Red Dawn (Filmkritik)

In der Stadt Spokane im Staat Washington geht von einem Moment auf den nächsten das Licht aus. Kurze Zeit später tauchen Flugzeuge auf, aus denen feindliche Truppen abspringen. Ein paar Jugendlichen gelingt jedoch während der ersten Angriffswelle die Flucht. Unter der Führung des beurlaubten Marines Jed Eckert (Chris Hemsworth), beschließen diese ihre Heimat gegen die Eindringlinge zu verteidigen und dem Feind unter dem Namen „Wolverines“ das Fürchten zu lehren.

Red-Dawn

Bei „Red Dawn“ handelt es sich um ein Remake des im englischen Original gleichnamigen Filmes aus dem Jahre 1984, der im deutschsprachigen Raum unter dem Namen „Die Rote Flut“ bekannt ist. Zwar hat sich über die Jahre das Feindbild geändert, die grundlegende Geschichte ist jedoch die selbe. Fertiggestellt war der Film bereits 2010, musste jedoch auf Grund der finanziellen Schwierigkeiten von Metro-Goldwyn-Mayer (oder kurz MGM) verschoben werden.

Ursprünglich kamen in diesem Remake die feindlichen Truppen aus China, was aber auf Nordkorea geändert wurde, um es sich nicht unnötig mit dem chinesischen Markt zu verscherzen. Bei diesem Film hinter der Kamera stand der Regisseur Dan Bradley, der in der Rolle des Second Unit Directors bei zahlreichen Filmen (zuletzt bei „Das Bourne Vermächtnis„) Erfahrung sammeln konnte, der aber bei „Red Dawn“ das erste und bis jetzt einzige Mal selbst Regie führen durfte.

Seiner ersten eigenen Arbeit verpasst Bradley einen eigenen Look und setzt auf schmutzige, ungewohnt farblos wirkende Bilder, die so wirken als hätte man über weite Teile auf die digitale Nachbearbeitung verzichtet. Dadurch wirkt der Film ein Stück weit so, als würde das alles wirklich gerade irgendwo passieren. Passend dazu beginnt der Film auch mit Nachrichtenschnipsel, die die momentane Verwundbarkeit der USA heraus streichen und dem Zuschauer bereits zu Beginn ein Gefühl dafür geben, was in den folgenden fast zwei Stunden passieren wird.

Da schaffen es eine Hand voll Protagonisten dem übermächtigen Feind mit ausgeklügelten Guerilla-Taktiken die Hölle heiß zu machen. Es werden Bomben gelegt mit dem Fahrzeuge oder ganze Häuser dem Erdboden gleich gemacht werden und Soldaten in Hinterhalten getötet – also all das was man ansatzweise aus den Nachrichten mitbekommt, wenn Angehörige des amerikanischen Militärs im Nahen Osten getötet werden.

Der bei diesen Aktionen an den Tag gelegte (amerikanische) Patriotismus schrammt in diesem Zusammenhang nur deshalb knapp an der Schmerzgrenze vorbei, weil hier amerikanische Teenager um ihr Leben und ihre Heimat kämpfen. Wer aber geneigt ist den Film als stumpfsinnige Zuschaustellung von Gewalt abzutun, der irrt.

Der Film hat einige emotionale Charaktermomente und zeigt dabei deutlich, dass es in so einer Situation im Wesentlich zwei Sorten Menschen gibt – die einen, die bereit sind für ihr Land und die damit verbundene Freiheit zu kämpfen (und wenn es sein mus, auch zu sterben) und die anderen, die sich aus Angst den neuen Machthabern unterordnen und ihnen helfen.

Daraus ergibt sich ein relativ spannender Twist, vor allem wenn Familienangehörige plötzlich auf verschiedenen Seiten stehen. Auch die Besatzer wirken nicht nur böse. Die versuchen mit Versprechen und Propaganda die Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen und ihnen den Machtwechsel so angenehm wie möglich zu gestalten. Übrigens unterhalten sich die Nordkoreaner im Film in ihrer Amtssprache, was diese eine Spur weit authentisch wirken lässt.

Schauspielerisch setzt der Film vor allem auf den in letzter Zeit sehr fleißigen Chris Hemsworth (The Avengers). Der wirkt ungewohnt wortkarg, was an dieser Stelle aber gut zu seiner Rolle passt. Der restliche Cast (bestehend unter anderem aus John Peck, Josh Hutcherson, Brett Cullen, Will Yun Lee usw.) sticht zwar nicht heraus, funktioniert aber als Gruppe erstklassig. Einzig Adrianne Palicki (Legion) kann hier als Hemsworths potentieller Love-Interest, mit ihrer charmanten Art auch abseits der anderen überzeugen (und ganz ehrlich – ich finde sie bereits seit ihrem erste Auftritt in „Supernatural“ klasse).

Der Film „Red Dawn“ bekommt von mir 7/10 um die Freiheit kämpfende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „Red Dawn (Filmkritik)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.