Madagascar 3 – Europe’s Most Wanted (Filmkritik)

Löwe Alex (Ben Stiller), Zebra Marty (Chris Rock), Giraffe Melman (David Schwimmer) und Nilpferd Gloria (Jada Pinkett Smith) wollen wieder zurück in ihre wahre Heimat, New York. So heißt es Good-bye Afrika. Nachdem ihr Fluchtplan, gründlich schiefgeht und stranden sie letzten Endes in Monaco. Gemeinsam mit den Pinguinen sowie Lemurenkönig Julien (Sacha Baron Cohen) sorgen in Monte Carlo für mächtig Aufregung. Um vor der Großwildjägerin (Frances McDormand) zu flüchten, schließen sie sich zu Tarnungszwecken einem Wanderzirkus an, um heimlich wieder zurück in den Zoo New Yorks zu kommen. Doch dieser Zirkus hat allerdings schon bessere Tage erlebt. Während ihrer Reise durch Europa machen sich unserer Helden nun daran, dem Tiger Vitaly (Brian Cranston), dem Jaguar Gia (Jessica Chastain) und dem Seelöwen Stefano (Martin Short) zu helfen, ihre Leidenschaft für die Zirkus wiederzuentdecken…

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Madagascar ist zurück und das mit ordentlich Karacho. Da die beiden ersten Teile bereits über eine Milliarde Dollar eingespielt haben, war es keine Frage ob die Reihe fortgesetzt wird, sondern nur eine Frage des Wann. Teil 3 kommt im Gegensatz zu seinen Vorgängern in 3D daher und wie ich schon in voran gegangenen Kritiken mehrfach erwähnt habe, habe ich inzwischen eine gewissen Skepsis dem 3D-Format gegenüber, da es meines Erachtens vor allem einem Zweck dient, nämlich noch mehr Geld zu verdienen. Daher vermeide ich wo es geht 3D, aber hier habe ich es nicht bereut mal die paar Euro mehr ausgegeben zu haben. Da fliegen allerhand Sachen und Charaktere so realistisch aus der Leinwand, dass ich manchmal unwillkürlich zwinkern musste, um nichts in die Augen zu bekommen.

Überhaupt ist die Zirkuswelt quietschbunt und es macht wirklich Spaß dem abgefahrenen, neonfarbenen Spektakel zuzusehen, denn es ist ein wahrer Augenschmaus. Auch die diversen Schauplätze wurden mit sehr viel Liebe zu Detail animiert. So findet man sich auf den Straßen von Monaco wieder, wo ich dank meiner früheren Formel 1-Liebe die Straßenzüge erkannte. Auch das Kolosseum war bis ins kleinste Detail animiert.

Wer großartig Handlung sucht, wird über weite Strecken vergeblich suchen, denn stellenweise sind die Handlungselemente nur sehr lose miteinander verknüpft. Die Eltern von Alex (die in Teil 2 eine große Rolle spielten) kommen hier gleich gar nicht erst vor und so spart man sich in Afrika wohl eine große traurige Abschiedsszene, wenngleich es für den etwas aufmerksameren Betrachter (der sich noch an Teil 2 erinnert) ziemlich lieblos erscheint.

Realitätsnähe, das ist ein anderer Punkt – von der kann man sich getrost verabschieden, denn die bekommt einen gehörigen Tritt in den Allerwertesten. Da wird schon mal von Afrika nach Monte Carlo geschnorchelt und Tiger springen durch Reifen, die die Größe eines (Finger)Rings haben (natürlich nur mit der Hilfe von massig Olivenöl und Conditioner). Aber wen interessiert es schon, wie man von A nach B kommt, solange man unterhalten wird?

Alex (Ben Stiller – „Zoolander„) versucht sich als Trapezkünstler, Melman (David Schwimmer – „John Carter„) und Gloria (Jada Pinkett Smith – „ The Matrix Reloaded„) tanzen übers Hochseil und Marty (Chris Rock – „Bad Company„) versucht sich mit diversen Bemalungen als Zebra-Clown-Hybrid. Weiters mit dabei waren der russische Tiger Vitaly (Brian Cranston – „Argo„), die fesche Jaguardame Gia (Jessica Chastain – „The Help„) und die Robbe Stefano (Martin Short – „Frankenweenie„). Natürlich brauchen die alteingesessenen Zirkustiere Nachhilfestunden von Alex, Melman, Marty und Gloria, da sie samt und sonders schlecht in ihrem Job oder weil sie schlicht weg depressiv sind. Meine absoluten Lieblinge, die Pinguine, kamen diesmal ein wenig kurz und hatte einfach zu selten die Möglichkeit ihren ganz eigenen, staubtrockenen Charme auf die Waagschale zu werfen.

Große Gegenspielerin unserer tierischen Freunde ist hier die französische Tierfängerin Chantal DuBois (Frances McDormand – „Transformers: Dark of the Moon„), die einen ersthaften psychischen Schaden zu haben scheint (sie krabbelt schon mal in Spinnenmanier am Boden herum und nimmt wie ein Bluthund Fährten auf) und mit einer hingebungsvollen Version von Edith Piafs „Je ne regret rien“ schon mal Gipsverbände sprengt (fragt nicht). Überhaupt kommen Menschen nicht sehr gut weg in „Madagascar 3“. Entweder sind sie unglaublich fies, dumm oder einfach nur geldgierig. So verwundert es nicht, dass sich unsere tierischen Freunde ohne die Hilfe von Menschen um ihre Heimreise kümmern. Wie? Sie kaufen einfach mal nen Zirkus, der von der neuen Leitung durch die New Yorker Zootiere deutlich profitiert.

Auch King Julien (Sacha Baron Cohen – „Der Diktator„) ist natürlich wieder mit von der Partie und verliebt sich in einen Zirkusbären, mit dem er auf einem kleinen Fahrrad die Umgebung erkundet. Man hat so das Gefühl, dass hinter den leeren Augen des Bären nicht viel vorhanden ist und in manchen Szenen fühlte ich mich an WALL*E erinnert, wo er mit einer scheinbar leblosen Eve so etwas wie eine Beziehung führt.

Fazit: Für Liebhaber der ersten beiden Teile ist „Madagascar 3“ sicherlich lustig und mit 2 zugedrückten Augen, wird man sicher seinen Spaß haben und sich über ein Wiedersehen mit dem tierischen Quartett freuen.

Der Film „Madagascar 3 – Europes most wanted“ bekommt von mir 6/10 quietschbunte, handlungsarme Punkte

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Madagascar 3: Flucht durch Europa


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