Strike Back: Project Dawn – Staffel 1 (Serienkritik)

Nachdem John Porter (Richard Armitage) bei seinem neuesten Auftrag vom pakistanischen Terroristen Latif (Jim Mistry) gefangen wurde, wird der ebenfalls für den britischen Geheimdienst innerhalb der Sektion 20 arbeitende Sergeant Michael Stonebridge (Philip Winchester) damit beauftragt, den unehrenhaft entlassenen Ex-Delta Force Soldaten Damian Scott (Sullivan Stapleton) ausfindig zu machen.

Scott hat früher mit Porter zusammen gearbeitet und ist neben ihm der einzige, der weiß wie Latif wirklich aussieht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die Terroristen verfolgen eiskalt einen Plan mit dem Codenamen Project Dawn, der Massenvernichtungswaffen und den Tod von zahlreichen unschuldigen Menschen miteinschließt.

Strike-Back-Project-Dawn

Nur um gleich vorweg möglichen Verwirrungszuständen vorzubeugen: „Chris Ryans Strike Back“ ist eigentlich die erste Staffel der Serie produziert vom englischen Sender Sky 1. Als ab der zweiten Staffel der amerikanische Sender Cinemax (Hunted) als Koproduzent einstieg und die Serie auch in andere Länder verkauft wurde, entschied man sich jedoch dafür, diese neuen Folgen (Cinemax-) Staffel 1 zu nennen, wobei sie in England einfach „Strike Back: Project Dawn“ genannt wurden.

Auch vor der Kamera gibt es für den Zuschauer einige Veränderungen zu schlucken. Sämtliche Schauspieler der ersten Staffel (die überlebt haben) sind nicht mehr mit dabei, nur Richard Armitage darf für einen tragischen Miniauftritt in den ersten beiden Folgen zurückkehren, da er wegen seiner Verpflichtung für die Hobbit Trilogie (er spielt dort den Zwergenanführer Thorin Eichenschild), der Serie nicht weiter als Hauptdarsteller treu bleiben konnte.

Als Ausgleich bekommt man dafür gleich zwei neue Helden präsentiert. Auf der einen Seite wäre da der von Philip Winchester souverän gespielte Michael Stonebridge. Er ist der perfekte Soldat. Er befolgt Befehle, trifft in brenzligen Situationen aber auch seine eigenen Entscheidungen, er tötet unglaublich effektiv, verliert aber nie seine Menschlichkeit bzw. seinen unstillbaren Drang Unschuldige zu retten.

Sozusagen als Ausgleich zu diesem eher humorlosen Soldaten fungiert der Australier Sullivan Stapleton (der extra amerikanisch reden für die Rolle lernen musste) als sympathischer, typisch amerikanischer Frauenheld mit der großen Klappe. Dass er in seinen Augen unschuldig aus der Armee gekickt wurde nagt zwar an seinem Ego, das hält ihn aber nicht davon ab, eine Dame nach der anderen zu erobern.

Was mich zu einer weiteren Veränderung bringt, die wir dem Ami-Sender Cinemax (als Beweis/Vergleich bitte auch deren neueste Serie Banshee begutachten) zu verdanken haben: schon in der ersten Folge gibt es mehr Sexszenen, als in allen sechs der vorigen Staffel. Da diese aber nie zu lange dauern, die Damen hübsch sind und Stapleton (ja, er bestreitet die meisten dieser Szenen und ja, auch er ist dabei ziemlich nackt) für den nötigen Humor sorgt, fügen sie sich nach kurzer Eingewöhnungsphase bald nahtlos in die Handlung ein.

Wirkten Porters Aufträge eher wie Abenteuer in einer fremden Welt, sind die neuen Einsätze von Sektion 20 eher actionlastiger und die ach so fremde Welt da draußen kommt noch eine Spur feindseliger daher. Obwohl die einzelnen Folgen der Staffel Project Dawn Teil 1 bis Teil 10 benannt wurden, wurde neben der alle Teile überspannenden Haupthandlung, die zwei Folgen dauernde Einsatz-Dynamik beibehalten, was zu fünf spannenden Minifilmen führt.

Neben den beiden Helden und wiederum einigen bekannten Gesichtern bei den Gaststars, kann auch der restliche Cast restlos überzeugen. Erwähnen möchte ich hier noch Amanda Mealing als neue Führerin von Sektion 20, die immer versucht das große Gesamtbild im Auge zu behalten, doch von ihren eigenen Geheimnissen immer wieder sabotiert wird und Jim Mistry als charismatischen, eiskalten und nur schwer durchschaubaren Schurken.

Zu Beginn konnte ich mir noch nicht vorstellen, ohne Porter und seine Kollegen eine Strike Back Serie genießen zu können, doch hier haben die Macher alles richtig gemacht. Das explosive Action plus exotische Orte plus fiese Typen plus persönliche Dramen – Gesamtpaket wurde hier einfach um die Humor, Sex und Übercoolness Ebene erweitert und die Geschwindigkeit hat sich dementsprechend sozusagen fast von ganz alleine erhöht.

So präsentiert sich in frischem Glanz eine ganz neue Staffel, die vielleicht nicht besser ist als ihr Vorgänger, bei der man aber – vor allem wegen Stapleton´s Charakter und seiner Performance (ich freu mich schon auf ihn als Themistocles in der „300“ Fortsetzung „Rise of an Empire„) – durchaus (so wie ich) noch mehr Spaß haben kann. Staffel 2 bzw. 3, „Strike Back: Vengeance“, wieder mit Winchester und Stapleton und erweitert um die immer coole Rhona Mitra, kann gar nicht bald genug kommen.

„Strike Back: Project Dawn“ bekommt von mir 8,5/10 mit schießwütiger Effizienz triumphierende Empfehlungspunkte.


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