich wirklich enttäuschte, ist hier allerdings das Ende. Ich nenne es hier mal die „The Avengers“-Lösung. Genau wie hier wusste Whedon nicht, wie er die Alien-Invasion in Spielfilm-Länge glaubwürdig zu Ende bringen sollte und wählte einen recht simplen Ausweg: SPOILER Bring den Boss um und alle anderen werden deswegen auch sterben SPOILER ENDE. Das mag bei Robotern ev noch funktionieren, aber doch nicht bei Lebewesen. Genauso wenig logisch ist die Schwachstelle der Monster. SPOILER Magneten? Zufällig hat William einen riesigen Magneten mit, weil er ja einen Kompass bauen will. Da braucht man ja sicher ein halbes Kilo von dem Zeug. SPOILER ENDE

Fazit: Gutes Action-Kino, das man genießen kann, wenn man es schafft, dabei das Hirn auf Sparflamme zu schalten.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 Invasionen bekämpfende Punkte.


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