Bad Neighbors (Filmkritik)

Kelly (Rose Byrne) und Mac Radner (Seth Rogen), ein Ehepaar, das mit seinem Baby in einer beschaulichen Vorstadtsiedlung wohnt, liebt die Ruhe in ihrer netten Nachbarschaft. Doch als im Haus nebenan eine feierwütige Studentenverbindung einzieht, ist es vorbei mit dem Frieden. Kelly und Mac beginnen nach anfänglichen Annäherungsversuchen einen regelrechten Kleinkrieg mit ihren neuen Nachbarn, von denen ihnen vor allem der rüpelhafte Präsident der Verbindung, Teddy (Zac Efron), ein Dorn im Auge ist.

Bad Neighbors

Kennt ihr die Art von Film die super komisch ist, für die man sich dann aber fast ein wenig schämen muss, weil man sie wirklich gut und witzig findet? „Bad Neighors“ fällt für mich persönlich in diese Kategorie. Dennoch habe ich schon lange nicht mehr so ausgiebig bei einem Film gelacht, wurde wirklich köstlich unterhalten und habe mich keine Sekunde gelangweilt.

Regie führte Nicholas Stoller, der schon bei „Nie wieder Sex mit der Ex“ zeigte, dass auch seichter Humor schon mal richtig Spaß machen kann, wenngleich ich rückblickend eindeutig auf die Großaufnahme von Jason Segels Würstchen verzichten hätte können. Wer „Nie wieder Sex mit der Ex“ mochte, der wird sich auch bei „Bad Neighbors“ wohl fühlen.

Diverse Gags, in denen es um Geschlechtsteile geht (im Sinne der Gleichberechtigung die von Männern und Frauen) sind großzügig auf Spielfilmlänge verteilt und verhindern, dass das Gefühl von Ernsthaftigkeit aufkommt. Als Stilmittel in Punkto Regie verwendete Stoller Videotelefonieren, was sich wirklich gut machte und mal ein bisschen Abwechslung bot.

Verfilmt wurde ein Skript von Andrew Jay Cohen und Brendan O’Brien, die bereits im Rahmen des Kurzfilms „Acting with James Franco“, mit Dave Francos Bruder James Franco zusammen arbeiteten. Als Produzenten fungierten Evan Goldberg und Seth Rogen, die zuvor ihr gemeinsames Regiedebüt „This is the End“ veröffentlichten und zeitgleich zu „Bad Neighbors“ schon an ihrem nächsten Film „The Interview“ arbeiteten.

Seth Rogen (The Green Hornet) scheint inzwischen liebend gerne in diesem Genre zu Hause zu sein und das ist auch gut so. Fast keinem anderen nimmt man den durch und durch Normalo-Spießer so ab wie ihm. Eben nicht der typische Hollywood-Schönling, überzeugt er durch treffsichere Pointen und seine geniale Darstellung eines Bekifften.

Rose Byrne (Prakti.com) mit ihrem breiten australischen Akzent war das Mastermind hinter der Aktion „vergrault die Studenten“ und machte sich mit Engelsgesicht daran, die Studentenverbindung von innen zu zerstören. Da sorgt sie gleich mal dafür, dass Teddys Freundin mit seinem Bro und Co-Präsidenten der Studentenverbindung Pete ins Bett hüpft um Zwietracht zu säen.

Zac Efron (Für immer Single), das Milchbubi aus „High School Musical“, spielte den Chef der Studenten-Verbindung zur Perfektion. Anfangs wirklich nett zu Mac und Kelly, unterstellt man ihm schon böse Beweggründe, aber es stellt sich heraus, dass er wirklich herzensgut ist, wenngleich ein wenig hohl in der Birne. Nachdem seine Nachbarn die Polizei rufen, als die Studenten zu laut werden, ist es Zeit für Krieg und aus dem netten Studenten wird ein wirklich fieser Störenfried, der keine Gelegenheit auslässt, seine Nachbarn zu traktieren.

An seiner Seite ist Pete (Dave Franco), der mir seit der Komödie „Warm Bodies“ ein Begriff ist, aber im Film darauf reduziert wird, auf Kommando einen Ständer zu bekommen. Christopher Mintz-Plasse (Kick Ass) als Scoonie bleibt nur in Erinnerung, weil sich eine Dame seinen riesigen Penis als Halskette umlegt.

Fazit: „Bad Neighbors“ ist leichte Kost für Erwachsene. Leute denen „This is the End“ oder „Nie wieder Sex mit der Ex“ gefallen haben, werden auch hier glücklich werden. Das Ende des Film hat dann für mich alles ein wenig abgewertet, weil es für mich einfach nicht zufrieden stellend war.

Dieser Film bekommt von mir 7/10 geni(t)ale Punkte.


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