Strike Back: Shadow Warfare – Staffel 3 (Serie)

Auf einem Roadtrip mit unbestimmten Ziel geniessen die Sektion 20 Agenten Damien Scott (Sullivan Stapleton) und Michael Stonebridge (Philip Winchester) ihren wohl verdienten Urlaub. Leider ist der Spass nur von kurzer Dauer, denn sie werden wieder für einen heiklen Auftrag gebraucht und per Hubschrauber direkt ins Einsatzgebiet geflogen. Ihre Vorgesetzte Major Rachel Dalton (Rhona Mitra) hat ein Teammitglied verloren und versucht aus ihrem Versteck mitten im feindlichen Gebiet, die Drahtzieher dingfest zu machen.

Es gilt den Terroristen Al-Zuhari und seine auf der ganzen Welt verteilten Kartell-Partner ausfindig zu machen und wenn möglich, ihnen Informationen über deren Ziele zu entlocken. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen, denn diese Leute gehen für ihre Überzeugungen über Leichen und haben auch selber keine Angst vor dem Tod. Kann Leo Kamali (Zubin Varla) helfen, der zwar nicht klar auf einer Seite steht, doch die beste Chance für Sektion 20 liefert, Al-Zuhari und seine zahllose Anschläge mit einschliessenden Pläne zu vereiteln?

Strike Back Shadow Warfare - Season 3

Gleich zu Beginn wieder meine bei jeder neuen SB-Staffel nötige Aufklärung: Aus englischer Sicht ist dies die bereits vierte Staffel, auf Grund der ersten „Original“-Staffel mit dem Namen „Chris Ryans Strike Back„. Nachdem die Koproduktion mit dem US-Sender Cinemax („Hunted„, „Banshee„) eingeleitet wurde, ist dies nach „Project Dawn“ und „Vengeance“ aus deren Sicht die dritte Staffel, wobei diese Zusatztitel sowieso nur für England gewählt wurden. So weit so klar hoff ich mal.

Regisseur Michael J. Bassett (Solomon Kane) ist mittlerweile auch als Produzent dabei und nachdem er in der vorigen Staffel zwei der besten Folgen inszeniert hat, gehen dieses Mal die beiden Pilotfolgen und die zwei finalen Teile auf sein Konto. Und nicht nur in seinen Episoden ist einiges los, die Macher rund um die Serie haben bei sämtlichen Actionszenen ganze Arbeit geleistet. Sowohl vor als auch hinter der Kamera merkt man einfach, dass das Team hier aufeinander eingespielt ist und mit dem nötigen Enthusiasmus bei der Sache ist.

Noch undurchschaubarer, noch unmöglicher, noch unberechenbarer und immer am Limit, das scheint eines der Mottos der aktuellen Staffel zu sein. Dabei ist Leo Kamali eine Schlüsselfigur, die nicht nur die Mitglieder von Sektion 20 spaltet bzw. unsicher werden lässt, sondern auch den Zuschauer gekonnt an der Nase herumführt. Ob er nun ein tragischer Held oder doch nur ein raffinierter Schurke ist, erfährt man dann auch konsequenterweise erst ganz am Ende der Staffel.

Die spürbar feindselige Grundatmosphäre wird wieder gezielt durch die Wahl der Drehorte unterstützt, von Südafrika bis nach Budapest geht die Reise und nur selten ist man dort erfreut, Mitglieder einer britischen Geheimorganisation zu sehen. Dementsprechend vielfältig fallen auch die Hautfarben, die Kleidung und die Akzente aus, was gekonnt dieses „hilflos in einer fremden Welt“ Gefühl erzeugt, was sämtliche Aufträge noch schwieriger macht. Natürlich ist das aber nichts, was unsere Jungs nicht schon längst gewöhnt wären.

