Wanted (Filmkritik)

Wesley Allan Gibson (James McAvoy) ist ein Niemand und das bekommt er auch tagtäglich von seiner Chefin zu hören. Gelassen (wenn auch nur dank seiner Pillen) nimmt er hin, dass ihn seine Freundin mit einem seiner Kollegen betrügt und dass ihn seine Chefin sooft sie nur kann zur Sau macht. Doch alles ändert sich, als eine Geheimorganisation – „Die Bruderschaft“ – in Form der ebenso schönen wie schlagkräftigen Abgesandten Megan (Angelina Jolie) bei ihm vorbei schaut.

Angeblich sei er der Nachkomme des eben verstorbenen, in seinem Job übermenschlich guten und begabten Profikillers Mr. X. Froh endlich etwas besonderes in seinem Leben zu sein, stürzt er sich mit Feuereifer in seine Ausbildung die hauptsächlich aus Schlägen, Schmerzen und heilenden Bädern besteht. Als er seinen ersten Auftrag von Sloan (Morgan Freeman) erhält, macht er sich mit Freude an die Arbeit.

Diesen Film kann ich nicht wirklich einordnen. Einerseits wirklich gute Stunts und über Teile des Films auch ein gute Story, aber als Morgan Freeman erzählt, dass er die Opfer seiner Auftragskiller, aus der Webart eines Stoffes (Schicksalsfaden nennt sich die Sache) herausliest, greift man sich aufs Hirn. Weitere gescheite Story sucht man im Film vergebens.

Das ist mit Abstand das dümmste, das ich der letzen Zeit zu sehen bekam. Alleine schon die Ausbildung des armen Kerls nimmt schon fast eine Stunde ein. So interessant ist es nun auch wieder nicht, jemanden dabei zuzusehen wie er ständig verkloppt wird, bis er einmal auf die Idee kommt, zurück zu hauen. Also wirklich, ich darf doch bitten. Von Styling her ist der Film sehr gut.

Die meisten Sachen kommen sehr real rüber, obwohl man weiß, dass das in „unserer“ Welt einfach nicht machbar ist. Man denke nur an die Szene, wo Wesley mit dem Auto einen Salto macht um einen Mann durch das (offene) Fenster am Dach seiner – ansonsten kugelsicheren – Limousine zu erschießen. So kommt der Film wie ein Videospiel daher, in dem man die Naturgesetze zu seinen Gunsten verbiegen kann. Leider fand ich keine der Figuren im Film wirklich sympatisch.

Einen Kerl der innerhalb weniger Tage zum Profikiller wird und dann ohne zu denken die Leute abknallt, die man ihm aufgetragen hat, kann ich nicht wirklich sympathisch finden. Keine Frage McAvoy spielt die Rolle gut, ich mag seine Figur nur nicht. Auch der lustige „Ich bin dein Vater“-Spruch kam wieder einmal vor. Kann man sich bitte mal eine andere überraschende Wendung einfallen lassen? Biiiiiiiiitte.

Trotz aller Kritik, kommen ein paar gute Sachen vor, wie zum Beispiel Ratten die als Bombenkommando ein ganzes Gebäude in die Luft fliegen lassen. Summa Sumarum: Dank seiner spektakulären, harten Actionszenen ist „Wanted“ ein vorerst nur in den USA erfolgreicher Sommer-Blockbuster und damit auch ein großer finanzieller Erfolg geworden, der aber wohl kaum ein zweites mal Ansehen wert ist. Wen verwundert es da, dass die Geschichte um Wesley Gibson bereits Ende des Jahres fortgesetzt werden soll – und zwar als Videospiel!

Noch eine Weisheit direkt vom Profikiller in punkto Messern als Waffe:
They don’t jam, and they never run out of bullets. They come in handy when you want to do some close contact work.

Der Film bekommt von mir 4,5 von 10 todesmutige Empfehlungspunkte.


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