Salt (Filmkritik)

Agentin Evelyn Salt (Angelina Jolie) kann ihren Ohren kaum trauen, als sie von einem russischen Staatsangehörigen beschuldigt wird, eine russische Spionin zu sein. Um ihre Unschuld zu beweisen, flüchtet sie und sofort nehmen diverse Behörden mit 3 Buchstaben ihre Verfolgung auf, um zu verhindern, dass sie den amerikanischen Präsidenten killt.

Salt

Wieder einmal ein Film den ich so la la fand. Eigentlich war der Film für einen männlichen Hauptprotagonisten geplant und zwar Tom Cruise, der aber für „Knight and Day“ mit Cameron Diaz darauf verzichtete und auch meinte, dass die Hauptfigur Ethan Hunt aus der „Mission Impossible“-Reihe zu ähnlich sei. Der größentechnisch benachteiligte Schauspieler machte so Platz für Angelina Jolie. An einigen Stellen im Drehbuch wurde getipp-ext und so wurde aus Edwin A. Salt Evelyn Salt – eine weibliche Top-Agentin.

Vom Trailer her verspricht der Film so einiges: Action, coole Stunts, viele Explosionen und noch dazu Angelina Jolie in der Hauptrolle. Aber und da kommt ein wirklich großes ABER – oben genanntes ist einfach nicht alles. Evelyn Salt ist wie ein weiblicher Bond, nur mit viel weniger Charisma und Coolness. Sie gibt wahrlich ihr Bestes, sie jumpt, schießt, sprengt und läuft was das Zeug hält und das alles um ihre Unschuld zu beweisen.

Was mich schon als Erstes stört, ist die Tatsache, dass ich eigentlich von Anfang an ahnte, wie der Film ausgeht und daher sehr enttäuscht war, dass der Film wirklich so endet. Vorhersehbarkeit ist für mich ein No-No, denn dies „erlaube“ ich höchstens Liebesschnulzen, bei denen man eh schon anfangs weiß, dass Protagonist A mit Protagonist B zusammen kommt. Aber ich will nicht zuviel verraten, damit ich keinem das Erlebnis verderbe.

Und da kommt für mich noch der Punkt Glaubwürdigkeit. Wer glaubt schon ernsthaft, dass die zierliche, um nicht zu sagen klapprig dürre Jolie ohne ins Schwitzen zu kommen so circa 50 Typen, teils im Hand-to-Hand-Combat um die Ecke bringt? Man hat ja schon Angst, dass sie ein Windhauch à la Mary Poppins hinweg weht. Angeblich machte sie die meisten Stunts selbst und die Sachen sehen auch ziemlich gut aus und es wurde (sehr lobenswert) größtenteil auf CGI-Effekte verzichtet. Angelina ist ja keine schlechte Schauspielerin, sie sorgte in Filmen wie „Changeling“ für Aufsehen, schafft es aber auch mit Filmen wie „Tomb Raider“ und „Wanted“ die Kassen zum klingeln zu bringen.

Ein Stück weit an ihrer Seite ist Liev Schreiber (Wolverine), der wie so meistens eine sehr zwielichtige Rolle spielt und man könnte fast schon sagen, dass er immer wieder in diese Schiene gepresst wird. Ich hoffe er darf einmal etwas anderes zu Besten geben als nur den Unsympathler, denn so richtig glänzen kann man in so einer Rolle nicht wirklich.

Chiwetel Ejiofor (was für ein Zungenbrecher – ein armer Mann) spielt Agent Peabody. Salt und er sind sich von Anfang an unsympathisch und er ist natürlich auch sofort von Salts Schuld überzeugt, als sie der Russe anschwärzt. Als Zuseher mag man ihn von Anfang an nicht und man versteht nicht, warum Salt ihn am Leben lässt, als sie die Chance hat, ihn zu eliminieren. Auch er hat meistens Rollen, in denen man ihn einfach nicht mag, aber er spielt das wirklich gut. Ihn kannte ich aus einem meiner Lieblingsfilme – „Serentity„.

Hinter der Linse stand Philip Noyce, der mit Jolie schon „Der Knochenjäger“ drehte und einen guten Job machte. Für den Score zeigte sich James Newton Howard, der auch für „The last Airbender“ komponierte verantwortlich, der die Action mit Nerven aufreibender Musik untermalte.

Der Film „Salt“ bekommt von mir 6/10 (an)gespannte Empfehlungspunkte.


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