Neben den Bösen, die gefühlsmäßig wie Zwischenbosse bei einem Computerspiel innerhalb von der bekannten zwei Folgen überspannenden Minifilm-Mechanik beseitigt werden, gibt es auch bei den Guten zwei neue Gesichter. Robson Green ist Lt. Col. Philip Locke, der neue Chef von Sektion 20. Er ist smart und gefestigt, hat aber auch kein Problem sich selbst schmutzig zu machen, wenn es um das Leben seiner Leute geht. Ausserdem hatte er ein tragisches Erlebnis in seiner Vergangenheit, dass ihn fallweise ziemlich an die Grenzen gehen lässt. Ein starke Figur also und eine tolle Erweiterung für die Serie.

Milauna Jackson ist DEA Special Agent Kim Martinez, die zum Team stösst, nachdem sie bei einem gemeinsamen Einsatz, ihre eigenen Leute verloren hat. Sie funktioniert vor allem als möglicher Love Interest für Stonebridge und gemeinsam mit der wiederkehrenden Michelle Lukes als Sgt. Julia Richmond (die sich wiederum Scott annähert), entsteht so die Möglichkeit, neben dem bereits etablierten Männer Duo, auch das Frauen Duo als alternative im Einsatz zu erleben. Und die sind sicherlich nicht weniger effizient, gleichen fehlende Körperkraft durch Taktik aus und sehen dabei auch noch gut aus.

Die wunderbare Buddy-Dynamik ist mittlerweile völlig ausgereift und vor allem Sullivan Stapleton (Gangster Squad) sorgt wieder mal für die wenigen, bitter nötigen lustigen Momente. Neben den Sexszenen, die er auch dieses Mal in fast jeder Folge mit immer neuen hübschen Damen bestreiten darf, kann er nun aber auch seine Gefühlsseite mehr zeigen und den natürlich vorhandenen weichen Kern unter seiner harten Fassade heraus holen. Neben väterlichen Gefühlen nagen aktuell auch Zweifel an ihm, wie lange er dieses Job denn überhaupt noch machen will/kann.

Philip Winchester hat nach den Ereignissen in der Vorstaffel wieder zu seinem kontrollierten Selbst zurück gefunden, doch auch er bekommt seine verzweifelten Momente spendiert, was ihn natürlich nicht daran hindert, weiter zu machen, bis der Job erledigt ist. Rhona Mitra (Doomsday) ist eigentlich permanent fertig und in einem emotionalen Ausnahmezustand, was sowohl zu Problemen innerhalb des Teams, als auch mit ihrem Vorgesetzten Locke führt. Dougray Scott (Death Race: Inferno) war für mich übrigens das einzig bekannte Gesicht bei den Schurken und er gibt eine unheimlich unsympathische Performance, gefüllt mit Kälte und Hass. Einfach abstossend eben, toll gespielt. Klar dürfte Kennern der Serie natürlich auch sein, dass auf der Seite der Guten leider nicht alle das Finale der Staffel erleben werden.

Nachdem die letzte Staffel einen kleinen Hänger hatte und ich die davor etwas stärker fand, ist den Verantwortlichen nun wieder eine 10 Folgen umfassende Staffel geglückt, die ein homogenes Ganzes bildet und nie aus der Reihe tanzt. Der Mix passt einfach. Starke Schauspieler mit viel Chemie (nicht nur bei den Waffen) auf der Leinwand. Gegner, die skrupellos sind und sich im Recht fühlen. Dynamische Action, düstere Härte und Humor genau zur richtigen Zeit. Und als Höhepunkt eine spannende Grundstimmung inklusive zahlreichen überraschend-tragischen Momenten. Am Ende bleibt das Grundgefühl, dass man sich auf die bereits angekündigte finale Staffel, ziemlich freuen kann.

„Strike Back: Shadow Warfare“ bekommt von mir 8,5/10 trotz moralisch fragwürdiger Taten, das Resultat am Ende die Zweifel beseitigen lassende Empfehlungspunkte.


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