Death Race: Inferno (Filmkritik)

Frankenstein alias Carl Lucas (Luke Goss) hat das berüchtigte Death Race mittlerweile schon vier mal gewonnen. Nur noch ein Sieg, dann gewinnt er seine Freiheit und muss nie wieder Gefängnismauern von innen betrachten. So lauten die offiziellen Regeln, doch als der britische Milliardär Niles York (Dougray Scott) sich die Rechte an dem Rennen unter den Nagel reißt und die ganze Sache zu einer riesigen Verfolgungsjagd durch die Wüste aufblasen will, zwingt dieser Lucas dazu, entweder bei zukünftigen Rennen zu verlieren, oder er bekommt stattdessen einen bombastischen und sicherlich tödlichen Abgang spendiert.

Death-Race-Inferno

Nachdem im Jahre 2008 Jason Statham im Death Race Remake von Paul W.S. Anderson (Die drei Musketiere) das Kino unsicher machen durfte und 2011 das DVD-Sequel Death Race 2, das sich als Prequel präsentierte, von Roel Reine (The Scorpion King 3) folgte, schließt Reine nun die Trilogie und schafft es am Ende ziemlich gekonnt, nahtlos an den Beginn des ersten Teiles anzuschließen. Die Kunst hier ist ja, es zu schaffen Spannung zu erzeugen, obwohl man genau weiß, dass die meisten Charaktere im ersten Teil (der eben später spielt) nicht mehr dabei sind. Ob das so ist weil diese tot sind? Nun, um dies Frage zu beantworten müsst ihr euch die Filme schon selber ansehen.

Nicht nur hinter der Kamera, auch davor sind die wichtigsten Figuren aus dem zweiten Teil wieder mit dabei. Zum Unterschied zu den anderen beiden Teilen muss außerdem abgesehen vom neuen Bösewicht, keine der Hauptpersonen mehr vorgestellt werden. So hat man gleich zu Beginn das Gefühl, alte Bekannte wieder zusehen. Auch die Action kann so ohne Verzögerungen sofort starten, was dem „Instantspaßcharakter“ der Death Race Filme hier besonders entgegen kommt.

Luke Goss (Blood Out) ist Frankenstein. Die Maske trägt er um seine Freunde zu schützen und wer den zweiten Teil gesehen hat weiß, dass er nicht nur innerliche Narben mit sich herumschleppt. In Sachen Coolness kann man ihm kaum das Wasser reichen. Danny Trejo (Bad Ass) spielt den Mechaniker Goldberg, der auf sein Bauchgefühl vertraut und für sein Team alles geben würde. Der Humor im Film resultiert größtenteils aus der Interaktion zwischen ihm und seinem von Fred Koehler gespielten Partner Lists (er ist somit als einziger in allen drei Teilen mit dabei), der sich rein auf sein Gehirn verlässt und sich in der begrenzten Gefängnissituation sichtlich wohler fühlt, als in der bösen weiten Welt da draußen.

Ving Rhames (Soldiers of Fortune) wiederholt den Part des geldgierigen aber charismatischen Geschäftsmannes Weyland und Tanit Phoenix spielt Frankensteins hübsche Copilotin Katrina Banks so sexy, dass ich gar nicht mehr weiß, wann ich zuletzt eine Dame in einem Film gesehen habe, die gleichzeitig so taff und wunderschön zugleich wirkte. Neuzugang Dougray Scott (My Week with Marilyn) gibt den stinkreichen Ekelbrocken mit seiner „ich nehme mir was ich will“ Mentalität so gekonnt, dass ich ihm am Liebsten so gut wie in jeder Szene einen Schlag ins Gesicht verpassen wollte.

Durch die Verlegung des Rennens in die Wüste, ändert sich die Grundstimmung der Actionszenen ziemlich stark. Die Steam Punk Sets der ersten Teile sind durch die in schmutzigen Gelbtönen gehaltene „Mad Max“ Optik ersetzt worden. Neben den bekannten, in die Autos eingebauten Waffen, sind die Möglichkeiten sein Leben beim Rennen zu lassen, durch Abstürze über Schluchten oder von Dünen und durch das Einbinden von aggressiven Einheimischen erweitert worden. Auch Lenkraketen für waghalsige Flüchtlinge sind dabei, die dank eingepflanztem Chip, ihr Ziel nie verfehlen.

Die Zutaten stimmen also und die erste Hälfte des Filmes hatte ich auch das starke Gefühl, hier den unterhaltsamsten Teil der Trilogie zu bewundern. Gegen Ende häufen sich aber kleinere und größere Logikfehler, was mich eigentlich nur selten stört, doch hier für meinen Geschmack einfach zu einfältig wirkte. Auch eine Figur, die klar in eine wohl bekannte Richtung aufgebaut wird, ist dann plötzlich nicht mehr wichtig und bekommt nicht das Ende spendiert, dass man als Zuschauer erwartet. Und nein, dass ist kein Kunstgriff des Regisseurs, hier hat man einfach vergessen, die aufgebaute Erwartungshaltung befriedigend aufzulösen.

Wer trotz des Übergangs des zweiten Teiles in die DVD-Klasse seinen Spaß hatte, der ist hier aber trotzdem genau richtig. Der Spaßfaktor ist teilweise auch auf Grund von ein paar schrägen Nebenfiguren ziemlich hoch, die Action rockt, das eigene Gehirn gönnt sich eine wohlverdiente Pause, die männlichen Darsteller sind mit Freude dabei und die Damen sind souverän und sexy zugleich, wobei keine einzige nicht mindestens so stark wie ihre männlichen Kollegen wirkt.

Death Race: Inferno bekommt von mir 7,5/10 mächtig viel Wüstensand aufwirbelnde Empfehlungspunkte.


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