Runner Runner (Filmkritik)

Richie Furst (Justin Timberlake) hatte früher einen lukrativen Job bei der Wall Street und studiert jetzt ohne finanzielle Unterstützung an der Universität Princeton. Aus seiner finanziellen Notlage heraus, und voll auf seine Poker-Fähigkeiten vertrauend, verspielt Richie sein finanzielles Erspartes. Doch er wurde reingelegt und kann es beweisen. Also fliegt er nach Costa Rica und konfrontiert Seiteninhaber Ivan Block (Ben Affleck) damit, dass auf seiner Seite offenbar betrogen wird. Der erstattet Richie nicht nur sein Geld zurück, sondern macht ihm ein Job-Angebot, das der wiederum nicht ausschlagen kann.

Runner Runner

Regie bei diesem Film führte Brad Furman, dessen letzter Film „The Lincoln Lawyer“ ein voller Erfolg war. Furmans aktuelles Werk scheint dagegen zumindest die Kritiker nicht gerade glücklich zu machen. Aber was kann man eigentlich falsch machen bei einer spannenden, actiongeladenen Geschichte und ein paar talentierten Schauspielern? Wieso heißt der Film eigentlich „Runner Runner“? Nun zumindest auf die zweite Frage habe ich keine Antwort, aber sehen wir uns einmal den Rest an.

Vermutlich am Besten vergleichen lässt sich der Film mit einem Hochglanzmagazin. Die Aufmachung ist toll und was dann kommt scheint erst einmal Nebensache zu sein. Furman zeigt hier, dass er die optische Umsetzung perfekt beherrscht und nimmt den Zuschauer mit in eine Wirklichkeit, die möglicherweise so irgendwo existiert, die stellenweise ein wenig surreal wirkt. Trotzdem kommt hier nur selten Stimmung auf und das liegt an der eigentlichen Geschichte.

Hier hat man das Gefühl, als hätten sich die beiden Drehbuchautoren Brian Koppelman und David Levien nicht besonders viel Mühe gegeben. Die Geschichte des Films wirkt bestenfalls wenig überlegt, substanzlos und zu allem Überfluss stellenweise auch noch sehr vorhersehbar. Nun gäbe es noch die Möglichkeiten die Schwächen des Films mit einer gehörigen Portion Action zu übertünchen, aber selbst darauf wird hier verzichtet.

Also gibt es nur eines, das den Film noch retten kann, wenn auch nur teilweise, und da sind wir schon bei den Schauspielern. Mit Justin Timberlake eine Hauptrolle zu besetzten ist, sagen wir es vorsichtig, gewagt. Das beruht nicht darauf, dass er kein schauspielerisches Talent hätte, sondern dass er sich gerne Rollen in bestenfalls mittelmäßigen Filmen (wie z.B. „In Time„) aussucht. Die Rolle des Richie Furst auf der anderen Seite, scheint gut zu ihm gepasst zu haben.

Gut, Timberlake wird vermutlich nie irgendeine größere Auszeichnung für seine Arbeit als Schauspieler erhalten, aber auf der anderen Hand zu sagen er soll dabei bleiben was er am Besten kann (singen!), wäre unfair. Man glaubt ihm, dass er als Richie ein eigentlich netter Kerl ist, der auch etwas auf dem Kasten hat und ich vermute, dass der wesentliche Grund warum Timberlake hier nicht mehr aus seiner Rolle macht, dem Drehbuch geschuldet ist.

Jemand der mich hier beeindruckt hat, war Ben Affleck. Ich habe keine Ahnung wie, aber scheinbar haben ihm die Erfahrungen, die er bei Filmen wie „The Town“ oder „Argo“ vor und hinter der Kamera sammeln konnte geholfen, ein beachtliches schauspielerisches Talent zu Tage zu fördern. Als Ivan Block schafft er es ohne viele Worte einen beachtlichen Eindruck zu hinterlassen und bereits nach kurzer Zeit weiß man als Zuschauer bescheid: mit dem sollte man sich besser nicht anlegen oder man wird an die Krokodile verfüttert.

Aus diesem Grund bin ich auch mehr als gespannt was Affleck aus der Rolle des Batman im 2015 erscheinenden Superman Cross-Over macht. Ebenfalls mit von der Partie ist Gemma Arterton (Hänsel und Gretel). Leider kommt sie im Film verhältnismäßig kurz vor und man schafft es auch nicht, ihre natürliche Schönheit herauszuarbeiten. Zu guter Letzt erwähnen möchte Anthony Mackie (Real Steel), der als FBI Agent Shavers mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln (und ohne dass dies einmal ordentlich erklärt wird) Jagd auf Block macht.

Alles in allem ist „Runner Runner“ ein Film mit fähigen Schauspielern, der es aber nicht schafft seine Geschichte ordentlich zu erzählen. Was übrig bleibt ist ein Film, den man eigentlich nur schnell wieder vergessen sollte.

Der Film „Runner Runner“ bekommt von mir 5/10 mit seinem Glück spielenden Empfehlungspunkten.


Ein Gedanke zu „Runner Runner (Filmkritik)

  1. Hm ja, das entspricht dem Eindruck, den ich nach den Trailer hatte. Schade. Aber was Ben Affleck anbetrifft, ich finde auch, der ist wirklich besser geworden. Oder er wurde vorher einfach zu häufig fehlbesetzt, das kann ja auch sein.

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