Hänsel und Gretel: Hexenjäger – Hansel & Gretel: Witch Hunters (Filmkritik)

In jungen Jahren wurden Hänsel (Jeremy Renner) und seine Schwester Gretel (Gemma Arterton) von ihren Eltern im Wald ausgesetzt. Dort landen sie bei einer Hexe, schaffen es jedoch erfolgreich nicht nur diese Begegnung zu überleben, sondern auch die Hexe zu töten.
Einige Jahre später nutzen die beiden ihre Erfahrungen und haben die Jagd auf die bösen Hexen zu ihrem Beruf gemacht. Ihr neuster Auftrag führt sie in die Stadt Augsburg, wo mehrere Kinder verschwunden sind. Die örtliche Oberhexe (Famke Janssen) stellt sich jedoch als taffer Gegner heraus.

Hansel-Gretel-Witch-Hunters

Die Regie bei diesem brachialen Actionfeuerwerk führte Tommy Wirkola. Sein bisher vermutlich bekanntester Film trägt den Namen „Dead Snow“ und handelt von Nazi-Zombies. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass Wirkola sich hier treu geblieben ist und an dieser Stelle auch für das Drehbuch verantwortlich war, ist schnell klar dass diese Interpretation der Geschichte mit dem Original nicht sehr viel zu tun hat.

Der Film beginnt mit der Geschichte, die man schon in den eigenen jungen Jahren erzählt bekam. Der Teil wo die Geschwister der Hexe einheizen, scheint hier aber nur der Vollständigkeit halber drinnen zu sein, was aber nicht weiter stört. Anschließend wird geschickt umgeschwenkt in die Zeit, in der die beiden beruflich äußerst erfolgreich Jagd auf Hexen machen. An dieser Stelle wird klar, dass man versucht hat eine eigene Welt zu schaffen, in der es vor Magie nur so zu wimmeln scheint.

Stellenweise fühlt man sich möglicherweise an „Snow White and the Huntsman“ erinnert mit dem Unterschied, dass die Welt von Hänsel und Gretel zwar mit weniger Details geschmückt wurde, dafür aber auf ihre eigene schräge Art und Weise stimmig ist. Aber im Wesentlichen dient alles nur dazu, es auf möglichst spektakuläre Art und Weise krachen zu lassen. Nachdem man sich also kurz Zeit genommen hat um alle Akteure zusammenzubringen, schaltet der Film mindestens zwei Gänge hoch und gleicht ab diesem Zeitpunkt einem Feuerwerk auf Steroiden und Speed.

Dabei nimmt sich der Film nicht wirklich ernst und spätestens wenn mit einer Mini-Gun auf eine Ansammlung Hexen geballert wird ist auch klar, dass Realismus keine allzu große Rolle spielt. Zwar ist der Film rund um die Hexenjäger vom Anspruch her relativ niedrig angesiedelt, interessanterweise nimmt man sich dann aber doch die Zeit, die wichtigen Dinge zu erklären (z.B. warum Hänsel und Gretel den ersten Besuch überlebten und warum sie von ihren Eltern ausgesetzt wurden).

Neben der schrägen Geschichte gibt es aber noch einen weiter Grund warum der Film durchaus Spaß macht und das sind die Hauptdarsteller. Jeremy Renner (The Avengers) als Hänsel macht hier einen extrem coolen Eindruck und auch die Tatsache, dass er zuckerkrank ist und sich regelmäßig sein Insulin spritzen muss (aber sicher doch…) ist für ihn kein Hindernis. Gemma Arterton (Prince of Persia) als Gretel steht ihrem männlichen Kollegen in Punkto Coolness kein bisschen nach, ist ganz nebenbei auch noch der Hingucker für die männlichen Zuschauer und wertet den Film im englischen Orginal mit ihrem markanten britischen Akzent auf.

Die beiden passen unglaublich gut zusammen und deswegen hoffe ich inständig, dass sie zukünftig wieder gemeinsam vor der Kamera stehen. Auf der anderen Seite gibt es jede Menge Hexen die es zu töten gilt aber nur eine, die aus der Menge heraussticht. Famke Janssen macht hier einen herausragenden Job und ist ein mehr als würdiger Gegner für die beiden, vor dem man sich zu Recht fürchten sollte. Peter Storemare erleidet hier leider dasselbe Schicksal wie bei „The Last Stand“ und wird in seiner Rolle als Sheriff verheizt, nur dass es dieses Mal deutlich schneller geht.

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ ist ein Film der – die richtige Erwartungshaltung vorausgesetzt – unglaublichen Spaß macht und durch seine schräge Machart etwas einzigartiges hat. Die Geschichte rund um die beiden hat zudem Potential und aus diesem Grund würde ich mir auch eine Fortsetzung wünschen.

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ bekommt daher von mir 7,5/10 übermäßig coole Empfehlungspunkte. Der Film ist in kürze neben Video on Demand auch auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Achtung: Die Blu Ray beinhaltet eine 10 Minuten längere Version des Films!

Hänsel und Gretel - Hexenjäger - Extended Cut [Blu-ray]


von Tommy Wirkola [Paramount (Universal Pictures)]
Preis: EUR 8,56

Hänsel & Gretel: Hexenjäger


von Stephen Scott [Paramount (Universal Pictures)]
Preis: EUR 6,72


7 Gedanken zu „Hänsel und Gretel: Hexenjäger – Hansel & Gretel: Witch Hunters (Filmkritik)

  1. Ich meine ja (und mit der Meinung stehe ich nicht alleine da), dass der Vorspann das Beste des Filmes war. Weiters positiv zu erwähnen: die Länge des Films, der mit gerade mal 88 Minuten Länge zumindest eins war, nämlich schnell vorbei.

    Natürlich muss man den Film dafür Tribut zollen, dieses aberwitzige Konzept konsequent durchgezogen zu haben, aber das Endresultat war für mich einfach nicht stimmig genug um dann wirklich das Hirn komplett auszuschalten und zu genießen.

    • schön für dich das du mindestens eine person gefunden hast die deiner meinung ist…

      ich finde (und ja mit dieser meinung stehe ich auch nicht alleine da) das der film spaß macht und ich für meinen teil wünsche mir hänsel und gretel 2

  2. Ich bin mit niedrigen Erwartungen reingegangen und wurde positiv überrascht. Im Grunde ist der Film schon Trash, aber sympathische Darsteller und witzige Ideen (Zuckerkrankheit xD) haben das Ganze sehr kurzweilig gemacht. Einen zweiten Teil würde ich mir auch ansehen :).

  3. Also ich stimme Zindy zu, dass der Vorspann optisch der(!) Hingucker des Films war. Ein Hammer.

    Aber ich fand auch den Rest des Films an sich sehr fein. Berechenbar? Ja. Klischees? Oh Gott, ja. Dumme Dialoge, umstimmige Filmwelt, doofe Entscheidungen, seltsame Drehbuchwendungen, vollkommen blöde „Twists“? Ja.

    Klingt nach einem Hochglanz-Film, der eigentlich in die „Best Of Worst Case“-Reihe gehört. Für einen BowC-Film trifft er genau alle richtigen Knöpfe.

    Bevor ich auf Teil 2 hoffe, hoffe ich ja mal auf eine „Uncut-Version“ auf DVD oder BR, da ich mir sicher bin, das der Film geschnitten war.

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