My Week with Marilyn (Filmkritik)

Der frischgebackene Oxford-Absolvent Colin Clark (Eddie Redmayne) will unbedingt zum „Zirkus“ und so ist er überglücklich als er einen niedriggestellten Job am Set des Films „Der Prinz und die Tänzerin“ ergattert. Regie führen und die Hauptrolle spielen will der legendäre Sir Laurence Olivier (Kenneth Branagh), den weiblichen Hauptpart spielt Marilyn Monroe – gerade auf der Höhe des Erfolgs.

Marilyns frischgebackener Ehemann, Drehbuchautor Arthur Miller (Dougray Scott), begleitet sie anfangs zu den Dreharbeiten doch nach einem Streit reist er ab und lässt einen zutiefst verunsicherten Weltstar alleine zurück. Durch einen glücklichen Zufall bekommt Clark die Chance, eine ganze Woche mit dem Weltstar zu verbringen und ihr die Annehmlichkeiten des britischen Alltags näher zu bringen. Befreit von dem Stress rund um ihre Person, beginnt die Filmdiva ihr wahres Ich zu zeigen und sich dem jungen Mann zu öffnen.

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1956 hat Marilyn Monroe ein großes Ziel. Sie will eine angesehene Schauspielerin sein, will weg von dem dummen Blondchen Image, dass ihr Hollywood unversehens aufgedrückt hat. Um dies zu erreichen, will sie einen Film mit Laurence Olivier drehen, einen der großen Theaterschauspieler der damaligen Zeit, der versuchte, mit „Der Prinz und Tänzerin“ seinen Durchbruch auf der großen Leinwand zu schaffen. Er spielt die Hauptrolle und führt auch Regie. Doch er hat nicht mit den Flausen seiner Hauptdarstellerin gerechnet, die ihn sämtliche Nerven kosten sollte. Ständig zu spät, unkonzentriert, oftmals betrunken oder auf Drogen erscheint sie am Set. Nicht selten kommt es vor, dass sie einfach gar nicht erscheint. Doch Miss Monroe kann sich dies erlauben, ist sie doch zu dieser Zeit neben Elizabeth Taylor eine der erfolgreichsten und beliebtesten Schauspielerinnen Hollywoods. So muss Olivier ihre Faxen zähneknirschend hinnehmen, auch wenn es zusätzliche Kosten durch das Hinauszögern der Dreharbeiten bedeutet.

Während den Dreharbeiten zu „Der Prinz und die Tänzerin“ lernt Monroe Colin Clark kennen, der der 3. Regieassistent der Produktion ist, was zu Deutsch bedeutet, dass er das Mädchen für alles ist. Als sich herausstellt, dass Colin einen Draht zu Monroe hat und einen positiven Einfluss auf sie darstellt, wird er zu ihrem Babysitter, sorgt dafür, dass sie am Set erscheint, redet ihr gut zu, wenn ihr Lampenfieber sie im Griff hat. Denn obwohl Monroe schon viele Filme gedreht hat, ist sie sich ihrer Sache mehr als unsicher und verlässt sich stark auf die Meinung ihres Schauspiel-Coaches Paula Strasberg (Zoë Wanamaker – „Harry Potter und der Stein der Weisen„), sehr zum Missfallen von Olivier.

„My Week With Marilyn“ basiert auf zwei Büchern von Colin Clark in denen er von seiner On-Set-Romanze mit Marilyn Monroe schreibt. Im Gegensatz zu den Büchern, in denen er eher abschätzig von Monroe und ihren Macken schreibt, hat man im Film einen ganz anderen Eindruck.

Schauspieler Eddie Redmayne (Die Schwester der Königin) als Clark geht mit einem konstanten Ausdruck des Staunens durch den Film und manchmal hat man fast den Eindruck, dass ihn die rosarote Brille davon abhält den Star Marilyn in dem selben Licht zu sehen, in dem sie die restliche Crew sieht.

Michelle Williams (Shutter Island) schafft es beinahe perfekt die typischen Eigenheiten von Monroe auf Film zu bannen. Die typische, hauchige Stimme, ein Gang, der jedem männlichen Wesen wie eine unausgesprochene Einladung erschien und auch Williams‘ Gesang erinnern stark an das Original. Natürlich hat Williams nicht die Kurven ihres Vorbilds, doch es ist schon erstaunlich, wie stark Make-Up einen Menschen verändern kann.

Kenneth Branagh (Harry Potter und die Kammer des Schreckens) liefert eine solide Performance als Olivier ab, man kauft ihm jede Sekunde die Verzweiflung und die geheuchelte Nettigkeit – wenn der Mund lächelt aber die Augen eine andere Geschichte erzählen – gegenüber Monroe ab. Dominic Cooper (The Devils Double) als besitzergreifender und schmieriger Geschäftspartner Milton Greene schafft es ebenso zu überzeugen wie Judy Dench (Casino Royale) als in die Jahre gekommene, aber sehr nette und Marilyn gegenüber verständnisvolle Schauspielerin Sybil Thorndike. Dougray Scott (Mission: Impossible II) stellt den damaligen Monroe-Gatten Arthur Miller dar, der schließlich einsehen musste, dass er mit dem Menschen hinter der berühmten Blondine nicht viel anfangen konnte.

Fazit: „My Week With Marilyn“ bringt keine großartigen neuen Erkenntnisse, erzählt vielmehr von einer faszinierenden Zeit, in der Stars für uns Normalsterbliche um einiges erreichbarer waren als heute. Der Film bleibt ein Stück weit hinter der Klasse seiner talentierten Hauptdarstellerin zurück und ist so eher seicht, sorgt aber für 99 Minuten dauernde gute Unterhaltung, vor allem wenn man am Mythos Marilyn Monroe interessiert ist.

Der Film bekommt 6,5/10 größtenteils authentischen wirkenden Punkten.


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