Der Diktator – The Dictator (Filmkritik)

In der Republik Wadiya, einem Land im Nahen Osten, regiert Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen) mit eisener Faust. Neben seinem Versuch ein funktionierendes Atomwaffenprogramm auf die Beine zu stellen, besticht er vor allem durch sexuellen Eskapaden und die Tatsache, dass er seine Untertanen gern wegen geradezu lächerlichen Kleinigkeiten hinrichten lässt. Während einer Reise zu den vereinten Nationen – die westlichen Länder drohen Aladeen mit Krieg sollte er sich nicht zu seinem Atomwaffenprogramm äußern – überlebt er nur knapp einen Anschlag auf sein Leben. Zu dumm nur dass er zwischenzeitlich durch einen Doppelgänger ausgetauscht wurde. In weiterer Folge landet er bei der Ökoladen-Besitzerin Zoe (Anna Faris) und plant dort seine Rückkehr – denn man plant in seinem Land die Demokratie einzuführen und das gilt es um jeden Preis zu verhindern.

The Dictator Film Sacha Baron Cohen

Hinter der Kamera stand dieses Mal wieder Larry Charles, der auch bei den Filmen „Brüno“ oder „Borat“ für die Regie verantwortlich war. Sacha Baron Cohen (Hugo Cabret) gibt hier, wie bei den meisten seiner Filme, nicht nur die Hauptrolle, sondern war auch für das Drehbuch verantwortlich. Daher kann man im Wesentlichen dasselbe erwarten, wie bei seinen anderen Filmen auch: Humor jenseits des guten Geschmacks.

Das beginnt schon einmal damit, dass der Film dem inzwischen verstorbenen nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Il gewidmet ist. Dabei zieht Cohen alles und jeden durch den Kakao, konsequenter Weise aber auch sich selbst. Positiv erwähnenswert sind die zum schrägen Humor passenden Ideen (das Wort für positiv UND negativ wurde durch Aladeen ersetzt) und Dialoge. Der Film ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, was ebenfalls eindeutig positiv zu werten ist. In seiner Rolle als Aladeen bzw. einfacher Ziegenhirte stellt er neben seinem einzigartigen „Humor“ auch wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis.

Aladeen ist ein Egomane und zum Leidwesen seiner Untertanen nicht die hellste Birne im Leuchter. Da lässt er sich schon einmal Tips zu seinem Waffenprogramm von einer Zeichentrickfigur geben und lässt den Leiter eben dieses Programms hinrichten, weil er es gewagt hat, ihn darauf hinzuweisen. Allerdings stellt er sich, wenn es darum geht sein „Amt“ wiederzuerlangen, gar nicht so blöd an.

Lustig ist auch, dass der Film andeutet, die Methoden eines rücksichtslosen Diktators würden auch in einer freien Marktwirtschaft funktionieren. Und so bringt Aladeen mit moralisch zweifelhaften Methoden Zoes Laden auf Vordermann und schafft ihr noch ganz nebenbei die Konkurrenz vom Hals. Das macht Spaß, denn Schadenfreude ist eben doch irgendwie die schönste Freude.

Anna Faris hat z.B. in „The House Bunny“ ja bis jetzt eher durch ihre optischen Werte und weniger durch ihr schauspielerisches Talent bestochen. Auch nach sehen dieses Filmes bin ich mir sicher, dass sie nie einen Oscar gewinnen wird, auch wenn ihre Wandlungsfähigkeit durchaus beeindruckend ist. Zwar spielt sie dieselbe Rolle wie eigentlich immer, wirkt aber durch Schlabberhosen und Kurzhaarschnitt doch ganz anders. Als Zoe besticht sie durch die Art von energischer Naivität, durch die man sogar die Aufmerksamkeit eines Diktators aus dem nahen Osten auf sich zieht.

Wer hier eine Liebesgeschichte wittert sei beruhigt, der Film zieht hier einen Schlussstrich, lange bevor es anfängt weh zu tun. In Nebenrollen zu finden sind unter anderem Ben Kingsley (Prince of Persia) der sichtlich Spaß an seiner Rolle als Aladeens Onkel hatte und Megan Fox sowie Edward Norton, die sich in peinlichen Situationen selbst spielen (was das wohl gekostet hat?).

Mochte man Cohens bisherige Werke, wird man auch diesen Film mögen. Alle die nichts mit seinem fragwürdigen und durchaus bissigen Humor anfangen können, sollten um „Der Diktator“ einen großen Bogen machen.

Der Film bekommt von mir 7/10 mit eisener Faust regierende Empfehlungspunkte.

Zitat:
Aladeen: I saw that – that is very disrespectfull to your leader!
Stealing Dude: Whatever? Who are you? Osama Bin Ladens best friend?
Aladeen: No he is not my best friend – although he has been staying in my guesthouse since they shoot his double last year. Now the guy won’t leave. I know why the guy is the most hated guy in the world. You just have to go to the bathroom after him. You go to the bathroom after Osama, you will realise the true meaning of terrorism.


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