Freerunner (Filmkritik)

Ryan (Sean Faris) ist ein begeisterter Freerunner ohne regelmäßiges Einkommen. Bei den illegalen Rennen, die vom zwielichtigen Reese (Tamer Hassan) veranstaltet und über zahlreiche Kameras im Internet übertragen werden, möchte er genug Geld verdienen, um einen Neustart in einem anderen Land für sich, seine Freundin und seinen Großvater möglich zu machen. Beim letzten Lauf der Saison werden die Teilnehmer aber anschließend nicht gefeiert, sondern betäubt, gefesselt und mit explosiven Halsbändern versehen.

Ein diabolischer Typ namens Mr. Frank (Danny Dyer) lädt zu einem tödlichen Spiel ein, bei dem reiche Geschäftsmänner aus der ganzen Welt , ihr Vermögen verwetten können. Gesetzt wird auf den schnellsten Läufer, der als erster innerhalb von einer Stunde drei Checkpunkte erreicht hat. Der Sieger bekommt eine Millon Dollar, die restlichen Teilnehmer sterben. Bei einem Fluchtversuch werden die Halsbänder schon vorzeitig manuell gezündet, falls es nach einer Stunde keinen Gewinner gibt, sind automatisch alle tot. Möge das Rennen beginnen!

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Freerunner ist das Regiedebut von Lawrence Silverstein, der bis jetzt vor allem als Produzent von B- Movies tätig war und beim furchtbar peinlichen „The Cell 2“ auch für das Drehbuch verantwortlich war. Keine guten Vorzeichen also, falls man auf der Suche nach einem gut durchdachten, intelligenten Filmerlebnis ist. Meine Erwartungshaltung war daher klarerweise eine ganz andere, diese wurde dafür aber ganz ordentich erfüllt.

Der Schwerpunkt bei dieser Parkour-Sport-Action liegt hier klar beim Klettern, Springen und Laufen, gewürzt mit ein paar kleineren Schlägereien. Choreografiert wurde diese ganze Geschichte von Ryan Doyle, der auch privat ein Freerunner ist und dies auch schon in einer MTV-Show zeigen durfte. Er spielt den stärksten Gegner des Hauptcharakters und zeigt auch eindrucksvoll bei einigen waghalsigen Aktionen sein Können, schauspielen kann er aber nicht wirklich.

Überhaupt ist das so eine Sache mit den Darstellern in diesem Film, die haben anscheinend alle die Regieanweisung bekommen, sie sollen ständig overacten, damit ja alles viel cooler wirkt. Vor allem Danny Dyer ist durchgehend lächerlich und in einer unglaublichen Art und Weise so unfreiwillig komisch, dass seine Performance alleine schon den Film für mich unterhaltsam gemacht hat. Dass er es besser kann und auch echt zu überzeugen weiß, hat man ja bereits in Filmen wie „Malice in Wonderland“ oder „Dead Man Running“ gesehen. Ich nehme hier also mal ganz frech an, dass der Regisseur Schuld an seiner hier präsentierten Leistung ist.

Auch die ganzen irren reichen Typen, die ihr Geld auf die Läufer setzen, übertreiben maßlos mit ihren Gesichtsverrenkunken. Lustigerweise überzeugt dafür Sean Faris („Ghost Machine„, „The King of Fighters„) als Held, mit dem Herz am rechten Fleck. Er wird zwar nie ein wirklich guter Schauspieler werden, doch in diesem gesamten darstellerischen Chaos, viel er nicht negativ auf sondern war noch einer der Besten. Danny Dyers Kumpel Tamer Hassan („Wrong Turn 3„, „Blood Out„) spielt seine Rolle als prügelnder Gangster schon im Schlaf und ohne sichtbare Spielfreude, alle anderen Beteiligten fallen nicht weiter in irgendeiner Weise auf.

Es sind also vor allem die Schauspieler, die diesen Film so mies und trotzdem unterhaltsam machen. Zusammen mit den netten Stunts, schlechten CGI-Effekten bei den blutigen Szenen und einer nur sehr schlampig vorhandenen Charakterzeichnung, ergibt sich so ein echt schlechter Film, der einige wohl ärgern dürfte, mir aber trotzdem Spass gemacht hat. Übrigens was die nicht vorhandene Logik betrifft lernt man hier wieder mal, wie dumm die Polizei eigentlich in Wirklichkeit ist. Habe ich eine Hand voll gefangene Freerunner in meinem Van und überführe ich sie ins Gefängnis, dann halte ich mein Auto auf keinen Fall an, wenn die Gefangenen hin und her springen, um einen Unfall zu provozieren. Nein, ich fahre natürlich weiter, bis der Crash passiert ist und alle geflüchtet sind. So geht das, jawohl!

Freerunner bekommt von mir 5/10 (unfreiwillig) komische, Overacting zelebrierende Empfehlungspunkte.


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