Bad Ass (Filmkritik)

Frank Vega (Danny Trejo) ist nicht gerade vom Glück verfolgt. Sein langjähriger Einsatz im Vietnamkrieg hat ihm nicht nur die Liebe seiner Freundin gekostet sondern auch die Karriere bei der Polizei, da er sich bei seinem letzten Einsatz eine schwere Beinverletzung zugezogen hatte. Mehr schlecht als recht schlägt er sich daher als HotDog-Verkäufer durch und so wurde aus dem einst idealistischen Soldaten, ein alter Mann ohne Ambitionen oder Hoffnung auf bessere Zeiten.

Als er jedoch eines Tages einen älteren Herren in einem Bus vor zwei Schägertypen schützt und diese zu Boden streckt, wird das dabei gefilmte Handyvideo über Nacht zum YouTube-Hit und Frank zum Liebling der breiten Masse. Als eines Nachts sein bester Freund ermordet wird und die Polizei nicht wirklich mit den Ermittlungen weiterkommt, muss Frank die Sache selbst in die Hand nehmen. Er muss zu dem Helden werden, zu dem ihn die Medien bereits längst hochstilisiert haben: er wird zu Bad Ass!

Bad-Ass

„Bad Ass“ basiert auf einer wahren Begebenheit, nur dass in Wirklichkeit in einem Bus ein 67 jähriger Weisser einen 50 jährigen Schwarzen niedergeschlagen hat, der ihn zuvor provoziert hatte. In einem – zumindestens in diesem Bereich – politisch korrekten amerikanischen Film wurden die Hautfarben kurzerhand ausgetauscht. Nun rettet ein Mexikaner einen Schwarzen vor zwei bösen weissen Glatzköpfen mit eindeutig rassistischen Neigungen. Soweit zum Klischee, schade dass diese Änderungen anscheinend „nötig“ waren.

Ansonsten ist dies aber ein reiner Spassfilm, der nur auf Danny Trejo zugeschnitten ist und es ist auch ausschließlich nur ihm zu verdanken, dass der Film (in einigen Szenen) gut funktioniert. Der Cousin zweiten Grades von Regisseur Robert Rodriguez (zuletzt mit „Spy Kids 4D“ im Kino) ist nach dem gemeinsamen Film „Machete“ nun wieder der alleinige Held eines Filmes, nachdem er in letzter Zeit eher Mini- und Nebenrollen angenommen hat. Trejo ist ja mittlerweile längst zur Kultfigur avanciert und trotz der Tatsache, dass er in zwei Jahren bereits 70 Jahre alt wird, sind er, trockene Sprüche und harte Actionszenen wohl seine gesamte Karriere lang unzertrennlich miteinander verbunden.

Während des Vorspannes werden im Film immer wieder reale Orte in YouTube-Videos überblendet, was frisch und dem heutigen Zeitgeist entsprechend wirkt. Dieser internetbedingte Auslöser der Ereignisse ist dann aber auch schon das einzig moderne an diesem Film. Wenn Trejo seine Turnschuhe, sein Motherfucker- T-Shirt und seine Kappe aufsetzt und dann in Zeitlupe die Straße entlang geht unter der Begleitung des pushenden Rap Songs „I´m a Bad Ass“, dann könnte dieses Bild erstens leicht einem Actionfilm der 80er Jahre entspringen und zweitens spiegelt es die schmale Grenze zwischen „gerade noch lustig dank Trejo“ und „diese Szene hat dann doch etwas weh getan“ sehr schön wieder.

„Bad Ass“ als Actionfilm ist langweilig. Trejo schlägt Leute mit der Faust oder deren eigenen Waffen nieder. Einem zerschreddert er die Hand und lässt dann den obgligatorischen „Thank´s for giving me a hand“ Spruch ab. Soweit zur unerwartet und unnötig brutalsten Szene im Film. Natürlich hat man auch nie Angst um die Figuren, da unser Hero ja sowieso den Tag retten wird. Wirklich lustig ist dafür die Szene, in der er sich vorbereitet auf ein Date und die Kamera beim Zähneputzen direkt auf sein Gesicht zeigt.

Beim Showdown, stehlen der Held und der Bösewicht je einen Bus und liefern sich dann eine wilde Verfolgungsjagd durch die Stadt, inklusive einem abschließenden, auf einander zurasenden „Schisshasespiel“ als Höhepunkt. Dabei hatte ich echt Spass, auch bei einigen Gesprächen wenn Trejo sich zum Beispiel mit dem aufmüpfigen Nachbarssohn unterhält und dieser ihn zwar gleichzeitig alt aber doch irgendwie auch wieder cool findet. Das hat Charm und der Trejo-Bonus kommt wie eigentlich ständig in diesem Film voll zur Geltung.

Altstar Charles S. Dutton hatte sichtlich seinen Spaß als überdrehter Schurke, Ron Perlman (The Scorpion King 3) hingegen ist als korrupter Politiker in seinem Kurzauftritt sowas von unterfordert, wie man es wohl nicht noch mehr sein kann. Die anderen Schauspieler sind austauschbar und fallen nicht weiter negativ oder positiv auf. Zugegebenermaßen sollte man auch noch erwähnen, dass neben der perfekt auf den Hauptdarsteller abgestimmten Inszenierung, sowieso nicht richtig Platz mehr für andere Rollen bleibt.

Für Danny Trejo Fans ist dieser Film also ein reines Freudenfest, alle die ihn mögen aber ihn auch in einem guten Film sehen wollen, werden wohl einigermaßen enttäuscht werden, da der eigentlich amüsanten Ausgangslage schnell die Luft ausgeht. Wer Trejo nicht leiden kann, der muss sowieso einen großen Bogen um diesen Film machen. Was bleibt ist eine formelhafte Actionkomödie, die gerne lustiger wäre, als sie im Endeffekt ist.

Bad Ass bekommt von mir 5/10 in Oldschool-Manier aufräumende Empfehlungspunkte.


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