G.I. Joe: Die Abrechnung – Retaliation (Filmkritik)

Ein Agent vom Cobra Kommando hat erfolgreich die amerikanische Regierung infiltriert und den amerikanischen Präsidenten ersetzt. Er erklärt den G.I. Joes den Krieg und lässt die ganze Truppe durch einen Überraschungsangriff töten.

Die Überlebenden des Angriffs, Roadblock (Dwayne Johnson), Lady Jane (Adrianne Palicki) und Flint (D.J. Cotrona), kämpfen seither nicht nur gegen eine unvorstellbare Übermacht, sondern versuchen auch zu verhindern, dass Cobra Commander seinem Ziel von der absoluten Weltherrschaft zu nahe kommt.

GI-Joe-Retaliation

Bereits vor vier Jahren (also 2009) kam das erste Abenteuer der Joes in die Kinos und sorgte mit einer ordentlichen Portion abgedrehter Action für gemischte Gefühle. Das damalige Konzept, das unter der Regie von Stephen Sommers realisiert wurde, entspricht vermutlich am ehestem dem, was sich Kinder vorstellen, wenn sie mit den Supersoldaten im heimischen Kinderzimmer spielen, es war finanziell aber nur mäßig erfolgreich.

Nun gibt man der grundsätzlichen Idee eine zweite Chance und macht dabei vieles anders. Das Team ist neu, die Geschichte ein deutliches Stück weniger überzeichnet und auch hinter der Kamera musste Sommers für jemand neuen Platz machen. Regie an dieser Stelle führte Jon M. Chu, der eine eigenartige Wahl für diesen Posten darstellt, da sein bedeutendstes Werk, neben Step Up 2+3D, eine Dokumentation über Justin Bieber ist.

Was erst einmal eigenartig klingt, funktioniert in der Praxis dann doch unerwartet gut. Chu zeigt während der gesamten Laufzeit von ca. 110 Minuten, dass er ein Händchen für die optische Inszenierung hat, auch wenn sich der Zuschauer am Ende des Films vielleicht eine Spur mehr Übersichtlichkeit gewünscht hätte. Die Geschichte des Films wurde bei dieser Fortsetzung ein Stück weit näher an die Realität geholt, was sich auch optisch bemerkbar macht.

Zwar wirken Ausrüstung, Waffen und auch so manch technische Gegebenheit immer futuristisch (immerhin spielt der Film ja auch in der Zukunft), aber dennoch hat man sich von der stark überzeichneten Welt des ersten Teils verabschiedet. Die hier geschaffene Welt und die actionreiche Inszenierung des Films sehen erstklassig aus. Bekanntlich wurde der Film um mehrere Monate verschoben –  allem voran zugunsten einer 3D-Konvertierung.

Der hier gebotene Effekt sieht nicht schlecht aus oder stört gar, dennoch bietet er in nur wenigen Szenen einen wirklichen Mehrwert. Auch von einem angeblichen Nachdreh mit dem Ziel Channing Tatum mehr Screentime zu geben, ist leider nichts zu merken. Beides trübt den Filmgenuss aber keinen Moment, sondern stört (wenn überhaupt) nur im Zusammenhang mit einer entsprechenden Erwartungshaltung. Der Grund, warum der Film sehr viel Spaß macht, ist die Leistung der Schauspieler.

Zwar ist es irgendwie bitter, dass von Teil eins gerade einmal so viele Charaktere übernommen wurden, dass sie sich an einer Hand abzählen lassen, aber man hätte es beim neuen Team kaum besser treffen können. Dwayne Johnson (Faster) als Roadblock, Jonathan Pryce (Echelon Conspiracy) als Präsident, Bruce Willis (Stirb Langsam 5) als General Joe Colten und Ray Stevenson (Punisher: War Zone) als der Cobra Kommando Angehörige mit Namen Firefly (um nur einige zu nennen), hatten sichtlich ihren Spaß und können das auch vermitteln.

Ebenfalls erinnerungswürdig ist der schräge Auftritt von Walton Goggins (Django Unchained) als Gefängnisdirektor und Adrianne Palicki (Red Dawn), die auch abseits des Schlachtfeldes in Zusammenhang mit einem denkwürdigen roten Kleid, zumindest dem männlichen Zuschauer in Erinnerung bleibt.

Alles in allem ist „G.I. Joe: Die Abrechnung“ zwar wegen des stark veränderten Konzepts eine eigenständige, aber dennoch eine würdige Fortsetzung, die es gerne und oft krachen lässt und dennoch dank ihres schrägen Humors nie ganz erst sein will. Parallel zu der Handlung rund um Roadblock und Co findet sich übrigens eine ausbaufähige Ninja-Geschichte, von der ich im bereits angekündigten dritten Teil gerne mehr sehen würde.

G.I. Joe: Die Abrechnung bekommt von mir 8/10 erneut die Welt vor den Cobras rettende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „G.I. Joe: Die Abrechnung – Retaliation (Filmkritik)

  1. Ich hatte auch meinen Spaß. Ist mir ein Rätsel, wie man angesichts des allgemeinen Treibens sagen kann, der Film nehme sich ernst. Wenn ich allein schon an das Treffen der Nuklearmächte denke.. xD

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