Deepwater Horizon (Filmkritik)

Im Jahr 2010 liegt im Golf von Mexico, 84 Kilometer südlich der Küste von Louisiana, die Bohr-Plattform Deepwater Horizon. Als mit einer Probebohrung ein neues Ölfeld erschlossen werden soll, kommt es wegen einer Reihe von technischen Problemen zu einer Explosion. Die Besatzung, unter ihnen der Leiter der Plattform James Harrel (Kurt Russel) und der Techniker Michael Williams (Mark Wahlberg), kämpfen um ihr Überleben und versuchen noch Schlimmeres zu verhindern.

Regie bei diesem Film führt Peter Berg, der scheinbar bei „Lone Survivor“ Gefallen an Geschichten gefunden haben dürfte, die auf einer wahren Begebenheit basieren. Wieder mitgebracht hat Berg dann Mark Wahlberg, der an dieser Stelle erneut eine tragende Rolle übernimmt. Zu Beginn seines Films lässt es Berg dann vergleichsweise ruhig angehen.

Der Zuschauer hat mehr als genug Zeit, sich mit der Situation, der Umgebung und den Personen vertraut zu machen. Man lernt die Menschen auf der Deepwater Horizon kennen und bekommt ein grobes Gefühl dafür wie sie, auch miteinander, funktionieren. Das entwickelt sich vergleichsweise natürlich und führt später dazu, dass sie dem Zuschauer dann nicht egal sind.

Nachdem es nach gut fünfzig Minuten zum ersten Zwischenfall kommt, geht alles unglaublich schnell. Ein technisches Problem führt zum nächsten und innerhalb kürzester Zeit steht die gesamte Plattform unter Flammen. Ab sofort wird weder den Protagonisten, noch dem Zuschauer eine Pause gegönnt, was dem Film eine gewisse emotionale Dringlichkeit verleiht.

Optisch scheint sich Peter Berg nach wie vor ein wenig an Michael Bay (Pain & Gain) zu orientieren. Zwar ist Berg leider kein Bay, aber dennoch funktioniert die Art und Weise wie er die Geschichte inszeniert. Er fängt, unter anderem mit großzügigen Kamerafahrten und Schwenks, die Szenerie ein. Auch wenn es in der zweiten Hälfte des Films drunter und drüber geht, bewahrt man als Zuschauer den Überblick.

Der von Berg gewählte Stil scheint hier ein Mix aus Dokumentation und Kriegsfilm zu sein. Was als Idee vielleicht schräg klingt überzeugt aber wegen eines unglaublichen Gefühls für Authentizität und Dringlichkeit – immerhin kämpfen Menschen hier um ihr Überleben. Das damit verbundene Actionspektakel ist dann zwar atemberaubend, drängt sich aber zu keinem Zeitpunkt in den Vordergrund.

Die jeweiligen Rollen sind dann durch die Bank erstklassig besetzt. Mark Wahlberg (Daddy’s Home) kann sowohl zu Beginn als Familienvater als auch im Laufe der weiteren Ereignisse überzeugen. Kurt Russel (The Hateful Eight) ist als Jimmy Harrell respekteinflößend, während John Malkovich (Red 2) als BP-Vorstandsmitglied Donald Vidrine überzeugen kann.

Natürlich sind die drei genannten Beispiele nicht die einzigen. Was einen großen Teil es Charmes ausmacht, ist der Umstand wie hier alle in Kombination zusammenarbeiten. Als Zuschauer glaubt man, man hätte hier tatsächlich eine Crew vor sich.

Alles in allem ist „Deepwater Horizon“ als Film nur wegen seines Themas speziell. Kann man darüber hinwegsehen, überzeugt die Geschichte, die Inszenierung und die Schauspieler.

Der Film „Deepwater Horizon“ bekommt 7/10 die Situation halbwegs in den Griff bekommende Empfehlungspunkte.

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