The Cabin in the Woods (Filmkritik)

Curt (Chris Hemsworth) fährt mit seiner Freundin Jules und den gemeinsamen Freunden Dana, Marty und Holden für ein Wochenende voller Alkohol, Spaß und Dauerpartystimmung auf die Hütte seines Cousins, die sich mitten in einem abgelegenen Waldstück befindet. Dort angekommen, lassen sich die Fünf von kleineren seltsamen Ereignissen nicht aus der Ruhe bringen, was sich schon bald als großer Fehler erweisen wird, denn die Geheimnisse rund um die einsame Hütte, könnten kaum tödlicher sein.

The Cabin in the Woods Film

Dies ist das Spielfilmdebut von Drew Goddard, der zuvor mit seinem Co-Drehbuchautor Joss Whedon (The Avengers) auch schon bei dessen Serien Buffy und Angel zusammengearbeitet hat. Whedon hat ja in Interviews gesagt, er wollte mit diesem „liebenden Hassbrief“ an das Genre frischen Wind in die Welt des Horrorfilms bringen, den wir lieben dafür, dass wir uns fürchten dürfen und einerseits zwar unbedingt wollen dass bestimmte Personen überleben, doch auf der anderen Seite ständig hoffen, dass sie zuvor dunkle Orte betreten und schreckliche Dinge erleben. Was Whedon jedoch nicht leiden kann in solchen Filmen sind junge Leute, die sich wie Idioten aufführen und den immer tieferen Absturz des modernen Horrorfilms in die Welt der Folterpornos.

Was nun mit diesem Anspruch aus „The Cabin in the Woods“ geworden ist ist ziemlich schwer zu erklären, ohne zuviel zu verraten. Dieser Film ist keine Parodie, er macht sich nicht lustig über Horror. Viel mehr ist dies ein Horrorfilm der zu erklären versucht, warum Horrorfilme eigentlich existieren. Nimmt man kurze Sequenzen und darin getroffene Entscheidungen aus dem Film heraus, dann hat man genau sowas schon zahlreiche Male woanders gesehen. Genreklischees eben. Fast gleichzeitig aber beginnt man von „Cabin“ als Ursprung ausgehend, die Regeln des Horrorfilmes zu überdenken, da trotz des Einsatzes der Metaebene (durch einen bestimmten Charakter) einige genreübliche Abläufe einfach nicht vermeidbar sind.

Storymäßg treffen hier zwei Geschichten aufeinander, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Auf der einen Seite die fünf jungen Partyfreunde – die Schlampe, der Athlet, der Gelehrte, der Narr und die Jungfrau – auf der anderen Seite die abgebrühten Anzugträger hinter den Monitoren, deren Aufgaben und Beweggründe vorerst geheimnisvoll bleiben. Wenn dann die Party auf mehreren Ebenen wirklich losgeht, dann ist man längst völlig gefangen in dieser Idealwelt für Horrorfreunde, voller Anspielungen, Insiderwissen und Respekt vor dem Genre.

Beginnt dann das letzte Drittel des Filmes werden die vorhersehbaren und bekannten Elemente schnell zum letzten Sicherheitsnetz für den Zuschauer, denn dann springt die Handlung von leicht über der Klippe in den totalen Überladungsmodus, ohne dabei völlig zu übertreiben. Was dann daherkommt ist einfach nur eine Freude für jeden Horrorfreak und das wie sooft in diesem Film auf mehreren Ebenen. Das Ende ist dann auch konsequent und genau so wie es Whedon wohl gewollt hat, ein großes „Fuck You“ an die Vertreter und Anhänger der fragwürdigen „torture porn“ Fraktion.

Schauspielerisch überzeugen vor allem Kristen Connolly als sehr natürliche, mit starkem Kampfgeist versehene (Klischee) Heldin und Fran Kranz (auch eine alter Whedon Bekannter aus der „Dollhouse“ Serie) als Kiffer, der den Ernst der Lage am schnellsten durchschaut. Chris Hemsworth (Thor) ist der einzige Neostar an Bord und er spielt stark, doch hat er weniger tolle Szenen als seine gerade genannten Partner. Wie immer großartig ist auch Richard Jenkins (Let Me In) der sich seiner Sache völlig verschrieben hat, ohne moralische bedenken. Mit der immer irgendwie liebenswerten Amy Acker (Angel), ist dann auch in einer Nebenrolle noch eine Whedon Freundin mit dabei.

Spannend, lustig, selbstreflexiv, das Gehirn unter- und überfordernd kommt diese Waldhütte daher, ein Film von Fans für Fans, der sich vor den Stärken und Grundelementen des Genres verneigt bzw. zeigt, warum sie notwendig sind und so gut funktionieren, andererseits aber auch klar die Abneigung gegen die lustlosen und unmenschlichen Vertreter der Horrorfilmkunst zeigt. Für mich ein echter Hit, spannend entweder allein im dunkeln Raum oder auch als Funfest für Fans geeignet, die ihr Hirn nicht sofort ausschalten, wenn wo Horror drauf steht.

P.S.: Auch wenn ich nun etwas um den heißen Brei herum geschrieben habe bleibe ich dabei: schaut euch das ohne viel drüber zu wissen an, dann funktioniert der Film am Besten, denn auch wenn man ihn sicherlich öfters ansehen kann, sollte man sich dieses Erlebnis des unwissenden ersten Males nicht nehmen lassen.

The Cabin in the Woods bekommt von mir 9,5/10 die Menschlichkeit für die Menschheit opfernde Empfehlungspunkte.


2 Gedanken zu „The Cabin in the Woods (Filmkritik)

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